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Oskar Ludwig Bernhard Wolff

Der lustige Kirmesbruder – Teil 5

Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Der lustige Kirmesbruder
welcher durch listige Ränke auf den Kirmessen die Bauern und andere Personen unterhalten und vergnügt gemacht hat

Vierte Kirmes

Wie der lustige Kirmesbruder, außer anderen Streichen, auch zwei Bürgern mit List ihren Kirmeskuchen und andere Speisen abnimmt

Von Possendorf ging ich nach Berbisfeld und besuchte dort den Müller. Bei demselben traf ich auch zwei Bürger an, die sich ganz weidlich zu nähren suchten. Es waren ein paar gemütliche Männer, die bei der Müllerin in großer Gunst standen und ihr manchen Liebesdienst erwiesen, ohne dass sie dafür von ihrem Mann eine Vergeltung forderten. Der Müller erwies ihnen und mir zugleich große Höflichkeit, und wir machten uns recht ver­gnügt; denn er hatte eine ziemliche Anzahl Gäste bei sich, sowohl aus seinem Ort als auch aus anderen Dörfern. Nach der Mahlzeit wurden verschiedene Spiele vorgenommen; doch gefiel den beiden Bürgern und Weiterlesen

Der Märkische Eulenspiegel 17

Der Märkische Eulenspiegel
Seltsame und kurzweilige Geschichten von Hans Clauert in Trebbin
Niedergeschrieben von Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Leipzig, 1847
Überarbeitete Ausgabe

Hans Clauert, Schlosser aus Trebbin

Wie Clauert aus Missverstand der Worte sich mit einer Magd heftig schalt

In Berlin wohnte ein Bürger mit Namen Jakob Schulze, der auch zugleich ein Apotheker war. Mit diesem war Clauert sehr gut bekannt und sein vertrauter Freund. Deshalb pflegte er auch gewöhnlich seine Herberge bei ihm zu haben, wenn er in Berlin war. Als er nun einstmals bei ihm einkehrte und beide in Jakob Schulzens Wohnung zechen wollten, ließen sie Bier aus dem Stadtkeller holen. Die Magd blieb mit dem Bier ziemlich lange aus, und weil Clauert bemerkt hatte, dass dieselbe übrigens eine scharfe Hechel war, so sagte Weiterlesen

Die wunderbare und merkwürdige Geschichte vom Zauberer Virgilius … Teil 6

Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Die wunderbare und merkwürdige Geschichte vom Zauberer Virgilius,
seinem Leben, seinen Taten und seinem Ende
Volksbücher Nr.46, Verlag Otto Wigand, Leipzig

Wie der Kaiser dem Virgilius sein Erbe und seine Güter zurückgab und noch vieles andere und was sonst noch geschah

Dann verabschiedeten sie sich von Virgilius und kehrten nach Hause zurück, und als sie wieder daheim waren, gab der Kaiser Virgilius sein ganzes Land zurück, wie er es verlangte, und machte ihn zum vornehmsten Herrn in seinem Rat.

Nach diesem geschah es, dass Virgilius sich in eine schöne Frau verliebte, die schönste in ganz Rom.

Virgilius gelang es durch seine Zauberkunst, ihr seine Zuneigung vollkommen zu offenbaren; sie aber dachte in ihrem Sinne, wie sie ihn hintergehen und betrügen könnte. Sie sagte ihm, wenn er um Mitternacht an die Schlossmauer käme, wolle sie einen Korb an starken Stricken hinunterlassen und ihn darin zu ihrem Fenster hinaufziehen, um mit ihm die Minne zu pflegen. Darüber freute sich Weiterlesen

Der Märkische Eulenspiegel 16

Der Märkische Eulenspiegel
Seltsame und kurzweilige Geschichten von Hans Clauert in Trebbin
Niedergeschrieben von Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Leipzig, 1847
Überarbeitete Ausgabe

Hans Clauert, Schlosser aus Trebbin

Wie Clauert den Bauern von Spernberg Wein holte

Einstmals geschah es, dass ein Zimmermann, Heinrich Miderhorch, aus Spernberg gebürtig, sich nach Trebbin begab, und als er später dort Hochzeit hielt, hatte er die Bauern von Spernberg fast alle dazu eingeladen. Als diese des anderen Tages beim Frühmahl den neuen Wein gekostet – es war nämlich gerade um Martini – und dieser ihnen sehr gut gemundet hatte, brachten sie acht Märkische Groschen zusammen, um Wein dafür zu holen. Nun aber war Clauert auch bei ihnen. Dieser hatte nämlich die Bauern an demselben Weiterlesen

Der Märkische Eulenspiegel 15

Der Märkische Eulenspiegel
Seltsame und kurzweilige Geschichten von Hans Clauert in Trebbin
Niedergeschrieben von Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Leipzig, 1847
Überarbeitete Ausgabe

Hans Clauert, Schlosser aus Trebbin

Wie Clauert drei Studenten nach Berlin führte

Einstmals kamen drei Studenten nach Trebbin und kehrten in dem Wirtshaus bei Peter Müller ein. Diese wünschten einen Fuhrmann bis nach Berlin – wie denn überhaupt diese Burschen nicht gern weit zu Fuß gehen. Peter Müller sagte zu ihnen, dass er für solche Leute einen ganz bequemen Fuhrmann wisse, der sie auch ganz sanft fahren werde. Er schickte somit zu Clauert, der auch alsbald gelaufen kam. Die Studenten tran­ken ihm volle und halbe Krüge zu, in der Meinung, je mehr sie ihm zu trinken gäben, desto geringeren Lohn Weiterlesen