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Storys

Des Teufels Depressionen

Des Teufels Depressionen

Vorsichtig öffne ich die Türe, nur einen Spaltbreit, und luge hinaus. Rechts und links von mir nur Leere. Niemand da, was mich natürlich nicht verwundert, denn schließlich ist es frühmorgens, aber Vorsicht ist besser … na ja, ihr wisst schon. Ich schleiche mich also hinaus, der weite Morgenmantel weht sacht im Takt meiner Zeitlupenschritte um meine dicht behaarten Beine. Die weißen, ehemals weißen, nun eher grauen Sportsocken dämpfen meine Schritte, lassen mich jedoch gefährlich über den PVC-Boden rutschen. Ich fluche, rein gedanklich, grapsche nach der Zeitung, welche fein säuberlich zusammengerollt und von einem Gummiband gehalten vor der Türe meines Nachbars liegt. Ich habe keine Ahnung, wer er oder sie ist, aber ab und an klaue ich die Zeitung. Rasch blicke ich mich nach allen Seiten um, keiner da, alles in Ordnung und mit mehr oder weniger Elan husche ich zurück in meine Wohnung.
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Der See

Ich stehe hier, am Ufer dieses kleinen Sees, dessen Wasser so kristallklar, so hell ist, dass ich den silbernen Streif an den Rückenflossen der winzigen Fischchen sehen kann, welche reglos verharren, nur um dann rasch und ruhelos wieder ihre Bahnen zu ziehen. Die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne überziehen meinen nackten Körper für einen kurzen Augenblick mit einem leuchtenden goldfarbenen Ton. Wenige Sekunden lang schließe ich meine Augen und bilde mir ein, ihre Wärme auf meinen geröteten Lidern zu spüren. Ein leichtes Brennen stört meine Ruhe, die sensible Haut um meine Augen ist noch wund von den vielen, vielen Tränen. Ich musste weinen, ich wollte es nicht, und doch, ich musste es tun, als ich die Augen sah, den kleinen, glänzenden Funken darin verglimmen.
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Die Puppenmacher

Herzlich willkommen, ich grüße Sie. Sitzen Sie bequem? Sie sollten sich besser hinsetzen, glauben Sie mir. Heute sind wir wohl nur zu dritt? Hm, nun ja – Sie sind sicher auch hier, um meine Geschichte zu hören, nicht wahr? Natürlich sind Sie das, ich kann die Sensationsgier in Ihren Augen sehen, das Zittern Ihrer Hände, fühlen Sie schon, wie sich die kleinen Härchen in Ihrem Nacken aufstellen? Verzeihen Sie, wenn ich lache, aber wenn Sie sich jetzt sehen könnten, Ihre angespannte, erwartungsvolle Haltung, dann würden Sie ebenso darüber lachen, glauben Sie mir. Wie dem auch sei, Sie haben gutes Geld bezahlt, um hier zu sein und ich möchte Sie nicht enttäuschen. Machen Sie sich so oder so auf eine neue Erfahrung gefasst!

Wie bitte? Natürlich muss die schummrige Beleuchtung sein! Das schafft Atmosphäre, finden Weiterlesen →

Rote Augen

Rote Augen

Toktok, toktok.

»Milia, pschhhht. Hast du das gehört?«

Toktok, toktok.

»Nein Gerard, was meinst du?«

»Am Fenster, da war etwas eben. Ich gehe nachsehen.«

»Pass auf Gerard, du weißt, was man sich seit einigen Wochen erzählt und warum wir nach Einbruch der Dunkelheit das Haus nicht verlassen und es verriegeln sollen.«
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Angriff auf die Elfenwelt

Angriff auf die Elfenwelt

Galantha warf sich im Schlaf immer wieder hin und her. Marc hatte mehrfach versucht sie zu wecken – vergeblich. Sie murmelte unverständliche Worte in der Sprache ihres Volkes, die Marc nicht beherrschte. Erst als die Sonne aufging, beruhigte sich die Elfe wieder. Besorgt betrachtete Marc Galanthas Gesicht, welches noch immer die Ängste der vergangenen Stunden widerspiegelte. Was mochte nur geschehen sein? Noch nie hatte er seine Frau in einer derartigen Verfassung erlebt. Die Antwort auf seine Frage ließ nicht lange auf sich warten. Galantha setzte sich plötzlich auf und flüsterte: »Sie brauchen Hilfe oder alle werden sterben.«

»Wer braucht Hilfe?«, fragte Marc beunruhigt.

»Alle in meiner alten Heimat.« Galantha schwang die Beine aus dem Bett. Nervös bewegte sie die bunt schillernden Flügel.
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