Archiv

Mythen & Wirklichkeiten

Aus dem Wigwam – Die Entdeckung der Oberwelt

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Vierzig Sagen
Mitgeteilt von Chingorikhoor

Die Entdeckung der Oberwelt
Eine Sage der Minnetari

ie Minnetari und alle anderen Indianerstämme wohnten zuerst im Inneren der Erde. Der Große Geist hatte sie dort untergebracht, weil er oben noch nicht alles für sie eingerichtet hatte. Im inneren der Erde lebten sie wie die Maulwürfe in einer großen Höhle, und nur sehr wenige hatten Menschengestalt. Die Paukunnawkut waren Hasen, die Delawaren Schildkröten und die Tuscarora, Sioux und andere waren Klapperschlangen; aber die Minnetari waren immer Menschen und der Teil ihrer Höhlenwohnung befand sich in der Nähe der Schneegebirge. Er wurde durch die Sonnenstrahlen, welche durch die zahlreichen Felsspalten drangen, erleuchtet, währenddessen die Wohnplätze der anderen Stämme gänzlich in Dunkel gehüllt waren. Ihr Leben war eintönig und traurig, da sie aber von keinem besseren Weiterlesen →

Oberhessisches Sagenbuch Teil 72

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Die Rodmühle unter Höckersdorf

Vor Menschengedenken saß auf der Rodmühle unterhalb Höckersdorf ein blutarmes Bäuerlein, dem ging es hundsübel Jahr aus Jahr ein. Noch niemals im Leben war es eigentlich recht auf einen grünen Zweig gekommen. Die Kundschaft der Mühle nährte es nicht, die Gegend war gar wüst, wild und einsam und somit ging es immer mehr bergab mit seinen guten Tagen. Auf den meisten seiner Äcker wuchsen Dornen und Disteln, aber kein Korn. Die Gebäude bekamen Löcher am Dach- und Weiterlesen →

Dämonopathie in Mailand 1590 und in Brandenburg 1594

Dämonopathie in Mailand 1590 und in Brandenburg 1594

Delancre erzählt nach Franz Bontius, dass 1590 bei Mailand ungefähr dreißig Nonnen von einem bösen Geist besessen wurden; die Nonnen seien alle noch sehr jung und schwächlich gewesen. Der Teufel erschien ihnen als Mönch oder als Christus am Kreuz und ermahnte sie zu unzüchtigen Dingen; manchmal als Bär, als Löwe, als Schlange mit offenem Rachen, um sie zu verschlingen; zuweilen als Soldat, mit einem Schießgewehr sie bedrohend; aber ihr einfältiger, frommer Glaube war ihnen Schutz gegen die Verlockungen des Satans. Eine Nonne, die einem vornehmen Haus entsprossen war, fühlte eine so heftige teuflische Glut, dass sie sich mitten im Winter auf den Fußboden schlafen legte und sich im Garten endlich in den Schnee legte.

Zu einer anderen kam der Teufel unter der Gestalt der heiligen Ursula in die Zelle und hinterher eine lange Reihe Weiterlesen →

Elbsagen 77

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

78. Der Traum des Fischerknaben Benjamin Kohl

An der rechten Ecke des Durchgangs vom alten zum neuen Fischerufer zu Magdeburg steht ein Haus, in dem zur Zeit der Erstürmung und Zerstörung Magdeburgs die Eltern eines damals ungefähr zehnjährigen Knaben wohnten. Am 19. Mai des Jahres 1631 lagen schon am frühen Morgen alle Schüler in den Schulen auf den Knien und beteten mit ihren Lehrern, dass der liebe Herrgott die Erstürmung der Stadt und ihren voraussichtlich Weiterlesen →

Drusus an der Weser und Elbe

Historische Denkwürdigkeiten

Drusus an der Weser und Elbe. 9 v. Chr.

Der Name Deutschland soll nach einigen Nachrichten älterer Schriftsteller von einem Donnergott der alten Deutschen, welchen sie Theut oder Thuisko nannten, entstanden sein. Indessen ist aber diese Sage nicht verbürgt, wohl aber wahr, dass man von einem deutschen Völkerstamm, nämlich den Germanen, in der Folge dem ganzen Land den Namen Germanien beigelegt hat.

Die Grenzen des alten Deutschlands werden von den griechischen und römischen Schriftstellern als ein Land zwischen der Donau, dem Rhein, der Nord- und Ostsee und einem Teil Sarmatiens oder dem heutigen Polen angegeben. Sehr genau bestimmt aber der römische Schriftsteller Tacitus, der in der ersten Zeit des römischen Weiterlesen →