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Paraforce Band 9

10. Kapitel

Auf dem Weg

Der Flug nach Düsseldorf verlief ohne Zwischenfälle. Während ein langweiliger Film gezeigt wurde, befasste Ali sich mit dem Handbuch für seine neue Ausrüstung. Leise aufstöhnend legte er das Buch auf den freien Platz neben ihm. Dieser ganze moderne Kram hatte ihn noch nie interessiert. Allerdings sah er ein, dass die Technik im Einsatz notwendig war. Privat allerdings hielt er sich davon so fern wie möglich. Einzig sein Laptop entsprach dem modernsten Standard. Hörte er allerdings zum Beispiel Musik, so legte er lieber eine Schallplatte auf. Der Klang war zwar nicht so geschliffen scharf, aber er hatte immer das Gefühl, dass er wärmer und freundlicher war als auf allen anderen Wiedergabemedien. Als er in Deutschland landete, war er immerhin mit den Grundzügen des PDAs vertraut. Den Rest würde er sich lieber von Rick erklären lassen. Das war mit Sicherheit einfacher, als sich durch das Fachchinesisch der Entwickler zu ackern.

Das Wetter in Ricks alter Heimat war diesig. Die Wolken hingen tief und feiner Sprühregen traf ihn ins Gesicht, als er das Flugzeug verließ und zum Bus hinüber ging, der ihn zur Ankunftshalle brachte. Zum Glück war der Aufenthalt nur kurz. Während des Fluges hatte er den PDA abgeschaltet. Nun aktivierte er ihn wieder. Sofort meldete sich Rick, als hätte er nur darauf gewartet.

»Na, wie gefällt dir Deutschland?«

»Außer dem Flughafen bei Regen habe ich noch nichts davon gesehen. Und viel mehr wird es wohl auch nicht werden.«

Rick lachte auf. Seine Stimme klang so deutlich, als würde er direkt neben ihm stehen.

»Das ist wohl wahr. Immerhin geht es schon in gut achtzig Minuten weiter in Richtung Brünn für dich. Oder Brno, wie es in der Landessprache heißt.«

»Ich bin froh, dass der Aufenthalt nicht so lange ist.«

»Gönn dir was zu essen.«

»Kannst du etwas empfehlen?«

»Am Flughafen? Nicht direkt. Typisch deutsch wäre vielleicht eine Brezel. Wenn auch mehr bayrisch und das ist für viele meiner Landsleute schon nicht mehr Deutschland.«

Sie verabschiedeten sich und Ali versprach, sich nach der Landung in Brünn wieder zu melden. Es ging langsam auf fünf Uhr morgens zu und die meisten Restaurants am Flughafen hatten noch geschlossen. Einzig das Marché war geöffnet, doch mehr als einen Tee und etwas Backwaren vom Vortag bekam er auch hier noch nicht. Nach der kleinen Stärkung machte er sich auf den Weg zum Check-Inn. Der Flieger hob pünktlich ab. Es waren kaum Passagiere an Bord. Der Flughafen in Brünn war bedeutend kleiner als der in Düsseldorf oder gar in New York. Die Flugzeit lag knapp unter zwei Stunden. Kurz vor sieben Uhr Ortszeit setzte das Flugzeug sicher auf tschechischem Boden auf. War der Düsseldorfer Flughafen schon fast ausgestorben gewesen, so war hier außer dem Reinigungspersonal kaum jemand anzutreffen. Einzig seine Mitreisenden und einige wenige Abholer waren zu sehen. Er steuerte den Schalter an, an dem er die Fahrzeugschlüssel entgegennehmen konnte. Es war ein Opel Astra, der für ihn bereitstand. Kein Auto für jemanden, der großen Luxus erwartete, aber genau richtig, um sich unauffällig bewegen zu können. Der müde dreinblickende Angestellte übergab ihm die Schlüssel und hielt ihm einen Vertrag hin, den er wortlos unterschrieb.

Das Auto fand er auf einem Parkplatz. Er legte sein Gepäck in den Kofferraum und setzte sich dann hinter das Steuer. Er schaltete den PDA ein und meldete sich kurz in New York. Dort war es gerade ein Uhr nachts durch und dementsprechend müde klang Rick auch. Herzhaft gähnte dieser auf.

»Sicher gelandet?«

»Ja. Den Wagen habe ich auch schon.«

»Sehr gut. Du kannst deinen PDA also Navi nutzen. Die Adresse hast du?«

Sicherheitshalber gab Rick sie ihm noch einmal durch.

»Wenn etwas sein sollte, melde ich mich. Keine Sorge, ich lasse mir Zeit. Du kannst dich wieder schlafen legen.«

»So bequem ist der Schreibtischstuhl auch wieder nicht.«

»Du bist im Büro?«

»Klar. Bist du im Einsatz, bin ich es auch.«

»Trotzdem, gönn dir etwas Schlaf«, sagte Ali zum Abschied.

Danach programmierte er das Navi. Eine knappe Stunde Fahrt wurde ihm prophezeit. Er schaltete das Radio ein und fuhr zu den Klängen klassischer Musik, die er auf einem lokalen Sender fand, los.


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