Archiv

Mythen & Wirklichkeiten

Elbsagen 16

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

16. Der Singestein zu Postelwitz

Am rechten Elbufer, oberhalb Schandau, liegt das Dorf Postelwitz. In der Nähe desselben erhebt sich ein hoher Felsen, genannt der Singestein, von dem aus man eine herrliche Aussicht ins Elbtal genießt. Hier kommt an Sonn- und Festtagen sowie an schönen Sommerabenden die Postelwitzer Jugend zusammen und treibt da muntere Spiele, obwohl die Sage von der Entstehung des Namens uns eher trübe als heiter stimmen möchte. Es soll Weiterlesen

Oberhessisches Sagenbuch Teil 25

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Die Wirberger Klosterfrau

Eine dreiviertel Stunde von Grünberg, seitab von der Landstraße nach Gießen, sieht auf einer jähen, waldigen Höhe einsam die Kirche Wirberg. Neben ihr wohnt der Pfarrer mit einem einzigen Nachbar. Wie es ehedem droben ausgesehen hat, als dort noch ein reiches Stift und Nonnenkloster war, lässt sich nun fast gar nicht mehr erkennen, denn seit den Zeiten Luthers ist der Konvent aufgehoben. Die alten Gebäude sind bis auf einzelne Mauerreste völlig verschwunden. Auf der Höhe befinden sich drei Brunnen: der Molkenborn, der Katzenborn und Weiterlesen

Schinderhannes – Achtes Kapitel

Leben und Taten des berüchtigten Johann Bückler, genannt Schinderhannes
Für Jung und Alt zur Lehre und Warnung aufs Neue geschrieben von W. Fr. Wüst, Reutlingen 1870
Druck und Verlag von Fleischhauer & Spohn

Achtes Kapitel

Was Schinderhannes seit einem Jahr zusammengebracht hatte, das wollte er nun in Sicherheit bringen und ging deshalb mit seiner Frau auf das rechte Rheinufer. Nun war er wieder der Krämer Jakob Ofenloch und fuhr mit eigenem Karren und Pferd auf die Jahrmärkte in Städten und Dörfern. Auch nun wieder hatte er sich vorgenommen, ein ehrlicher Mann zu sein und sich von seinem Handel zu ernähren. Freilich hatte er auch dieses Mal wieder zunächst gestohlene Waren zu verkaufen. Darum hätte auch seine Kasse täglich wachsen können. Dem Weiterlesen

Der Mann, der nicht sterben konnte

Der Mann, der nicht sterben konnte

Fünfmal blickte Byson Kaula dem Tod ins Auge und fünfmal sprang er dem Sensenmann im wahrsten Sinn des Wortes wieder von der Schippe.

Der Grund hierfür ist ebenso banal wie erschreckend. Die Geschichte dieses Mannes ist deshalb so unfassbar, spielt sie doch nicht im tiefsten Mittelalter, in den dunklen Jahren irgendwelcher Hexenverfolgungen und Teufelsaustreibungen, sondern in unserer Zeit.

Genauer gesagt begann alles im Jahre 1992, im Grenzgebiet zwischen Malawi und Südafrika.

Aber der Reihe nach.
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Sammlung bergmännischer Sagen Teil 47

Das arme Bergmannsleben ist wunderbar reich an Poesie. Seine Sagen und Lieder, seine Sprache, seine Weistümer reichen in die älteste Zeit zurück. Die Lieder, die wohlbekannten Bergreihen, die Sprachüberreste, die Weistümer sind teilweise gesammelt. Die Sagen erscheinen hier zum ersten Mal von kundiger Hand ausgewählt und im ganzen Zauber der bergmännischen Sprache wiedergegeben. Das vermag nur zu bieten, wer ein warmes Herz für Land und Leute mitbringt, wo diese uralten Schätze zu heben sind; wer Verständnis für unser altdeutsches religiöses Leben hat, wer – es sei gerade herausgesagt – selbst poetisch angehaucht ist. Was vom Herzen kommt, geht wieder zum Herzen, ist eine alte und ewig neue Wahrheit. Hat der Verfasser auch nur aus der Literatur der Bergmannssagen uns bekannte Gebiete Weiterlesen