Der Teufel auf Reisen 5
Carl von Kessel
Der Teufel auf Reisen
Erster Band
Ein humoristisch-satirischer Roman aus dem Jahr 1870
Drittes Kapitel – Teil 3
Faust und Gretchen
Die Pause benutzte der gallsüchtige Registrator, um das endlich angelangte Butterbrot zu verzehren, wobei er jedoch fortwährend dem Zeitungsmarder wütende Blicke zuwarf. Plötzlich entstand ein fürchterlicher Lärm, der alte grämliche Spitz fuhr auf einmal von seinem Platz auf und flog dem Pudel des Philologen an den Hals. Der Registrator, seinen Liebling in Gefahr sehend, ergriff seinen Regenschirm und führte damit einen Rolandshieb, um dem vierbeinigen Gefährten seiner freudlosen Tage beizustehen. Klirrend fiel dem Kellner, der eben mit einem Hühnerfrikassee Weiterlesen
John Tanner – Das Leben eines Jägers 7
John Tanner
Das Leben eines Jägers
oder
John Tanners Denkwürdigkeiten über seinen 30-jährigen Aufenthalt unter den Indianern Nordamerikas
Erstmals erschienen 1830 in New York, übersetzt von Dr. Karl Andree
Siebtes Kapitel
Am Ufer des Assiniboine, höchstens ein paar Tagereisen über den Tragplatz der Prärie hinaus, liegt eine Stelle, die Ke-new-kau-nesche-way-boant heißt (d. h. der Ort, wo man den grauen Adler schießt). Dort machen die Indianer häufig Halt. Als wir vorüberkamen, bemerkten wir kleine, in die Erde gesteckte Pfähle, an denen wir Stückchen von Birkenrinde fanden. Auf zwei dieser Stücke waren die Gestalten von Bären abgebildet, und auf den übrigen Figuren, welche andere Weiterlesen
Das Geheimnis des Medizinbeutels – Teil 6
Das Geheimnis des Medizinbeutels – Teil 6
Eine Erzählung von Fr. Daum
Um 1925 erschienen im Verlag von A. Anton & Co. in Leipzig
Die Abenddämmerung senkte sich hernieder und hüllte die Erde in düstere Schleier, als die kleine Schar unter tiefem Schweigen den Wald verließ. Vorsichtig näherte sie sich den Hügeln, die den Wasserlauf des Musselshell River einsäumten. Plötzlich hielten die an der Spitze reitenden Führer an.
Rifle Ben sagte zu seinen Gefährten: »Hier müssen wir uns trennen. Der Häuptling Büffelstirn reitet mit seinen Kriegern nach Süden, um den vor uns liegenden Berg des Donners zu umgehen. Seine Aufgabe ist, mit den Piegan die Mustangherde zu scheuchen und, wenn möglich, wegzutreiben. Wir reiten bis zum River und schleichen dann flussaufwärts bis zu der Stelle, wo ein felsiger Ausläufer des Berges dicht an das Ufer herantritt. Dort muss sich die Weiterlesen
Der Freibeuter – Schrauberei
Der Freibeuter
Erster Teil
Kapitel 2
Schrauberei
Aus der Wirtsstube verlief sich die listige Gesellschaft. Jene drei Zusammensitzenden blieben allein.
»Bei allen Donnerwettern, die unserer guten Graf Mörner schon über das Verdeck gekommen sind und noch kommen werden!«, rief der hagere Mann ärgerlich, »Ihr habt in diesem Burschen Euch eine gute Prise vor der Nase wegschnappen lasten, Kapitän. Auf dem Wasser, merk’ ich wohl, versteht Ihr Euch bester auf die Kaperei als auf dem Lande, und dieser dänische Schlagtod, der wie ein flotter Dreidecker im schönsten Fahrwasser und mit dem besten Winde vorüber strich, hatte viel Boote ausgesetzt, die ihm die Prise einsingen und zuführten.«
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Im fernen Westen – Sioux-Kit 4
Der Siouxknabe war noch immer schwach und krank, aber er erholte sich allmählich und lernte die Freundlichkeit werten, mit welcher er behandelt wurde. Seine schwarzen wilden Augen verloren den scheuen wilden Ausdruck, mit welchem er seither seine Retter betrachtet hatte, und die sekundlichen Worte seiner Wirte schienen den Weg zu feinem Herzen gefunden zu haben.
Still und schüchtern lag er auf seiner Matratze in der Ecke der Stube und betrachtete mit dem Scharfblick und der Wissbegier des Indianers alles, was um ihn her vorging und was ihm so neu war, verharrte aber vorerst noch in einem scheuen Schweigen, denn diese Zurückhaltung liegt im Wesen des Indianers oder wird ihm von Jugend auf eingeprägt. An Arm und Bein geschindelt und verbunden, konnte er sich beinahe nicht rühren, ohne Schmerzen zu verspüren, Weiterlesen

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