Der Marone – Der arme Mensch
Thomas Mayne Reid
Der Marone – Erstes Buch
Kapitel 5
Der arme Mensch
Welchen Eindruck das Lesen des Briefes auch auf Käthchen Vaughan hervorgebracht haben mochte, sicherlich war es nicht Unwillen. Im Gegenteil, ein Ausdruck des Mitgefühls schlich über ihr Gesicht, als sie den Inhalt des Briefes musterte. Als sie ihn beendet, kam über ihren Lippen gleichsam unwillkürlich und gerade noch hörbar der Ausruf: »Der arme Mensch!«
Sie wusste in der Tat von Herbert Vaughan kaum etwas als den Namen, und dass er ihr Vetter sei. Aber das Wort Vetter besaß besonders in dem Ohr junger Leute einen anziehenden Ton, der an Interesse dem einer Schwester oder eines Weiterlesen
Der Marone – Ein Frühstück auf Jamaica
Thomas Mayne Reid
Der Marone – Erstes Buch
Kapitel 4
Ein Frühstück auf Jamaica
An einem stillen Morgen im schönen Monat Mai, in Jamaica schöner als sonst wo auf der Erde, kündigte die große Glocke in der großen Halle von Willkommenberg die Frühstückszeit an.
Bis zu diesem waren noch keine Gäste weder um die Tafel noch in der Halle versammelt, ausgenommen die farbigen Hausdiener, die, ein halbes Dutzend stark, aus der Küche mit Tabletts und Schüsseln kamen.
Mit einer Ausnahme hatten die Diener, alles Knaben und junge Männer, sehr wenig Kleider an. Schlechte Beinkleider von Osnabrücker Leinen und gestreifte Baumwollenhemden waren ihre ganze Bekleidung. Eine Ausnahme hiervon Weiterlesen
Der Marone – Loftus Vaughan, Gutsbesitzer
Thomas Mayne Reid
Der Marone – Erstes Buch
Kapitel 3
Loftus Vaughan, Gutsbesitzer
Loftus Vaughan war Witwer und hatte, wie man allgemein annahm, nur ein Kind, eine Tochter. Käthchen war der Name dieses jungen Mädchens, wenigstens war es der, den sie unter ihren Freunden und Bekannten führte. Ein anderer wurde allerdings gelegentlich gehört – Kleine Quasheba. Dieser Name kam allerdings nur über die Lippen einiger älterer Gutsarbeiter und niemals, wenn der Herr Vaughan anwesend war, da dieser es streng verboten hatte, ihn auszusprechen. Man bezweifelte sehr, ob das junge Mädchen nur je einen von diesen Namen bei der Taufe empfangen hätte. Das rührte teilweise von dem Umstand her, dass einer von Vaughans Freunden der Feier beigewohnt hatte, und teilweise auch davon, dass man allgemein wusste, die Mutter von Vaughans Tochter eine Sklavin Weiterlesen
Der Marone – Der Myal-Mann
Thomas Mayne Reid
Der Marone – Erstes Buch
Kapitel 2
Der Myal-Mann
Auf Jamaika herrschte, wenige Jahre vor der Zeit, in welcher diese Erzählung beginnt, große Aufregung in Bezug auf den Obiahismus.
Die Ausübung dieser fürchterlichen Kunst war erschreckend gewöhnlich geworden, so gewöhnlich, dass auf jedem größeren Gut der Insel ein »Professor« war oder ein Obiahmann. Diese geheimnisvollen Doktoren waren stets Männer, sehr selten Frauen, und gewöhnlich Eingeborene Afrikas in vorgerücktem Alter und hässlichem Aussehen. Je hässlicher, desto erfolgreicher in der Ausübung ihres verbrecherischen Tuns. Eine bestimmte Klasse von ihnen Weiterlesen
Der Marone – Eine Zucker-Plantage auf Jamaika
Thomas Mayne Reid
Der Marone – Erstes Buch
Kapitel 1
Eine Zucker-Plantage auf Jamaika
Eine Zuckerplantage, und zwar eine der schönsten im Land der Quellen, ist das Gut Willkommenberg. Es liegt etwas weiter als anderthalb Meilen von der Montego Bay entfernt in einem breiten Tal zwischen zwei Bergrücken. Diese ziehen sich länger als eine Viertelmeile parallel nebeneinander hin, wachsen allmählich in die Höhe und laufen zuletzt zu einer Krümmung zusammen. An diesem Punkt erhebt sich plötzlich ein wirklicher Hügel, der ganz wohl den Namen verdient, wie er auf dem Gut genannt wird – Der Berg.
Beide Höhenzüge sind fast bis zum Fuß des Tales bewaldet, und die Wälder, die größtenteils aus glänzenden Pimentbäumen Weiterlesen
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