Tony Tanner – Agent der Weißen Väter
Im Wettlauf mit der Zeit – Teil 1
Tony Tanners Tagebuch
Es gibt nichts Erhebenderes, als wenn du in dein Büro zurückkehrst und feststellst, dass keiner deine Abwesenheit irgendwie bemerkt zu haben scheint. Absolut motivierend. Inzwischen muss ich mir fast irgendwas abbrechen, um auch nur ein freundliches Lächeln von irgendeiner mittelalterlichen Sekretärin abzustauben. Muss wohl an meinem Alter liegen.
Oder ich bin noch nicht ganz im Alter für die Mädels mit den Vaterkomplexen und schon zu Weiterlesen
Thorak, der Berserker
»Thorak!«
Stille, keine Antwort.
»Thorak, du verdammter, nichtsnutziger Bengel, wo steckst du denn jetzt schon wieder? Los, melde dich endlich!«
Abermals hallte die schrille Stimme meines Onkels über unseren verschneiten Bauernhof, der knapp eine Meile entfernt oberhalb von Kolding, der eigentlichen Siedlung, lag. Auf einem schmalen, lang gezogenen Hügelrücken standen dort Wohnhaus, Scheune und Viehstallungen beinahe Wand an Wand nebeneinander.
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Brasada – Folge 2
Die drei Reiter lenken ihre Pferde schweigend durch die Ausläufer des Bergmassivs.
Unterdessen hat die Sonne ihren höchsten Stand erreicht und schleudert ihre Hitze mit unbarmherziger Gewalt auf das ausgetrocknete Land. Der heiße Wind, der von Südosten aus den Staked Plains kommt, weht den Männern wie der Gluthauch der Hölle entgegen. Außer ein paar Sandfliegen, die sich hier und da über magerem Buschwerk zu wild umherzuckenden Gebilden zusammengeballt haben, scheint es kein Leben in dem sonnenverbrannten Land zu geben.
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Tony Tanner – Agent der Weißen Väter
Das Netz der Eisernen Seite – Teil 5
Mit spitzen Fingern klaubte Lucille Chaudieu die Glassplitter aus dem pappigen Haferbrei. Eine Spitze bohrte sich in ihre Fingerkuppe. Sie schrie auf und saugte an der Wunde. Ihr Mund füllte sich mit dem Eisengeschmack von Blut. Als sie ihn fütterte – füttern war ein allzu wohlklingender Ausdruck für das langwierige Hineinschieben von Nahrung in einen Schlund, dessen Schluckreflex in den letzten Tagen merklich nachgelassen hatte – war der ansonsten leblose Körper Tony Tanners von Krämpfen zusammengerissen worden, und ein Schrei hatte sich aus der stummen Kehle gelöst.
Brasada – Teil 1
Es ist Ende Februar, als Ben Allison über die Postkutschenbrücke vom Mud-Creek her nach Abilene kommt. Das hektische Viehgeschäft ist seit November zu Ende und die neue Saison beginnt erst in acht Wochen. Deshalb sind die Gehsteige der Texas-Street jetzt wie leer gefegt.
Wie ausgestorben liegen die Saloons, Tanzbuden und Spielhallen vor dem Reiter, ja, man kann sagen, die ganze Stadt wirkt irgendwie verlassen und trostlos.


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