Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 5
Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann
Das Weinfass auf Spiegelsberge
Heinrich Julius von Braunschweig, welcher gegen Ende des 16. Jahrhunderts Bischof von Halberstadt war, residierte mit Vorliebe auf dem reizend an der Bode gelegenen Schloss Groningen.
An einem schönen Sommerabend saß derselbe in Gesellschaft eines anderen Bischofs, der bei ihm zu Gast war, draußen vor seinem Schloss, erfreute sich an den interessanten Schilderungen, die der Fremde von seinen Reisen entwarf, und füllte von Zeit zu Zeit den Pokal seines Gastes mit köstlichem Rheinwein.
Der Arzt auf Java – Zweiter Band – Kapitel 7
Alexander Dumas d. Ä.
Der Arzt auf Java
Ein phantastischer Roman, Brünn 1861
Zweiter Band
Kapitel 7
Ein feindlicher Vorschlag
Seit der Eröffnung des Malaien hatte Thsermai beständig an die Drohung gedacht, mit welcher derselbe von ihm schied. Weit entfernt, sich in die Trennung zu fügen, welche Noungal ihm als unvermeidlich geschildert hatte, fühlte er sich täglich mehr von den Reizen Arroas ergriffen. Vergebens hatte er gesucht, sich durch die Weiterlesen
Deutsche Märchen und Sagen 45
Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
45. Der Teufelsstein im Kölner Dom
Die Andacht zu den drei Königen in Köln hatte sehr zugenommen und das ärgerte den Teufel dergestalt, dass er einen schweren Stein auf das Dach des Domes warf, der hindurchfuhr, das Gewölbe durchbrach und auf die Dreikönigenkapelle fiel. Da hätte er den kostbaren Kasten, welcher die Gebeine der drei Weisen enthält, sonder allen Zweifel zerschmettert, aber das wollte Gott nicht. Der Kasten wich nämlich zurück gegen die Wand hin und blieb also unverletzt. Noch sieht man den Stein dort und erkennt deutlich darin die Spuren von des Teufels Weiterlesen
Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 4
Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann
Das Schwert an der Liebfrauenkirche zu Halberstadt
Nahe am Haupteingang zu der Liebfrauenkirche in Halberstadt hängt vom Mauergesims herab an eiserner Kette ein rostiges Schwert. Immer wiegt sich dasselbe hin und her. Kein Kraut, kein Gras wächst darunter, kein Regen oder Tau befeuchtet die Stelle. Von diesem wunderbaren Schwert, das schon Jahrhunderte hindurch dort hängt, berichtet die Sage.
In unmittelbarer Nähe Halberstadts lag eine Burg, die von dem wilden, weit und breit gefürchteten Ritter Hug bewohnt war. Die Gattin des Ritters, eine fromme, stille Frau, war früh gestorben und hatte nur eine Tochter Weiterlesen
Deutsche Märchen und Sagen 44
Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
44. Die Hand im Stein zu Olsberg
Die Gräfin Bertha von Thierstein, welche eine Äbtissin war des Klosters Olsberg, hatte einen Hofmeister oder Kastenvogt, welcher gegen die armen Leuten rau und nicht milde war. Auf eine Zeit kam ein Mann, der klopfte an dem Tor des Klosters an und begehrte etwas um Gottes willen. Der Torwächter aber wies ihn ab, dem Gebrauch nach, und sagte, das Kloster hätte viel durch Brand gelitten und man hätte nichts auszugeben. Der Mann aber wollte sich nicht abweisen lassen.
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