Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 74
Die ersten Indianer waren die Kojoten (Coyotera). Als einer davon starb, bildeten sich in seinem Kadaver eine Menge kleiner Tiere, die sich allmählich als Bären, Hirsche, Biber usw. entpuppten. Einige davon bekamen sogar Flügel, und zwar so große und starke, dass sie damit bis zum Mond fliegen konnten. Um dies nun zu verhindern, befahlen die Mediziner, jeden toten Menschenkörper in ein Feuer zu werfen, damit sich die daraus entstehenden Vögel die Flügel kurz brennen sollten. Seit jener Zeit sind sämtliche Vögel auf der Erde geblieben.
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Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 73
Es ist schon ziemlich lange her, als die Navajo, die Pueblo und die Coyoteras noch unter einem großen Berg am Rio San Juan wohnten. Da jener Berg weder oben noch unten eine Öffnung besaß, so herrschte die schwärzeste Finsternis darin, und die Menschen hätten sich sicherlich durch das häufige Gegeneinanderrennen mit der Zeit getötet oder wären verhungert, wenn ihnen nicht der Große Geist dann und wann auf einige Stunden einen schwachen Lichtstrahl gesendet hätte, der jeden Verirrten wieder an seinen bestimmten Platz gebracht und die Hungrigen befähigt hätte, sich einige von den fetten Raubvögeln Weiterlesen
Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 72
Sayadio betrauerte seine Schwester, die der Tod in den Tagen ihrer Jugendschönheit dahingerafft hatte. Zuletzt beschloss er ins Land der Seelen zu reisen und sie womöglich wieder zurückzuholen. Sein Weg war mit den merkwürdigsten und gefährlichsten Abenteuern gepflastert, die auf Sayadio so niederschlagend wirkten, dass er im Begriff war, den ganzen Plan aufzugeben und wieder zurückzukehren. Da erschien ihm noch zur rechten Zeit ein alter Medizinmann, der ihm einen mächtigen Zauberspruch, der die Kraft des Geisterbannens besaß, mitteilte. Auch gab er ihm das Gehirn der Jungfrau, das er sorgfältig eingewickelt Weiterlesen
Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 71
Mäswäpigä hatte einst einen merkwürdigen Traum, in dem ihm unzählige Männer mit schneeweißer Haut und runden Hüten erschienen, die mit ausgestreckten Armen und freundlichem Lächeln auf ihn zukamen. Als er diesen Traum seinen Freunden erzählte, teilten diese ihm mit, dass jene blassen Geister im Osten wohnten und dass er hingehen und ihnen einen Besuch abstatten solle.
Mäswäpigä war’s zufrieden und traf die nötigen Vorbereitungen zur Abreise. Seine Frau ging ebenfalls mit. Weiterlesen
Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 70
Ein Anishinabe wurde einst von seinem Neffen, der sich dem Stamm der Fox (Füchse) angeschlossen hatte, gefangen genommen. Um nun diesen die Freundschaft der nahen Verwandtschaft recht fühlen zu lassen, band er ihn neben einen großen Holzstoß und zündete diesen an, um den Onkel, wie er sagte, ein bisschen zu wärmen. Als er ihm so die eine Seite gehörig geröstet hatte, band er ihn wieder los und sagte: »Geh zu deinen Leuten zurück und teile ihnen mit, dass das die Art ist, wie die Fox die Anishinabe behandeln, wenn sie sich erkühnen, gegen sie zu ziehen.«
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