Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 04
Unätsi war das schönste Mädchen unter den Wyandot-Indianerinnen. Alle jungen Männer dieses Stammes machten ihr daher auch fleißig den Hof, doch keiner davon konnte sich einer besonderen Begünstigung rühmen. Die heiratslustigen Jünglinge beriefen daher eine heimliche Versammlung ein, um über die Art und Weise zu konferieren, wie Unätsi zu einer bestimmten Erklärung zu zwingen sei. Nach langem Debattieren wurde dann beschlossen: erstens, dass jeder von ihnen seine Bewerbungen einzustellen habe, und zweitens, dass ihr alter Häuptling beredet werden sollte, die schöne Jungfrau zu freien.
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Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 03
Der Wigwam von Schinschibiss stand am Ufer des Eriesees. Es war ein grimmig kalter Winter, doch da sich Schinschibiss vier große Baumstämme herbeigeschleppt hatte, von denen jeder wenigstens einen Monat brannte, so war er immer guten Mutes und unbesorgt und pfiff und sang den ganzen lieben Tag. Wenn er Hunger hatte, hackte er das Eis des Sees auf, tauchte unter und fing sich Fische, so viele er nur brauchte. Ob das Wasser kalt oder warm war, kümmerte ihn wenig.
Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 02
Es ist schon sehr lange her, als am Ufer des Huronsee ein alter, zum Totem der Biber gehöriger Chippewa lebte, der einen einzigen Sohn besaß, dem er den Namen Onawutakuto – d. h. einer, der die Wolken fängt – gegeben hatte. Dieser Knabe war sein einziger Stolz, und er gedachte ihn daher auch zu einem berühmten Medizinmann zu erziehen. Doch als er das bestimmte Alter erreicht hatte, wo er fasten sollte, wollte er sich unter keiner Bedingung dazu bequemen. Die Kohlen, die ihm sein Vater vorlegte, um sein Gesicht damit zu schwärzen, berührte er nicht, und als ihm darauf alle Speise verweigert wurde, suchte er Weiterlesen
Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 01
Vor vielen, vielen Jahren lebte am Michigansee ein wunderschönes Mädchen, das mit einem tapferen, jagdtüchtigen jungen Mann verlobt war. Der Tag ihrer Hochzeit war auch bereits festgesetzt worden. Als aber dieser endlich herankam, starb die hübsche Braut plötzlich. Das raubte denn dem Bräutigam alle Ruhe und alle Lebenslust. Stundenlang saß er unter dem Totengerüst, auf das die alten Frauen ihren Leichnam zur Verwesung hingelegt hatten, und nahm weder Speise noch Trank zu sich. Seine Kameraden kamen häufig zu ihm und sagten, er sollte doch klüger sein und seine Gedanken lieber auf die Jagd oder den Krieg Weiterlesen

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