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Deutsche Märchen und Sagen 47

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

47. Das versunkene Kloster

Bei Hohenholte liegt ein weiter See, aus dessen Mitte ein kleines Inselchen hervortaucht. Darauf stehen zwei Silberpappeln, die scheinen sich zu umschlingen.

Die rechtsstehende reicht einen Ast nach der linksstehenden und diese jener einen, sodass die beiden Äste ein Kreuz bilden.

An der Stelle, wo der See nun ist, stand ehedem ein Nonnenkloster. Die Nonnen aber waren ausgeartet und trieben große Unzucht und Laster aller Art. Sie hörten auch selbst nicht, als der Herr zwei fromme Mönche sandte und ihnen schwere Strafen androhen ließ, falls sie sich nicht besserten. Im Gegenteil, sie jagten die frommen Väter unter Hohn und Spott zum Tor hinaus.

In der folgenden Nacht aber erhob sich ein großes Unwetter. Das unfromme Kloster versank unter einem grässlichen Donnerschlag. Auf der Stelle bildete sich der heutige See. Von all den schönen Gärten blieb nur das kleine Inselchen übrig. In der Nacht sieht man häufig die Geister zweier Nonnen um die Silberpappeln schweben. Sie erscheinen um zwölf und verschwinden mit dem Schlag eins.

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