Kopmann to Bergen – 2. Kapitel
Heinrich Smith
Kopmann to Bergen
Eine Erzählung aus dem Seemannsleben
Verlag Otto Spamer, Leipzig, 1902
2. Kapitel
Wie Anton Bünger nach Bergen kam
Der Hausmann zum Lübecker Wappen saß in dem Gemach, das er in seinem Haus innehatte, sehr nachdenklich in dem weiten hölzernen Sessel. Er stützte den Kopf in die Hand und hatte die Papiere der Lübecker Galeot vor sich auf dem Tisch liegen. Das soeben stattgehabte Ereignis ging ihm durch den Kopf. Zwar musste er große Strenge zeigen, doch im Inneren war er dem jungen Seemann günstig gestimmt, da dieser sich so mutig gezeigt hatte. Es lief ihm bereits der Gedanke durch den Kopf, wie er sich hilfreich zeigen könne, ohne seiner Pflicht zuwiderzuhandeln.
Aus Armand’s Frontierleben – Band 1- Kapitel 6
Fredéric Armand Strubberg
Aus Armand’s Frontierleben
Band 1
Carl Rümpler, Hannover, 1868
Sechtes Kapitel
Es war so schön und friedlich still hier unter den alten, dicht belaubten Eichen. Das Gras unter ihnen war so frischgrün und das Abenddunkel, das ihn bereits umgab, ließ das feurige Rot des Himmels, das zwischen den dunklen Laubmassen über ihm glühte, nur noch mehr erstrahlen.
Armand dachte an seine alte Heimat, an die prächtigen, vertrauten Wälder in Deutschland und an die feierlichen, lieben Klänge der Abendglocken, die über Berg und Tal wogten. Sein Hengst war wieder in den Schritt übergegangen und näherte sich dem nächsten Hügel, während Joe in einiger Entfernung voranlief. Auf der Höhe blieb der Hund aber stehen und sah sich nach seinem Weiterlesen
Die Hexen von Lancashire Band 1 – Kapitel 5
Die Hexen von Lancashire
Erster Band
Ein Roman aus dem Pendle-Wald von William Harrison Ainsworth
Leipzig, 1849
Einleitung
Der letzte Abt von Whalley
Fünftes Kapitel
Die Mitternachtsmesse
Traurig läutete die Allerseelen-Glocke vom Turm der Klosterkirche. Sie war eine von fünf Glocken und hatte ihren Namen erhalten, weil sie nur für diejenigen geläutet wurde, die kurz vor dem Tod standen. Nun läutete sie für drei Seelen, die am nächsten Tag sterben würden. Die Kirche war hell erleuchtet, was zeigte, dass die Vorbereitungen für den letzten Abschied Weiterlesen
Die Geheimnisse Londons – Band 1- Kapitel 13
George W.M. Reynolds
Die Geheimnisse Londons
Band 1
Kapitel 13
Die Hölle
Nachdem sie einige Runden in der Regent Street gedreht hatten, bemerkte der Baronet, dass es eine »teuflisch langsame Angelegenheit« sei. Mr. Talbot schlug vor, sich zu amüsieren, und Mr. Chichester erklärte, da sein Freund Markham begierig darauf sei, das Leben zu sehen, sei es am besten, wenn sie alle für eine Stunde im Quadrant vorbeischauten.
»Was ist das für ein Ort?«, fragte Markham.
»Ach, nur eine Einrichtung für Karten- und Würfelspiele und andere harmlose Vergnügungen«, antwortete Chichester beiläufig.
Das schwarze Schiff – Kapitel 11
Beadle’s Half Dim Library
John S. Warner
Das schwarze Schiff
Kapitel 11
Wieder im Hafen
Die Zeit hatte mit ruhiger Hand das Requiem vieler Jahre geläutet. Die Wolken des Krieges verdunkelten das Land nicht mehr. Die Krieger hatten ihre Schwerter beiseitegelegt, denn in jedem Haus herrschte Frieden. Amerika war frei und hatte seinen Platz unter den Nationen eingenommen – mit dem Versprechen, eine große und mächtige Republik zu werden.
Es war früher Frühling. Die ersten Blumen begannen, ihre Schönheit zu entfalten. Die Knospen, das Zwitschern der Vögel und die duftende Luft versprachen die intensive Freude, mit der eine großzügige Vorsehung alles um sich herum zu überschütten schien.
Die Aufmerksamkeit des Lesers wird erneut auf die Landzunge in der Nähe des Flusses Medway gelenkt. Weit draußen auf dem blauen Weiterlesen
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