Im fernen Westen – Sioux-Kit 4
Der Siouxknabe war noch immer schwach und krank, aber er erholte sich allmählich und lernte die Freundlichkeit werten, mit welcher er behandelt wurde. Seine schwarzen wilden Augen verloren den scheuen wilden Ausdruck, mit welchem er seither seine Retter betrachtet hatte, und die sekundlichen Worte seiner Wirte schienen den Weg zu feinem Herzen gefunden zu haben.
Still und schüchtern lag er auf seiner Matratze in der Ecke der Stube und betrachtete mit dem Scharfblick und der Wissbegier des Indianers alles, was um ihn her vorging und was ihm so neu war, verharrte aber vorerst noch in einem scheuen Schweigen, denn diese Zurückhaltung liegt im Wesen des Indianers oder wird ihm von Jugend auf eingeprägt. An Arm und Bein geschindelt und verbunden, konnte er sich beinahe nicht rühren, ohne Schmerzen zu verspüren, Weiterlesen
Der Teufel auf Reisen 4
Carl von Kessel
Der Teufel auf Reisen
Erster Band
Ein humoristisch-satirischer Roman aus dem Jahr 1870
Drittes Kapitel – Teil 2
Faust und Gretchen
Während beide Herren weiterliefen, schüttelte der Doktor noch immer einigermaßen missbilligend den Kopf.
»Lieber Freund«, rief sein Begleiter, »trotz Ihrer Philosophie scheinen Sie mir doch noch sehr kurzsichtig zu sein. In jeder Sache steckt eine gewisse Moral und auch der Dicke wird die Lehre, welche er erhalten hat, zeit seines Lebens nicht vergessen. Mit solchen Sentimentalitäten bleiben Sie mir vom Leibe. Wenn Sie etwas in meiner Gesellschaft lernen Weiterlesen
John Tanner – Das Leben eines Jägers 6
John Tanner
Das Leben eines Jägers
oder
John Tanners Denkwürdigkeiten über seinen 30-jährigen Aufenthalt unter den Indianern Nordamerikas
Erstmals erschienen 1830 in New York, übersetzt von Dr. Karl Andree
Sechstes Kapitel
Wir machten uns gleich nach dem neuen Jahr auf den Weg, um in Pe-schau-bas Heimat zu gelangen. Der Schnee lag sehr tief. Da unsere lange Reise fast immer über freie und offene Prärien ging, so mussten wir, wenn der Wind stark wehte, liegen bleiben. Am Anfang fehlte es uns an Lebensmitteln, zum Glück begegneten wir aber bald einer zahlreichen Herde sehr fetter Büffel. Obgleich die Kälte furchtbar war und der Schnee sehr tief lag, so konnten doch diese Tiere Weiterlesen
Das Geheimnis des Medizinbeutels – Teil 5
Das Geheimnis des Medizinbeutels – Teil 5
Eine Erzählung von Fr. Daum
Um 1925 erschienen im Verlag von A. Anton & Co. in Leipzig
Ein gellender Schrei des Assiniboine unterbrach die Rede des Trappers. Der Mandan war im Begriff, seinen Mustang zu besteigen, nachdem er die Leine am Sattelknopf befestigt hatte, deren Schlinge der Gefangene an seinem Hals fühlte. Ben winkte dem Mandan zu, er möge noch warten, und wendete sich wieder dem in Todesängsten schwebenden Assiniboine zu.
»Du hast gesehen, dass dein Leben und deine Seele nur an einem dünnen Faden hängen. Wirst du nun reden?«, fragte der Alte, worauf der Indianer mit hörbarem Zähneknirschen zur Antwort gab: »Tatogana hasst euch alle, aber er ist jetzt in eure Gewalt gegeben und muss gehorchen. Die Assiniboine haben einen weißen Jäger gefangen, der eine große Weiterlesen
Der Freibeuter – Eine Menschenfalle
Der Freibeuter
Erster Teil
Kapitel 1
Eine Menschenfalle
Vor dem Dammtor in Hamburg in einem jener wüsten Wirtshäuser, welche man im 18. Jahrhundert mit dem Namen Kaffeehäuser beehrte, obgleich sie eigentlich nichts weiter waren, als schmutzige Spelunken und Aufenthaltsorte roher Seeleute, liederlicher Soldaten und anderem nichtswürdigen Volks. In einer solchen Pandorabüchse hockte ein Haufen junger und alter Gesellen um einen Tisch, teils mit behaglichen gemeinen, teils mit abgespannten geistreichen Gesichtern, in welche das Laster mit scharfem Pflug Furchen gezogen und Todessaat gestreut hatte. Man sah bald, dass sie ein damals beliebtes Hazardspiel, Basset, mit all jener Leidenschaft spielten, welche sich nicht allein in wilden Gebärden, giftigen und fröhlichen Blicken und geballten Fäusten, die die Weiterlesen

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