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Im Original Johannes Wilhelm Wolf

Deutsche Märchen und Sagen 66

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

69. Die Lappländer zu Langdorf

Zu Langdorf gab es ehedem eine große Menge von Kabautermännchen oder Lappländern, ganz kleine Kerlchen, die viel Böses und wenig Gutes stifteten. Sie kamen häufig bei meiner Mutter Großvater, Berg, um sich Küchengeräte von ihm zu leihen. Gab man es ihnen nicht, dann wollte es mit der Arbeit auf dem Hof den ganzen Tag nicht recht fort und allerlei Unangenehmes stellte sich den Dienstleuten in den Weg. Gab man es ihnen aber, dann ging alles nach Wunsch und Willen. Zumeist erfragten sie sich Löffel, Gabeln und Töpfe. Gab man ihnen Weiterlesen

Deutsche Märchen und Sagen 65

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

68. Der Zwerglein Hilfe

In einem westflandrischen Dorf fällt die Kirmes just in die Erntezeit. Es geschah einmal, dass in einem Hof des Dorfes die Knechte und Mägde alle beim Einernten helfen mussten, während im Dorf die Musik lustig spielte, alle Jungen und Mädchen am Tanzen waren oder an den Buden auf dem Markt herumspazierten. Sie arbeiteten alle, dass ihnen der Schweiß in Strömen vom Leib lief, aber trotzdem sahen sie ein, dass sie doch nicht fertig werden konnten und dass der Spielmann seine Geige an den Nagel hängen würde, ohne dass sie ein Tänzchen gemacht Weiterlesen

Deutsche Märchen und Sagen 63

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

65. Der Elben und Zwerge Töpfe und Pfeifchen

Zu Castelre bei Eersel liegt ein Alvenberg, der wegen Spuk sehr bekannt und gefürchtet ist. Vorzeiten nämlich haben dort die Elben, Alven oder Kaboutermannekens gewohnt. Von ihnen rühren die Töpfe und Krüge her, welche man bei einigem Graben dort findet.

Sehr häufig findet man kleine Tabakpfeifchen in Menge auf gewöhnlichem Ackerland. Diese sind kurz und dick von Stiel und von sehr roher Form. Daraus rauchten die Zwerge ehedem und machten das so: Ein Zwerglein hielt das Weiterlesen

Deutsche Märchen und Sagen 62

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

64. Die weiße Frau in Soest

In Soest lebte ein Bürger, mit Namen Henricus Gemma, und der hielt eine Schenke, die jedoch in einiger Entfernung von seinem Wohnhaus lag. Eines Abends kehrte er spät zurück, das aus dem Wein gelöste Geld in seiner Tasche. Auf dem Weg fand er eine Frau in weißem Gewand.

Die zog ihn, als er an ihr vorbeikam, beim Rock und sprach zu ihm: »O Freund, wie lange habe ich hier schon deiner geharrt! Nun komm auch mit mir und gib mir deine Gunst.«
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Deutsche Märchen und Sagen 61

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

62. Jan-Aarten-boimke

Nahe bei einem Grabhügel bei Tilburg steht eine tausendjährige Eiche, welche man Jan-Aarten-boimke nennt. Bei diesem Baum geht es um und man erzählt sich viel von ihm. Die ganze Umgegend ist reich an Urnen, auch findet man dort viel Holzasche mit Menschenbeinen darunter.

63. Weiße Frau zu Stammheim

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