Dämonische Reisen in alle Welt – Kapitel IX, Teil 5
Johann Konrad Friederich
Dämonische Reisen in alle Welt
Nach einem französischen Manuskript bearbeitet, 1847.
Kapitel IX, Teil 5
Nun machte einer der Schmuli folgenden Antrag: »Meine hochansehnliche, wohlfürsichtige und tief geehrteste, ehrenwerteste Herren! Es ist Ihnen all bereits bekannt, welches höchst wichtige Projekt, das unserem Staat zur ewigen Gloria, Ruhm und Heil dienen und bringen wird, ich zu Ihrer Kenntnis und Genehmigung zu bringen habe<1 Es handelt sich um nichts weniger, als künftig allen um unseren Staat hochverdienten und preiswürdigen Männern würdige Monumente und Denkmäler zu setzen, da es jetzt so Mode und Brauch geworden ist, dass man fast jedem Pinsel und Gänsekiel ein Monument setzt, um seine Vaterstadt zu ehren. Ein hochweiser Rat ist aber in seiner untrüglichen und unfehlbaren Weisheit noch weiter gegangen und will geruhen, dass mit diesen Monumenten und Denkmälern auch zu gleicher Zeit ein praktischer, solider und brauchbarer Nutzen verbunden sei, nämlich dass diese Denkmäler und Monumente nicht nur als bloße stumme Steine und Erze figurieren, sondern dass sie auch der ganzen ehrsamen Bürgerschaft als ewig Weiterlesen
Dämonische Reisen in alle Welt – Kapitel IX, Teil 4
Johann Konrad Friederich
Dämonische Reisen in alle Welt
Nach einem französischen Manuskript bearbeitet, 1847.
Kapitel IX, Teil 4
Unterdessen waren unsere beiden Kumpane durch eine Menge enge und krumme Straßen endlich vor ein altertümliches, eben nicht sehr ansehnliches, seltsam gebautes Haus gekommen, und der Hinkende sprach:
Kennst du das Haus, das sich die Stadt
zum Kehricht-Loch erkoren hat?
Hier haust ein ausgespienes Allerlei,
Brutalität und große Ignoranz dabei.
»Nun, und was ist denn das für ein Haus?«, fragte Michel seinen Gefährten.
Weiterlesen
Dämonische Reisen in alle Welt – Kapitel IX, Teil 3
Johann Konrad Friederich
Dämonische Reisen in alle Welt
Nach einem französischen Manuskript bearbeitet, 1847.
Kapitel IX, Teil 3
Einige Minuten später ließen sich die infernalischen Reisenden in den Umgebungen von Al-Quitschi-Ouatschi nieder und begaben sich in diese Stadt. Bevor sie jedoch dieselbe betraten, teilte Asmodi seinem Schützling noch einiges über die Regierung, Verwaltung und Verfassung dieses sonderbaren Staates mit.
»Soweit Sonne und Mond die ewig rollende Erde bescheinen«, sprach er, »ist noch nie ein kurioseres Machwerk, dafür bestimmt, Staaten zu regieren, als wie die Konstitution von Al-Quitschi-Ouatschi an das Tageslicht gekommen. Unter jahrelangen Wehen und Bauchgrummeln kam diese tolle Missgeburt eines klassischen Unsinns, dieses Monstrum der Untauglichkeit und Nichtswürdigkeit endlich durch den Kaiserschnitt eines verschmitzten Advokaten, wobei ein Priester Hebammen- und ein weiser Ratsmann Weiterlesen
Dämonische Reisen in alle Welt – Kapitel IX, Teil 2
Johann Konrad Friederich
Dämonische Reisen in alle Welt
Nach einem französischen Manuskript bearbeitet, 1847.
Kapitel IX, Teil 2
Kennst du das Land, wo nur der Geldsack blüht,
Wo man nur für das Feilschen und den Schacher glüht,
Wo Finsternis die Nullgesichter stets umschwebt,
Weil man nur für den Schacher und den Wucher lebt!
»Obwohl Teufel, so will ich mich hiermit doch feierlich verwahrt haben, dass ich mit der Beschreibung der Republik Al-Quitschi-Quatschi irgendeine der noch bestehenden deutschen, Schweizer- oder anderen Republiken gemeint habe. Al-Ouitschi-Quatschi liegt wirklich da, wo ich es bezeichne; indessen sollte es mich dennoch gar nicht wundern, da, wie schon gesagt, man in deinem Vaterland, lieber Weiterlesen
Dämonische Reisen in alle Welt – Kapitel IX, Teil 1
Johann Konrad Friederich
Dämonische Reisen in alle Welt
Nach einem französischen Manuskript bearbeitet, 1847.
Kapitel IX, Teil 1
Michel und Asmodi kannegießern. Die Republik Al-Quitschi-Quatschi. Geheime Beratung auf dem Römer zu Frankfurt am Main, um die Malefikanten Michel und Asmodi auf eine pfiffige Art zu fangen. Reise nach Al-Quitschi-Quatschi. Raritäten und Kuriositäten dort.
Wie immer fand sich Asmodi bei Michels Lever in dessen Hauptquartier ein und leistete ihm zum Frühstück konversierend Gesellschaft.
»Die Sache mit den Auswanderern in Havre ging mir die ganze Nacht im Kopf herum«, sagte Michel.
»Was sieht dich an?«, erwiderte der Teufel.
Neueste Kommentare