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Storys & Lyrik

Mahpiya-win – Die Entscheidung – Teil 13

Der Mann rollte sich am Boden herum und hob sein Gewehr. Es entfiel seinen kraftlosen Händen, die nach Halt suchend in die Luft griffen. Ein letztes Röcheln entfuhr seiner Kehle. Der Schaft der Lanze zitterte, die den Mann am Boden festnagelte. Dem nächsten Gegner, der mit einem Messer in der Hand auf ihn zusprang, durchtrennte Wakteka die Kehle. Unbändiger Hass führte seine Waffen gegen die Feinde. Seit Wochen zog seine Gruppe eine blutige Spur durch das Land. Er war davon besessen, die Weißen auszulöschen. In jeder Siedlung, die sie niederbrannten, ließen sie einen Menschen am Leben, der die Nachricht verbreiten sollte, warum Wakteka gegen die Weißen in den Krieg zog. Sie hatten ihm seine Frau genommen und dafür mussten sie sterben. Alle. Es wurde nicht unterschieden zwischen Mann, Frau und Kind. Feinde musste man vernichten. Gefangene wurden nicht gemacht. Weiterlesen

Mahpiya-win – Die Entscheidung – Teil 12

Einige Tage später ritt ein Mann auf die Ranch. Er führe ein gesatteltes Pferd und ein schwer beladenes Packpferd mit sich. Als sie ihn sah, klopfte ihr Herz wie wild. Sie beherrschte sich, ihm nicht entgegenzulaufen. Das musste er sein. Seine Lederkleidung war schmutzig und von einem undefinierbaren Braun, eine Schlangenhaut diente als Hutband, in der eine Adlerfeder steckte. Seine Haut war wind- und wettergegerbt.

»Mam‘«, grüßte er und tippte an die Hutkrempe. »Sind Sie Mrs. Cahoon?«

Mahpiya-win nickte.

»Man nennt mich Buckskin Joe. Ich hab von Doc Walter den Auftrag, Sie durch die Wildnis zu Weiterlesen

Mahpiya-win – Die Entscheidung – Teil 11

Die Ranch war noch genau so, wie sie sie in Erinnerung hatte. An den Gebäuden hatte sich nichts verändert. Als sie vom Wagen kletterte, sagte ihr Vater: »Von nun an kleidest du dich anständig. Wegen dem Kind brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Ich kümmere mich darum.«

Eisiger Schreck durchzuckte sie. Einen Augenblick lang war sie unfähig, zu antworten. Wollte dieser Unmensch ihr das Baby wegnehmen oder sogar töten? Zuzutrauen war es ihm. Wusste dieser Mann, der sich ihr Vater nannte, was Liebe war? Wusste er, wie es war, jemand zu lieben? »Ich habe meine Familie verlassen, um sie zu schützen. Vor dir und deiner Hartherzigkeit.« Sie blickte ihm geradewegs in die Augen. »In derselben Stunde, in der du mir Weiterlesen

Mahpiya-win – Die Entscheidung – Teil 10

Die Männer, die ins Lager ritten, waren weder Soldaten noch Händler. Sie sahen auch nicht wie Kundschafter des Militärs aus. Ohne sie genau zu betrachten, spürte Mahpiya-win das Böse, das von ihnen ausging. Alle fünf trugen lange staubbedeckte Ledermäntel und waren ausreichend bewaffnet. Frauen und Kinder brachten sich in Sicherheit.

»Wer ist der Häuptling von dieser Drecksbande?«, fragte der eine.

Auf Mahpiya-wins Kehle legte sich eine eisige Hand. Trotz der Sonne fröstelte sie. Niemals hätte sie gedacht, dass sie diese Stimme noch einmal hören würde. Sie betrachtete den Sprecher genauer. Kein Zweifel, er war es.

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Marshal Crown – Frohe Weihnachten

Frohe Weihnachten

Der Himmel über Rath City hatte eine bleigraue Farbe angenommen und hing voller Schnee. Ein schneidender Nordwester strich um die Häuser der Stadt und trieb eine Wand aus weißen Flocken vor sich her, die wie Wattebällchen in der Luft tanzten.

Obwohl es bereits auf den Nachmittag zuging, war kaum jemand auf den Straßen zu sehen.

Von Osten her kam ein einzelner Reiter in die Stadt, der einen Tannenbaum quer vor sich über dem Sattel liegen hatte. Die Mainstreet der sonst so hektischen Rindertown war gerade mal von einem halben Dutzend Passanten bevölkert, die sich so dick in Mantel, Schal und Weiterlesen