Der Totenwirt und seine Galgengäste 6
Der Totenwirt und seine Galgengäste
Eine abenteuerliche und höchst wundersame Ritter-, Räuber-, Mörder- und Geistergeschichte aus der grauen Vorzeit, um 1860
Teuflische Rache
Als Hedwig am nächsten Morgen im Stall erschien, um dem Zelter ein Stückchen Kuchen zu reichen, lag Bastian nach seiner Gewohnheit zu den Hinterfüßen des Zelters, erhob sich rasch und verbeugte sich schweigend und demütig.
»Ich komme heute früher als gewöhnlich«, sagte sie gütig, in den Stand tretend, um ihrem lieben Aga, wie sie den Zelter nannte, den Kuchen zu geben.
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Shane Flannigan 5 – Annabell
Ciril Moreland hätte Victoria lieber heute als morgen geheiratet. Jetzt bereute er, dass er sich nicht längst um etwas gekümmert hatte, doch bislang gab es keine Veranlassung dazu. Ciril war 49 und seit 21 Jahren verheiratet, zumindest auf dem Papier. Als er sich damals in Silverton niederließ und seine Kanzlei aufbaute, begann seine Ehe langsam zu zerbrechen. Er war nicht schuldlos daran gewesen. Statt sich um seine junge Frau zu kümmern, war er ständig unterwegs gewesen, um sich ins Gespräch zu bringen und um Kontakte zu knüpfen. Während seine Frau einen Wohnsitz in großen Städten mit Teepartys vorzog, liebte er das Leben in kleinen Städten, wo sich die Pioniere ihren Platz erkämpften. Eines Tages war sie nicht mehr da gewesen, als er nach Hause kam. Wortlos war sie mit der Postkutsche abgereist. Er war darüber nicht unglücklich gewesen. Nun Weiterlesen
Im fernen Westen – Der junge Auswanderer 4
Der junge Auswanderer
Kapitel 4
Dieser Empfang war einfach, aber wohltuend, und Alfred fühlte sich hier bald heimisch und suchte sich nützlich zu machen. Squire Holz, wie man ihn gemeinhin nannte, war der Besitzer von etwa fünftausend Morgen Landes und zahlreichen Herden von Rindern, Schafen, Pferden und Maultieren, die seinen Hauptreichtum bildeten. Er war ein wortkarger, einfacher, aber gottesfürchtiger Mann, welcher sehr zurückgezogen lebte und sich keinerlei Aufwand gönnte. Streng gegen sich selbst, war er es auch gegen andere, und er hasste nichts so sehr wie Müßiggang und Völlerei. Seine Lebenserfahrungen hatten ihn etwas misstrauisch gegen die Menschen gemacht. Obwohl Alfred ihm auf den ersten Blick sehr wohl gefallen hatte, so wollte er es ihm doch nicht sogleich zeigen, sondern ihn erst auf die Probe stellen, ehe er ihm seine Liebe und sein volles Vertrauen schenkte. Er machte ihn zunächst mit Weiterlesen
Der Totenwirt und seine Galgengäste 5
Der Totenwirt und seine Galgengäste
Eine abenteuerliche und höchst wundersame Ritter-, Räuber-, Mörder- und Geistergeschichte aus der grauen Vorzeit, um 1860
Liebesantrag und Maulschelle
Unter den vielen Stallknechten des Grafen Ermin von Bardenfels befand sich auch ein Vagabund, namens Bastian, der durch ganz besondere Dienstbeflissenheit die Gunst des Grafen erschlichen hatte. Die ihm anvertraute Abteilung des Stalls war immer am reinlichsten gehalten. Kein anderer putzte und pflegte die Rosse so sorgsam, fütterte und tränkte sie so pünktlich. Die Zäume und alles Riemenzeug waren immer glänzend schwarz. Der Graf lobte ihn oft bei seinem täglichen Besuch der Stallungen und stellte ihn den übrigen Stallknechten als ein Muster Weiterlesen
Der bayerische Hiesel – Teil 1
Friedrich Wilhelm Bruckbräu
Der bayerische Hiesel
Wildschützen- und Räuberhauptmann, landesverrufener Erzbösewicht
Vorwort
Der Name des bayerischen Hiesels lebt in ganz Bayern und Schwaben, und viel weiter in den deutschen Gauen, noch immer im Munde des Landvolkes, obgleich er bereits vor 60 Jahren sein verbrecherisches Leben geendet hat.
Die Geschichte dieses Verbrechers schien mir ganz geeignet, dem Landvolk einen Spiegel hinzustellen, worin es das Ende eines frevelhaften Daseins und Wirkens schauen könne, um ihm aus seiner eigenen Mitte ein warnendes Beispiel aufzustellen. Inwiefern mir diese Absicht gelungen sei, mögen andere entscheiden. Mir genügt das Weiterlesen

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