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Vergessene Werke

Deutsche Märchen und Sagen 42

Johann Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

42. Muttertränen

Des Thomas Cantipratensis Großmutter hatte einen Sohn, den Erstling ihrer Ehe, der war schön und liebenswürdig in jeder Hinsicht, aber er lebte nicht lange. Nach ihm gebar sie einen anderen, der wohl im Waffenwerk sich auszeichnete, aber daneben ein eitler Vogel und ein großer Verschwender war. Die arme Mutter konnte ihn nicht sehen, ohne an ihren guten Erstgeborenen zu denken und dabei vergoss sie jedes Mal reiche Tränen. Einmal nun hatte sie ihn auch wieder beweint, als ihr die folgende Erscheinung wurde. Sie sah eine Straße, Weiterlesen →

Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 1

Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann

Einleitung

Es gab eine Zeit, da alles Land, so zwischen der Weser und dem Elbstrom sich dehnt, von undurchdringlicher Waldung bedeckt war. Finster und unwirtlich lag es da, und wilde Stürme brausten darüber. Eichen reihten von Norden her, Buchen von Süden Wipfel an Wipfel, und in der Mitte, wo der Felsen Grat sich zum Himmel hob, schauten dunkle Föhren weit in die Ferne.

Die Völker, welche rings an der Waldungen Rande wohnten, mieden voll Scheu ihre endlosen Tiefen. Denn da hauste dem Glauben nach ein wunderbares Geschlecht von Tieren und Menschen. Kein Zelt, keine Hütte war da Weiterlesen →

Dämonische Reisen in alle Welt – Kapitel V, Teil 2

Johann Konrad Friederich
Dämonische Reisen in alle Welt
Nach einem französischen Manuskript bearbeitet, 1847.

Kapitel V, Teil 2

Michel klingelte, ließ ein köstliches Frühstück servieren, das er jedoch allein verzehrte. Unter allerlei Wünschen, die er dem Teufel vortrug, war auch der, dass er wohl wissen möchte, wie es in der Zukunft in der Welt, etwa in hundert Jahren aussehen möge, da doch die Anwendung der Dampfkräfte und die daraus erfolgten neuen Erfindungen, namentlich die Eisenbahnen usw., gewaltige Veränderungen hervorbringen müssten.

»Wenn dir damit ein Gefallen geschieht«, sagte Asmodi, »so will ich dir gleich nach deinem Frühstück mit einigen Weiterlesen →

Der Arzt auf Java – Zweiter Band – Kapitel 5

Alexander Dumas d. Ä.
Der Arzt auf Java
Ein phantastischer Roman, Brünn 1861
Zweiter Band
Kapitel 5

Der indische Arzt

Eusebius erreichte seine Wohnung in großer Niedergeschlagenheit. Der Zustand, in welchem er Esther gelassen hatte, beunruhigte ihn sehr. Aber zu seiner großen Überraschung war es ihm, wie am Tage zuvor, als er die Rangune betrachtete, unmöglich, seine rebellischen Gedanken auf die zu richten, die er liebte. Während der Weiterlesen →

Diane Teil 2 – Kapitel 12

Alexander von Ungern-Sternberg
Diane
Ein Kriminalgemälde der modernen Gesellschaft
Berlin, 1842, Buchhandlung des Berliner Lesekabinetts
Zweiter Teil

Zwölftes Kapitel

Der unerwünschte Gast

In der Dorfschenke, die wir im siebenten Kapitel geschildert haben, kehrte wenige Stunden vor Eintritt des Abends, gerade an dem Tag, als der obige Spazierritt stattfand, ein Reisender ein, dessen Äußeres durchaus Weiterlesen →