Verspäteter Besuch
Er warf einen Blick auf den Wecker. Kurz vor sieben Uhr. Wieder zu früh wach geworden …
Du brauchst anscheinend immer weniger Schlaf, dachte er. Rake Willowby überlegte, ob er den Wecker abstellen und aufstehen sollte oder … Wenn du jetzt liegen bleibst, zählst du doch nur die Minuten, bis das Mistding endlich klingelt!
Die Hand mit den dürren Fingern fuhr auf den Wecker nieder und stellte ihn ab. Er brauchte zwei Anläufe, um sich aufsetzen zu können. Seine alten Gelenke knackten mit dem Bett um die Wette.
Er schlurfte in Richtung Badezimmer. Als er im Flur am großen Wandspiegel vorbeikam, blieb Weiterlesen
Joeys Geständnis
Mein Name ist Joey Fletscher. Eigentlich bin ich ein ganz friedlicher Kerl. Gewisse Umstände aber haben mich dazu gebracht, einen etwas anderen Weg einzuschlagen. Gemeinsam mit meinem Kumpel Speedy Jones. Mein Gott, Speedy. Der war alles andere als schnell. Eigentlich war er ne absolute Schnecke. Das sollte ihm auch zum Verhängnis werden. Das Ergebnis seiner »Schnelligkeit« kennen Sie ja bereits. Das zermatschte Etwas spricht für sich.
Ich lernte Speedy unter einer Brücke kennen. Nieselregen. Trübe Wolkendecke. Novemberwetter eben. Ich denke, es hatte gerade mal drei Grad über null. Speedy hockte da wie ein Sack voller Lumpen, mit dem Rücken gegen den Pfeiler gelehnt. Er hatte so etwas Ähnliches wie ein Feuer zustande gebracht. Die Wärme von innen kam jedoch eher von zwei Flaschen billigen Fusel, die leer neben ihm lagen. Eine Dritte stand bereits in Habachtstellung.
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Gila
Malte nahm jeweils zwei Stufen auf einmal, um möglichst rasch wieder in der Wohnung zu sein. Natürlich war nichts daran außergewöhnlich oder gar verdächtig, dass er einen Katzenkorb in seinen klobigen Händen trug, und wenn jemand einen neugierigen Blick in das Innere würfe, würde er nur ein ganz normales Kätzchen erkennen.
Allerdings war es nicht sein Kätzchen, und zudem war es jedes Mal ein anderes. An diesem Nachmittag war es eine ganz normale Hauskatze, deren Fell wie das einer Kuh gesprenkelt war. Er hatte sie in einer Seitenstraße aufgelesen, wo sie auf einem Altpapiercontainer lag, der Körper majestätisch ausgestreckt, wie eine Miniaturausgabe der Sphinx. Rückblickend erschien es ihm beinahe so, als hätte sie nur auf ihn gewartet.
Erleichtert betrat Malte die Wohnung und warf die Tür ins Schloss. Seit dem ersten Mal pulsierte die unergründbare Angst in ihm, jemand würde sein Treiben beobachten und seltsam genug finden, die Polizei einzuschalten.
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Die Stadt der lebenden Toten
»Sie sind überall«, flüsterte David seinem Freund Chris zu, der neben ihm in den Büschen des riesigen Parkgeländes kauerte und kaum zu atmen wagte.
Durch die Blätter und Zweige konnten sie beobachten, wie an diesem herrlichen Sommernachmittag Hunderte von Menschen wie seelenlose Puppen im strahlenden Licht der Sonne über die gepflegten Beete und Rasenflächen des Frankfurter Stadtparks wankten und sich mit starren, leblosen Augen und fahlen, bläulichen Gesichtern ziellos voranbewegten.
Chris´ Stimme zitterte. »Mein Gott. Ich glaube, dass es ein Fehler war, von Zuhause abzuhauen. Es sind schon zu viele von denen, und es werden immer mehr.«
»Im Radio haben sie aber ausdrücklich gesagt, dass wir auf gar keinen Fall in unseren Weiterlesen
Das Spiel der Schatten
Andy Perkins lief einen langen Eisenbahnschacht entlang. Er konnte seine Schritte in diesen monströsen, kalten Gängen widerhallen hören. Er war auf der Suche nach etwas – doch er wusste nicht genau, was es war. Die Gänge schienen kein Ende nehmen zu wollen, schienen ihm zu sagen, dass er weiterlaufen sollte. Doch wohin würde er laufen? Existierten diese Eisenbahnschienen überhaupt, oder bildete er sich das alles nur ein?
Perkins kam schließlich schweren Atems zu einer Biegung, die sich in zwei weitere Wege aufteilte. Doch nirgendwo befand sich ein Schild, welches ihm gesagt hätte, welchen Weg er Weiterlesen





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