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Mythen & Wirklichkeiten

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 23. Blatt

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe
. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871

Eulenspiegel wäscht in Neugefleten in Thüringen die Pelze.

a Eulenspiegel das Hessische meiden musste, so reiste er ins Thüringische und kam in das Dorf Neugefleten. Hier kehrte er in einem Wirthshaus ein. Die Wirtin fragte Eulenspiegel, was er für ein Handwerksgeselle wäre.

Er antwortete: »Ich bin ein Wahrsager.«

Die Wirtin sagte: »Ich beherberge gern die Leute, welche die Wahrheit sagen.«

Eulen­spiegel sah die Frau an und bemerkte, dass sie schielte und sagte zu ihr: Schielende Frau, wo soll ich mein Weiterlesen →

Sammlung bergmännischer Sagen Teil 20

Das arme Bergmannsleben ist wunderbar reich an Poesie. Seine Sagen und Lieder, seine Sprache, seine Weistümer reichen in die älteste Zeit zurück. Die Lieder, die wohlbekannten Bergreihen, die Sprachüberreste, die Weistümer sind teilweise gesammelt. Die Sagen erscheinen hier zum ersten Mal von kundiger Hand ausgewählt und im ganzen Zauber der bergmännischen Sprache wiedergegeben. Das vermag nur zu bieten, wer ein warmes Herz für Land und Leute mitbringt, wo diese uralten Schätze zu heben sind; wer Verständnis für unser altdeutsches religiöses Leben hat, wer – es sei gerade herausgesagt – selbst poetisch angehaucht ist. Was vom Herzen kommt, geht wieder zum Herzen, ist eine alte und ewig neue Wahrheit. Hat der Verfasser auch nur aus der Literatur der Bergmannssagen uns bekannte Gebiete Weiterlesen →

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 22. Blatt

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe
. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871

Eulenspiegel wird Maler bei dem Landgrafen von Hessen.

a nun Eulenspiegel das Lüneburgische gänzlich meiden musste, durchstreifte er ganz Hessen, und kam auch nach Marburg, wo damals der Landgraf von Hessen residierte. Wie er nun hier durch seine Gaukeleien und Kunststücke sehr bekannt wurde, musste er auch aufs Schloss kommen, denn der Landgraf hatte schon früher viel von ihm gehört und freute sich, diesen Wundermann persönlich kennen zu lernen; denn dergleichen Leute waren in den damaligen Zeiten sehr beliebt. Nachdem nun Eulenspiegel manche Possen ge­macht hatte, fragte ihn der Landgraf, was er sonst noch gelernt hätte.

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Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 21. Blatt

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe
. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871

Eulenspiegel wird aus dem Fürstentum Lüneburg verwiesen.

achdem Eulenspiegel Dänemark verlassen hatte, kam er wieder in das Fürstentum Lüneburg, wo er in der Gegend von Celle solche närrische Dinge angab, dass ihm der Herzog von Lüneburg sein Land verbieten ließ mit dem Andeuten, wenn er sich wieder sehen ließe, er ihn an den ersten besten Baum hängen lassen würde. Eulenspiegel wanderte nun ins Mecklenburgische. Nachdem er sich daselbst eine Zeit lang umhergetrieben hatte, dachte er darüber nach, wie er durch List sich wieder im Lüneburgischen aufhalten könnte, denn er hatte in diesem Fürstentum mit seinen Narrenspossen manchen Verdienst erworben. Er nahm sich also vor, wieder eine Reise ins Lüneburgische zu unternehmen, ob er gleich noch nicht mit sich einig war, durch welche Schelmerei er im Fall der Not sich helfen wollte. Da Weiterlesen →

Sammlung bergmännischer Sagen Teil 19

Das arme Bergmannsleben ist wunderbar reich an Poesie. Seine Sagen und Lieder, seine Sprache, seine Weistümer reichen in die älteste Zeit zurück. Die Lieder, die wohlbekannten Bergreihen, die Sprachüberreste, die Weistümer sind teilweise gesammelt. Die Sagen erscheinen hier zum ersten Mal von kundiger Hand ausgewählt und im ganzen Zauber der bergmännischen Sprache wiedergegeben. Das vermag nur zu bieten, wer ein warmes Herz für Land und Leute mitbringt, wo diese uralten Schätze zu heben sind; wer Verständnis für unser altdeutsches religiöses Leben hat, wer – es sei gerade herausgesagt – selbst poetisch angehaucht ist. Was vom Herzen kommt, geht wieder zum Herzen, ist eine alte und ewig neue Wahrheit. Hat der Verfasser auch nur aus der Literatur der Bergmannssagen uns bekannte Gebiete Weiterlesen →