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Phänomene und Legenden

Teufelswahn mit hysterischen Erscheinungen

Teufelswahn mit hysterischen Erscheinungen
Aus: Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten. Nach dem Französischen des Calmeil. Bearbeitet von Dr. Rudolf Leubuscher. Halle. 1848

In der Mitte des 16. Jahrhunderts brachen an vielen Orten und besonders in den Nonnenklöstern und den Instituten zur Erziehung der Kinder epidemische Konvulsionen aus, mit ähnlichen Zufällen, wie sie früher bei der Dämonopathie beobachtet worden waren. Beim Ausbruch der Pest traten diese Erscheinungen in den Hintergrund zurück.

Die Hystero-Dämonopathie wird in der Grafschaft Hoom epidemisch. (1551)

Im Kloster Uvertet in der Grafschaft Hoorn brach die Krankheit der Nonnen gegen das Ende der Fastenzeit aus. Weiterlesen →

Elbsagen 72

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

73. Die Kardinalsbirnen zu Magdeburg

Im Jahre 1453 hatte der Papst den Barfüßermönch Johann Capistran mit anderen seiner Ordensbrüder ins Land Böhmen gesandt. Der kam auch mit dem Erzbischof nach Magdeburg und wurde von der ganzen Geistlichkeit und der Gemeinde mit Kreuzen und Fahnen gar prächtig empfangen. Man baute ihm auf dem Neuen Markt einen Palast, von dem herunter er seine Ansprachen an das Volk hielt. Er predigte aber Lateinisch, gewöhnlich zwei bis Weiterlesen →

Hannikel – 12. Teil

Christian Friedrich Wittich
Hannikel
oder die Räuber- und Mörderbande, welche in Sulz am Neckar in Verhaft genommen und daselbst am 17. Juli 1787 justifiziert wurde
Verlag Jacob Friderich Heerbrandt, Tübingen, 1787

Kaum hatte er sich aber eine halbe Stunde entfernt, so sprang ein Salischer Jäger ganz außer Atem zu den Bauernhäuflein hin und fragte sie, ob sie nicht einen Kerl von der ihnen beschriebenen Postur gesehen hätten.

»Ei ja, ei ja«, sagten sie, »vor einer halben Stunde hat eben derselbe mit uns zu Mittag gegessen und darauf seinen Weg dort hinaus schnell weiter genommen.
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Mordmonomanie

Mordmonomanie
Aus: Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten. Nach dem Französischen des Calmeil. Bearbeitet von Dr. Rudolf Leubuscher. Halle. 1848

Peter Burgot und Michel Verdung klagen sich des Mordes und der Lykanthropie an und werden in Poligny verbrannt. (1521)

Burgot, der mit Michel Verdung zusammen der Zauberei und der Verwandlung in Werwölfe angeklagt ist, legt vor dem Inquisitor Boin folgende Geständnisse ab:

»Ich gehöre seit beinahe neunzehn Jahren zur Sekte der Teufelsanbeter. Bei einem Jahrmarkt in Poligny, wo ein Unwetter meine Herde auseinandergesprengt hatte, kam ein schwarzgekleideter Herr zu mir, der sich für einen Weiterlesen →

Hannikel – 11. Teil

Christian Friedrich Wittich
Hannikel
oder die Räuber- und Mörderbande, welche in Sulz am Neckar in Verhaft genommen und daselbst am 17. Juli 1787 justifiziert wurde
Verlag Jacob Friderich Heerbrandt, Tübingen, 1787

Am folgenden Tag nach seiner Ankunft in Chur begleitete ihn der Sekretär Abiss auf hohen Befehl, vormittags um neun Uhr auf das Rathaus, wo sich das gesamte Tribunal schon versammelt hatte.

Nach wechselseitigen verbindlichen Komplimenten hielt der Kriminalpräsident und Stadtvogt von Chur, D. Bawier, eine Rede über die Gegenstände ihrer Zusammenkunft, worauf Schäfer kurz und bündig antwortete und sodann Weiterlesen →