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Hanno Berg

Der braune Puder

Der braune Puder

 

I

 

Dort ging er lang. Er hieß Ogen. Er war jung und hübsch, und sein Vater war der reichste Kaufmann der Stadt. Die anderen Mädchen waren auch hinter ihm her, doch sie hatten, obwohl manche von ihnen sehr schön waren, genau wie Zini keine Chance, ihn zu bekommen. Ogens Vater hatte eine Reihe von Geschäftsfreunden im ganzen Land, und er erwartete, dass Ogen eine der wunderhübschen Töchter dieser bedeutenden Herren zur Frau nahm.
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Die schöne Laylie

Die schöne Laylie

 

I

 

In einem Dorf im Lande Barbon, das den Namen Kellia trug, lebte einst der junge Moris, der gerade zweiundzwanzig Jahre alt war, zusammen mit seiner Mutter Sala. Eines Tages saßen die beiden im Garten ihres kleinen Häuschens, welches Salas Mann, der vor Jahren an einer schlimmen Krankheit gestorben war, in jungen Jahren für seine Familie erbaut hatte. Sie sprachen über das Land und seinen Herrscher.
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Jegors Ende

Jegors Ende

 

I

 

Im kleinen Lande Escosa, nahe dem großen Gebirge im Süden, herrschte einst Regent Jegor. Jegor war ein despotischer Mann, der zu Wutausbrüchen und Gewalt neigte, was sich auch in seiner Politik niederschlug. So gab es in Escosa zu seiner Zeit eine Geheimpolizei, die die Bürger bespitzelte und nicht selten einen von ihnen grundlos einsperrte, folterte oder sogar hinrichtete.
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Der Stammbaum der Fasolos

Der Stammbaum der Fasolos

I

 

Urmo Fasolo war gerade dreißig Jahre alt geworden. Seit seiner Kindheit diente er Fürst Bandas, der einer der neun Fürsten war, die im Land Bargonien herrschten. Schon Urmos Vater hatte dem Fürsten gedient, und Urmos Sohn, falls er denn einmal einen solchen bekäme, würde ebenfalls der Fürstenfamilie dienen müssen, denn die Fasolos hatten viele Tausend Dukaten Schulden beim Fürsten, sodass es wohl Generationen dauerte, bis ihre Schuld abgetragen war.

Eines Tages aber wurde Fürst Bandas sehr krank, und man erfuhr von seinen Ärzten, dass er wohl nur noch wenige Tage zu leben hatte. Da ließ er Urmo zu sich an sein Krankenbett rufen.
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Der eiserne Turm

Der eiserne Turm

I

Pepas war vor kurzer Zeit dreißig Jahre alt geworden. Er lebte zusammen mit seiner Frau Moja, die gerade sein Kind erwartete, in einem kleinen Häuschen, das er sich mit harter Arbeit selber verdient hatte.

An diesem Abend stürmte und regnete es draußen, sodass Pepas früh zu Bett ging, was ihm gemütlicher erschien, als in der Wohnküche zu lesen, wie es Moja tat. Er lag kaum zehn Minuten unter seiner warmen Decke, als er schon einschlief.

Er träumte zu Anfang der Nacht etwas wirr. Später aber erschien ihm in seinem Traum eine schöne Frau mit langen, braunen Haaren, braunen Augen und einem wunderschönen, roten Mund. Sie sagte zu ihm, sie werde ihn jetzt küssen. Er Weiterlesen