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Im Original Marie Kutschmann

Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 7

Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann

Stift und Stadt Quedlinburg

Weit ins graue Altertum hinein verliert sich der Ursprung der Stadt Quedlinburg, denn schon zur Zeit der alten Sachsen stand an der gleichen Stelle ein Dorf, Quitlingen genannt, und die Sachsenherzöge pflegten hier mit Vorliebe des edlen Weidwerks.

Noch bevor Heinrich I., der Finkler, zum deutschen Kaiser gewählt worden war, sah er Quedlinburg als seinen liebsten Aufenthaltsort an, dem er auch als Kaiser Treue bewahrte. Hier soll ihm der Sage nach die Krone überbracht worden sein, als er auf dem Finkenherd mit Vogelfang beschäftigt war.
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Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 6

Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann

Die Daneilshöhle

Es kam einmal, dass der alte steinerne Roland auf dem Markt zu Halberstadt ein Beichtvater wurde, und zwar der Beichtvater eines armen geängstigten Weibes, welches dadurch aus seinem Unglück gerettet wurde.

Die Sache aber verhielt sich so: Nördlich von der Stadt, etwa eine Meile Weges, breitet sich ein dunkler, bewaldeter Höhenzug aus. Von seinem Gipfel grüßen die Türme eines alten Klosters den Wanderer, der aus den Toren tritt und durch die sonnige, lachende Ebene gegen die blauen Berge pilgert, wo bald kühler Buchenschatten den Müden aufnimmt. Gar viel hat der Wald da geschaut in alter, wildbewegter Zeit. Ritter und fromme Mönche, Wegelagerer Weiterlesen

Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 5

Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann

Das Weinfass auf Spiegelsberge

Heinrich Julius von Braunschweig, welcher gegen Ende des 16. Jahrhunderts Bischof von Halberstadt war, residierte mit Vorliebe auf dem reizend an der Bode gelegenen Schloss Groningen.

An einem schönen Sommerabend saß derselbe in Gesellschaft eines anderen Bischofs, der bei ihm zu Gast war, draußen vor seinem Schloss, erfreute sich an den interessanten Schilderungen, die der Fremde von seinen Reisen entwarf, und füllte von Zeit zu Zeit den Pokal seines Gastes mit köstlichem Rheinwein.

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Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 4

Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann

Das Schwert an der Liebfrauenkirche zu Halberstadt

Nahe am Haupteingang zu der Liebfrauenkirche in Halberstadt hängt vom Mauergesims herab an eiserner Kette ein rostiges Schwert. Immer wiegt sich dasselbe hin und her. Kein Kraut, kein Gras wächst darunter, kein Regen oder Tau befeuchtet die Stelle. Von diesem wunderbaren Schwert, das schon Jahrhunderte hindurch dort hängt, berichtet die Sage.

In unmittelbarer Nähe Halberstadts lag eine Burg, die von dem wilden, weit und breit gefürchteten Ritter Hug bewohnt war. Die Gattin des Ritters, eine fromme, stille Frau, war früh gestorben und hatte nur eine Tochter Weiterlesen

Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 3

Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann

Der Teufels- oder Lügenstein auf dem Domplatz zu Halberstadt

Lange noch bevor Buko zur Herrschaft kam, legte Hildegren, der erste Bischof zu Halberstadt, den Grundstein zur Domkirsche auf einer mäßigen Anhöhe, auf welcher ehemals die Heiden ihre Opferaltäre errichtet hatten. Viele geschickte Arbeiter wurden herbeigerufen, und schnell schritt der Bau vorwärts.

Als der Teufel die Grundmauern desselben sah, glaubte er, hier würde ein großes Wirtshaus errichtet, und weil ihn das freute, schleppte er nächtlicherweile große Felsmassen herbei und half heimlich die Mauern weiter bauen. Meister und Gesellen waren ganz verwundert, wie schnell ihre Arbeit vonstattenging. Keiner ahnte den wahren Weiterlesen