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Vergessene Werke

Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 11

Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann

Die Krone im Bodekessel

Obwohl wir unter den Edlen des Harzes vielen berüchtigten Raubgrafen begegnen, deren Wahlspruch Reiten und Rauben ist keine Schande, denn das tun die Besten im Lande war, so treffen wir doch unter ihnen auch manch vornehmes Geschlecht, dem das Treiben der Raubritter im höchsten Grad verhasst war und das demselben mit aller Macht entgegentrat. Zu diesen edel gesinnten Rittern gehörten die Grafen von Lauenburg und Reinstein, von denen in der folgenden Geschichte erzählt werden soll.

Der Graf von Lauenburg, einer der mächtigsten und reichsten Ritter des Landes, hatte ein liebliches Töchterchen, Weiterlesen →

Eugène François Vidocq

Die zwei Gesichter des Eugène François Vidocq, dem weltweit ersten Privatdetektiv

Wenn man Les Miserables kennt, dann hat man Eugène François Vidocq nicht nur einmal, sondern zweimal in Erinnerung, und zwar als Jean Valjean, den reformierten Verbrecher, und als Polizeikommissar Javert. Warum wurde diesem Mann, der heute außerhalb der frankophilen und polizeilichen Geschichtskreise fast unbekannt ist, von Victor Hugo in seinem klassischen historischen Roman, der im Frankreich des 19. Jahrhunderts spielt, zweimal die Möglichkeit gegeben, in Szene gesetzt zu werden?

Vidocq war so einflussreich, dass Edgar Allan Poe seinen Detektiv C. Auguste Dupin im Klassiker Der Doppelmord in der Rue Morgue auf ihn stützte. In einem plötzlichen Anfall von Gereiztheit Weiterlesen →

Deutsche Märchen und Sagen 52

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

52. Der schwere Hund zu Lübeck

Mitte Oktober 1687 ließ sich in eines Schiffers Haus zu Lübeck ein Gespenst vernehmen, welches die Gläser in Stücke schlug, den Leuten nachts die Decken vom Leib und das Bett unterm Leib wegrückte und viel andere Possen trieb, ohne jedoch jemanden ein Leid zuzufügen. Verschiedene Bürger und Fremde kamen in das Haus, konnten aber nichts sehen.

Nur einem kleinen Mädchen war der Spuk sichtbar, und es rief stets: »Sieh, sieh, da geht es und glotzt mich mit Weiterlesen →

Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 10

Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann

Die Rosstrappe

Wenn man heute dem romantischen Lauf der Bode folgt, die nun freilich kein Strom mehr ist und nur noch im Frühjahr heftig dahinrauscht, dann kann man sich schwerlich einen Begriff davon machen, mit welcher rasenden Gewalt sie einst über Klippen und Gestein hinweggestürzt und sich ihr tiefes Bett durch gewaltige Felsenmassen gebahnt hat. Eine Vorstellung von der hier tosenden Kraft des Wassers gibt uns noch sein Weg zwischen Thale und Treseburg, wo der Fluss eng von gigantischen Felsmassen umstanden ist und über Geröll seinen Lauf nimmt, welches einst als mächtige Felssäulen emporstand, aber durch die Zeit, den Blitzschlag des Himmels, die Gewalt Weiterlesen →

Deutsche Märchen und Sagen 51

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

51. Bestrafte Willkür

Im Jahre 1532 lebte in Deutschland irgendwo ein grausamer Ritter. Der befahl eines Tages einem Bauern, im nahen Wald eine überaus große Eiche zu holen und sie vor die Burg zu bringen, und drohte dabei, insofern der Bauer das nicht tue, müsse er die härteste Strafe gewärtigen. Der Bauer hielt das Fortschaffen des Baumes für unmöglich und ging seufzend und mit nassen Augen, halb verzweifelt dem Wald zu. Kaum hatte er den betreten, als er einen Menschen vor sich sah, der ihn fragte, warum er denn so traurig sei?
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