Das Horrorhaus
Die ursprüngliche Version wurde erstmals in dem Kurzgeschichtenband Motel des Grauens, erschienen im Engelsdorfer Verlag Leipzig veröffentlicht.
»In einer Minute bist du auf Sendung!«, rief Peter David aus dem silbergrauen Bus mit der Aufschrift GBS.
Morten Eckberg richtete sich die Krawatte, prüfte den perfekten Sitz des Ohrenstöpsels und strich sich durch die Haare, wobei die mühevolle Arbeit der Maskenbildnerin mit einem Schlag zu Nichte gemacht wurde.
Nächtlicher Besuch
Mit einem Ruck fuhr Claudia aus dem Schlaf hoch. Sie lauschte in die Stille, und obwohl sie nicht hätte sagen können, was sie geweckt hatte, brach ihr plötzlich der Schweiß aus.
»Claudia?« Die Stimme ließ sie herumfahren. Im Dämmerlicht, das durch die halb heruntergelassenen Jalousien fiel, erkannte Claudia einen Mann in der Ecke ihres Schlafzimmers.
»Klaus!«, entfuhr es ihr. »Was machst du hier?«
»Claudia. Ich wollte dich endlich einmal wieder sehen.« Klaus’ Stimme klang rauer als sie sie in Erinnerung hatte.
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Der letzte Auftrag
Schmerzerfüllt verzog ich mein Gesicht. Das Stechen in meiner Brust war wieder da. Zwar nur kurz, aber dafür nachdrücklich. Immer wieder überkam mich die Angst vor einer Herzattacke, wenn ich solche Momente durchlitt. Im nächsten Augenblick jedoch war es vorbei. Tatjana, meine Gefährtin und Geliebte, deutete nach draußen.
»Sieh nur, Boris! Es hat zu regnen aufgehört, aber nun scheint es Nebel zu geben.«
Ich blickte ebenfalls aus dem Fenster unseres Zimmers.
»Ja, der Nebel kommt vom Fluss her. Was für eine dicke Brühe«, antwortete ich.
Als wir gestern Nachmittag hier in Ruppenstieg angekommen waren, hatte es wie aus Eimern Weiterlesen
Anglerpech
Achtunddreißig stand da auf dem Schild. Rote Farbe auf weißem Holz. Der Auslöser oder auch einer der Widerhaken einer Touristenfalle.
Thom war sicher, dass es eben das war; eine Falle. Dem Zustand der Straßen und Häuser nach zu urteilen eine, die nicht funktionierte. Der verzweifelte und erfolglose Versuch eines gottverlassenen Küstenkaffs, ein paar Euro in die Dorfkasse zu spülen. Ins Kässchen.
»Keine Ahnung, wovon du redest, Jung«, sagte der greise Mann und pfiff dabei schwindsüchtig durch seine braunen Zähne, als er Thom die Messer und die gewaltigen Haken über die Ladentheke reichte, die aussah, als habe Klaus Störtebeker schon seinen Weiterlesen
Kybele
Erde fiel dumpf auf das Holz. Panik stieg in Sabelina auf. Sie wollte schreien, doch kein Laut drang aus ihrer Kehle. Wieder erklang das bedrohliche Geräusch, als weitere Erdbrocken niederprasselten.
Sabelina wollte nicht sterben!
Sie wollte sich bemerkbar machen und mit bloßen Händen gegen den Sargdeckel hämmern. Doch sie war nicht in der Lage, sich zu bewegen. Ihr Körper versagte ihr den Dienst. Wie so oft in diesem schrecklichen Albtraum, der sie Nacht für Nacht heimsuchte. In dem sie lebendig begraben wurde und der nun wahr wurde.
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