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Im Original C. L. Wucke

Sagen der mittleren Werra 73

Sagen-der-mittleren-Werra

Von dem Reiter ohne Kopf bei Steinbach

Vor Steinbach an der Straße nach Schweina und Liebenstein liegen linker Hand mehrere, nun mit Bäumen besetzte Grasgärten, welche die Siegwiese genannt werden. Eine Strecke weiterhin, ebenfalls jenseits des Wassers, steht ein mächtiger Felsen, der Löngelihtestein (Lindenleitestein), nicht weit von diesem, jenseits der kleinen Mulde, die das Getränk genannt wird. Ungefähr einige hundert Schritte von der erwähnten Straße erhebt sich im Feld ein isolierter nackter Hügel, der Haderkopf, und nordwestlich von diesem, rechts von der Straße am Fuß des Kirchbergs heißt eine Stelle die Röth. Von diesen Orten geht folgende Sage:
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Sagen der mittleren Werra 72

Sagen-der-mittleren-Werra

Venediger bestrafen Neckerei

Die Venediger krochen auch einmal wieder in unseren Bergen herum. Da wurden sie von etlichen neckischen Burschen aus Steinbach in einer Höhle bemerkt, von der vorher und nachher niemals etwas gesehen worden war. Wahrscheinlich suchten die Welschen wieder einmal Goldsand, denn ihre Reisesäcke und allerlei Werkzeug lag noch vor dem Loch.
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Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg 32

Kohlhasenbrück

In der Nähe von Potsdam, an der Eisenbahn nach Berlin, liegt Kohlhasenbrück, welches von Hans Kohlhase, einem Berliner Rosskamm, der zur Zeit Kurfürst Joachim I. und II. einst viel von sich reden gemacht, den Namen bekommen hat. Die Sache ist recht charakteristisch für jene Zeiten und war Folgende:

Hans Kohlhase war ein angesehener Bürger zu Cölln an der Spree, der einen nicht unbedeutenden Pferdehandel betrieb. Was seine Bildung anbetrifft, ist bezeichnend, dass er sogar Lateinisch verstand. Einmal kam er nun mit einigen Pferden von Leipzig zurück, da wurde er in der Nähe von Düben durch die Weiterlesen

Sagen der mittleren Werra 71

Sagen-der-mittleren-Werra

Vom Freiersmännchen in Steinbach

InSteinbach erzählen sie von einem kleinen, grauen Männchen mit einem mächtigen Schlapphut, welches den Steinbacher Burschen, wenn sie auswärts auf die Freit gehen, sehr gefährlich werden kann. Es begleitet sie das erste Mal, wenn sie nachts auf dem Heimweg sind, zur Warnung, ohne ihnen ein Leid zu tun. Das zweite Mal fliegen schon Steine und Knittel nach dem Freier. Das dritte Mal gibt es Ohr-feigen, und hilft das nicht, so bricht ihm das Weiterlesen

Sagen der mittleren Werra 70

Sagen-der-mittleren-Werra

Der Schuss nach dem Teufel

Zu Steinbach lebte vor Jahren ein Wilddieb, Schmieds Simon genannt, der durch seine sichere Kugel ebenso bekannt wie gefürchtet war. Dieser stand eines Abends auf dem Anstand im Atterode. Da hörte er, als eben der Hirt in Steinbach die elfte Stunde blies, ein seltsames Rauschen in der Luft, das näher und näher zu kommen schien. Als er deshalb den scharfen Blick zum sternenhellen Himmel richtete, da gewahrte er den Leibhaftigen gerade über sich, auf einem mächtigen Branntweinfass reitend. Dem Wilderer zuckte es durch alle Glieder; aber im Nu lag auch das Feuerrohr an dem Backen, die Weiterlesen