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Im Original Gabriel Ferry

Farmer und Goldsucher – Kapitel 7

Farmer und Goldsucher
Abenteuer und Erlebnisse eines jungen Auswanderers in Virginia und Kalifornien

Kapitel 7

Ein Monat war seit unserer Ankunft in Kalifornien verflossen. Die unversöhnlichsten Leidenschaften waren unter dieser, an einem Ort und zu einem Zweck vereinigten Menge ausgebrochen: Habsucht, Gier, Mutlosigkeit und Furcht übten ihre verderblichen Folgen aus. Der Charakter des Amerikaners hatte sich sozusagen total gewandelt. Ein vermischtes Geschlecht schien unter meinen Augen entstanden zu sein. Die Geradheit und der männliche Ernst der angelsächsischen Rasse waren einer vollständigen Ruchlosigkeit und Sittenverderbnis gewichen. Man fand hier nun alle Laster der ihrer angeborenen Gutmütigkeit beraubten Mexikaner. Unter dem Himmel Kaliforniens, rings umgeben von Felsen mit strotzenden Goldadern, befreiten sich die von den Ufern des Ohio und Hudson hierher Weiterlesen

Farmer und Goldsucher – Kapitel 6

Farmer und Goldsucher
Abenteuer und Erlebnisse eines jungen Auswanderers in Virginia und Kalifornien

Kapitel 6

Bei meiner Rückkehr in unser Hauptlager fand ich weder den Schriftsteller noch Furchtlos vor, der sich jedenfalls noch mit Townships Aufsuchung beschäftigte. Unser für die Reise gemieteter Diener hatte sich, während wir alle unterwegs waren, aus dem Staub gemacht, ohne sich weiter um unser Zelt zu kümmern. Glücklicherweise hatte noch niemand aus unserer Abwesenheit Nutzen gezogen, denn unsere Habseligkeiten standen noch unberührt da, ja selbst unser Diener hatte außer seinem bescheidenen Gepäck nur das Pferd mitgenommen, das wir für ihn angeschafft hatten.

Es war nur zu wahrscheinlich, dass dieser verschlagene Mensch, nachdem er die Reise auf unsere Kosten mitgemacht hatte, es Weiterlesen

Farmer und Goldsucher – Kapitel 5

Farmer und Goldsucher
Abenteuer und Erlebnisse eines jungen Auswanderers in Virginia und Kalifornien

Kapitel 5

Wenn man Santa Fe, die Hauptstadt von New- Mexico, im Rücken hat, so muss man, um Kalifornien zu erreichen, noch ungefähr dreißig Meilen gegen Westen zurücklegen und die Sierra Madre überwinden. Eine ungeheure Ebene, welche der rote Fluss von einem Ende zum anderen durchströmt, breitet sich am Fuß der Sierra Madre aus. Sie trennt den östlichen Teil Kaliforniens von den goldhaltigen Gebieten, den Dorados oder den Golddistrikten. Diese Ebene erhebt sich unmerklich in nordwestlicher Richtung und läuft in eine viereckige Hochfläche aus, welche das große Becken genannt wird, etwa fünfhundert Meilen im Durchmesser hat und fünftausend Fuß über der Meeresfläche liegt. Ein unebener Boden, hier mit Hügeln bedeckt, dort mit Gräben durchzogen, dürre Sandstrecken, von Weiterlesen

Farmer und Goldsucher – Kapitel 4

Farmer und Goldsucher
Abenteuer und Erlebnisse eines jungen Auswanderers in Virginia und Kalifornien

Kapitel 4

Als ich mich zur Farm von Townships Freunden aufmachte, fühlte ich die tiefe Trauer, die mich seit einigen Tagen gefesselt hielt, nach und nach verschwinden. Ich begann das Los jener auswandernden Familien zu beneiden, welche so mutig unter der Führung ihres Familienoberhauptes die Unannehmlichkeiten und Gefahren einer so großen Reise auf sich nahmen. Warum, sagte ich zu mir, warum sollte ich in dieser Einöde für immer bleiben? Warum sollte ich nicht auch die Freuden eines Wanderlebens genießen? Kaum angekommen in einer Welt, welche der menschlichen Tätigkeit so verschiedene Möglichkeiten bot, sollte ich meine Kräfte an die Urbarmachung einiger unkultivierter Äcker verschwenden? War denn der Augenblick schon da, meine Hoffnungen aufzugeben und meine Aussichten zu Weiterlesen

Farmer und Goldsucher – Kapitel 3

Farmer und Goldsucher
Abenteuer und Erlebnisse eines jungen Auswanderers in Virginia und Kalifornien

Kapitel 3

Als ich allein war, überdachte ich reiflich meine ganze Lage und kam zu dem unwandelbaren Entschluss, entweder zu siegen oder zu sterben. Bevor ich aber der Gefahr die Stirn bot, hielt ich es für angebracht, das Terrain erst ein wenig zu sondieren. Verborgen hinter einer Eiche, deren dichte Zweige mich vor der Sonne schützten, zog ich mein Fernrohr hervor und richtete es auf die Ebene, die zu meinen Füßen lag.

Die Reihen der Ahornbäume, von den Strahlen der sinkenden Sonne beleuchtet, gewährten einen herrlichen Anblick. Sie glichen einem grünen See, auf welchem der Abendnebel in feurigen Streifen magische Bilder hervorzauberte. Ein scharfer Luftzug durchfuhr die Wipfel der Tulpenbäume und Catalpa bis herab zu den Kräutern der Wiesen. Weiterlesen