Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 39
Tauwautschiheskwä
oder die weiße Feder
Ein alter Mann, der seine Hütte tief in der Wildnis des Waldes aufgeschlagen hatte, nahm, um etwas Unterhaltung zu haben, einen kleinen Knaben zu sich, der Tauwautschiheskwä hieß und dessen Eltern und Geschwister von sechs großen Riesen umgebracht worden waren. Sobald dieser richtig laufen konnte, machte er ihm Pfeil und Bogen und schickte ihn auf die Jagd.
Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 38
Drei Kinder, von denen das Älteste kaum Kraft besaß, um einen schwachen Bogen zu spannen, hatte der plötzliche Tod ihrer Eltern zu Waisen gemacht. Der Vater war ein Einsiedler gewesen, der sich schon in seiner Jugend von seinem Stamm getrennt hatte, um ein ruhiges und ungestörtes Leben zu führen.
Es schien ein guter Manitu über diesen Knaben zu wachen. Sie litten nie Not, und der Älteste davon wurde sogar in ganz kurzer Zeit ein tüchtiger und glücklicher Jäger. Er lehrte diese Kunst auch seine beiden Weiterlesen
Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 37
Mitscha-Makwe
oder der Krieg mit dem Riesenbären, der den Wampumgürtel besaß
Hoch oben im Nordwesten lebte ein großer Magier namens Jamo mit seiner Schwester, die außer ihm nie ein anderes menschliches Gesicht gesehen hatte. Jamo führte ein recht bequemes Leben. Auf der Jagd brauchte er sich nicht hungrig und müde zu laufen, denn wenn ihm Fleisch mangelte, so steckte er einfach am Abend einige Pfeile vor seinem Wigwam in den Boden, und am anderen Morgen fand seine Schwester an jedem davon ein fettes Tier stecken.
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Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 36
Auf dem See lag Totenstille. Nicht der leiseste Windhauch spielte zwischen den Blättern der Waldbäume, und weder Vogel noch Tier regte sich. Das Einzige, was man hörte, waren schwere, tiefe Seufzer, die aus einem einsam stehenden Wigwam kamen, wo ein alter Jäger in den letzten Zügen lag. Alle Künste der Medizin waren erschöpft, und Weib und Kinder, die weinend sein kümmerliches Pelzlager umstanden, erwarteten mit jeder Minute die Abfahrt des Geistes und hatten deshalb schon die Tür geöffnet, damit er Weiterlesen
Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 35
Odschig Annang
oder der Sommermacher
Am südlichen Ufer des Oberen Sees lebte ein berühmter Jäger mit Namen Odschig, den alle seine Nachbarn für einen mächtigen Manitu hielten, da ihm nämlich alles gelang, was er unternahm.
Auch sein Sohn schien viel für die Zukunft zu versprechen, denn obgleich er erst dreizehn Jahre alt war, machte er doch schon auf die stärksten Tiere Jagd, und selten flog sein Pfeil am Ziel vorbei. Das Einzige Weiterlesen
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