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Storys & Lyrik

Der bayerische Hiesel – Teil 15

Der-bayerische-HieselFriedrich Wilhelm Bruckbräu
Der bayerische Hiesel
Wildschützen- und Räuberhauptmann, landesverrufener Erzbösewicht

List und Notwehr

Weit und breit zeigte sich keine Spur einer Streife, und Hiesel ärgerte sich gewaltig, durch sein blindes Vertrauen auf die Warnung des Trüffelhundes nicht bloß die volle Befriedigung seiner Rachsucht gegen Laner, sondern auch den Glauben seiner Kameraden an die Kunst des Vorhersagens nahender Gefahr verloren zu haben.

Elf seiner Kameraden entließ er also mit dem Auftrag, einen Jagdzug in die Grenzforste zu machen. Er selbst aber, vom schnellen Marsch ermüdet, beschloss, auf den Krauthöfen, eine Einöde Gräflich-Fuggerisch-Dietenheimischen Weiterlesen

Xaver Stielers Tod – Kapitel 9

Xaver-Stielers-TodRobert Kohlrausch
Xaver Stielers Tod
Kriminalroman
Erschienen 1928 im Josef Ginger Verlag Berlin

Neuntes Kapitel

Wortlos bewegte sich der kleine Zug durch den Garten. Der Lichtkegel, der aus der Lampe strahlend hervorkam, glitt über den Kies der Wege, das Grün des Rasens, das Laub der Büsche dahin, holte sie für einen Augenblick aus der toten Dunkelheit hervor und ließ die rasch Auferweckten ebenso schnell wieder zurücksinken in das Grab der nächtlichen Finsternis, die dem geblendeten Auge jetzt noch um vieles tiefer schien. Am Ende des Weges Weiterlesen

Der Teufel auf Reisen 31

Der-Teufel-auf-Reisen-Zweiter-BandCarl von Kessel
Der Teufel auf Reisen
Zweiter Band
Ein humoristisch-satirischer Roman aus dem Jahr 1870
Sechstes Kapitel – Teil 6
Die Familie Purps

Im Hof in der Müllerstraße herrschte am Sonntag eine außergewöhnliche Aufregung. Das Gerücht von der plötzlichen Ankunft des Vetters aus Amerika bildete das Tagesgespräch sämtlicher Familien. Aus der halben Million waren bereits zwei Millionen geworden und Frau Purps, geborene Piepenmeier, widersprach dem durchaus nicht und warf den Kopf stolzer als je in den Nacken.
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John Tanner – Das Leben eines Jägers 36

John Tanner
Das Leben eines Jägers
oder
John Tanners Denkwürdigkeiten über seinen 30-jährigen Aufenthalt unter den Indianern Nordamerikas
Erstmals erschienen 1830 in New York, übersetzt von Dr. Karl Andree

Sechsundreißigstes Kapitel

Endlich bekam ich einige Kräfte wieder, und vermochte weiter zu reisen. Etwa zwei Tagereisen von Detroit traf ich unterwegs einen Mann, der eine Siouxpfeife in der Hand hielt. Seine auffallende Ähnlichkeit mit meinem Vater erregte im hohen Grade meine Aufmerksamkeit. Ich bemühte mich, ihn zum Stillhalten zu bewegen und mich ihm Weiterlesen

Pamfilius Frohmund Eulenspiegel 10

Pamfilius-Frohmund-EulenspiegelDer durch eine steinalte, boshafte, drachenhässliche Teufels-Hexe in allerlei Viecherln verzauberte und durch einen Teufels- und G’waltsrausch wieder glücklich erlöste
Pamfilius Frohmund Eulenspiegel,
Erzkalfakter und einziger Sohn des weltberühmten Till Eulenspiegels,
nebst Pamfilis ganz neue, höchst lustigen Abenteuer, lustigen Streichen und tollen Possen
Altötting, Verlag der J. Lutzenberger’schen Buchhandlung.

Dem Galgen bleibt der Schnabel sauber

Am anderen Tag, also an dem Tag vor meiner Hinrichtung, hörte ich im Armensünderstübchen, worin ich als Verurteilter unter Aufsicht des Gefängniswärters mich nun aufhalten durfte, von der Straße herauf einen Weiterlesen