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Aus dem Reiche der Phantasie – Heft 1 – Der letzte Höhlenmensch – 4. Kapitel

Robert Kraft
Aus dem Reiche der Phantasie
Heft 1
Der letzte Höhlenmensch
Verlag H. G. Münchmeyer, Dresden, 1901

Über der Erde

Nach einer anstrengenden Ruderfahrt lenkte Karak am Nachmittag das Boot unter die überhängenden Zweige eines Busches am Ufer.

»Hier wollen wir aus dem Boot steigen«, sagte er, »denn die Farken legen, weil sie Überschwemmungen fürchten, ihre Dörfer nur abseits der Flüsse auf hochgelegenen Waldblößen an, und außerdem dürfen wir der Hunde wegen nicht die geringste Spur zurücklassen und müssen uns deshalb einen Weg über die Baumäste suchen.«

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Adventskalender 2024 – 3. Türchen

Bruder Stiefelschmer

Ein Metzgergeselle, der sich tief im Wald verirrt hatte, traf dort einen Jäger, der auf einem Baumstamm ruhte und sehr prächtig gekleidet war und auch glänzende Lederstiefel trug. Er grüßte ihn freundlich, und weil er auch müde war, setzte er sich zu ihm und fragte: »Wohin, wohin, Bruder Stiefelschmer?«

Der Jäger lachte über den Gruß und sprach: »Ich weiß selbst nicht, woher und wohin. Ich habe mich im Wald verirrt und hatte gehofft, dass Ihr den Weg wisst. Hier im Wald soll es nicht richtig sein.«

»Bah!«, rief der Metzger, »fürchtet Euch nicht. Seht Ihr hier meinen Stab? Solange ich ihn bei mir habe, fürchte ich tausend Teufel nicht.«

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Das Geisterschiff – Kapitel 18

John C. Hutcheson
Das Geisterschiff
Kapitel 18

Eine schwarze Angelegenheit

»Seien Sie wachsam, Sir!«, rief der Ire in seinem breitesten Dialekt und mit einem komischen Grinsen, das das des Professors seiner Hochschule übertraf, der ihn und seine Kommilitonen beim unerlaubten Betreten seiner medizinischen Domäne ertappt hatte. »Um ganz ehrlich zu sein und den Teufel zu beschämen, Colonel, das arme alte Wesen, dessen Beschwerden wir nicht einmal ansatzweise verstanden haben, litt wohl an einem Schlaganfall – etwas, das ein erfahrener Arzt sofort erkennen würde, obwohl es für uns wie Griechisch war!«

Wir amüsierten uns prächtig und lachten herzlich über dieses naive Geständnis. Sogar Colonel Vereker konnte sich, trotz seiner tiefen Melancholie und seines schmerzenden, verwundeten Beins, der allgemeinen Fröhlichkeit nicht entziehen. Dies bemerkte ich Weiterlesen

Varney, der Vampir – Kapitel 40

Thomas Preskett Prest
Varney, der Vampir
oder: Das Blutfest

Ursprünglich als penny dreadful von 1845 bis 1847 veröffentlicht, als es zum ersten Mal in Buchform erschien, ist Varney, der Vampir ein Vorläufer von Vampirgeschichten wie Dracula, die es stark beeinflusst hat.

Kapitel 40

Der Volksaufstand – Sir Francis Varneys Gefahr – Der Vorschlag und seine Folgen

Unter diesen Umständen änderte sich das gesamte Bild der Angelegenheit schlagartig, und aus privaten und häuslichen Gründen tiefer Verärgerung ergaben sich öffentliche Konsequenzen, die drohten, die gesamte Umgebung in größtmögliche Verwirrung zu stürzen.

Obwohl wir Mr. Chillingworth tadeln müssen, dass er so unbedacht war, das Geheimnis eines Menschen wie Varney, dem Vampir, seiner Weiterlesen

Adventskalender 2024 – 2. Türchen

Kleiner Kerl

Es war einmal ein kleines Kerlchen, das wurde von Tag zu Tag älter.

Wenn es aber ins Wirtshaus kam, um ein Glas Bier oder Wein zu trinken, sagte der Wirt zu ihm: »Guten Tag, kleines Kerlchen«.

Das ärgerte ihn sehr. Schließlich ging er zum Schuster, um sich ein Paar Absätze unter die Stiefel machen zu lassen.

Als er in die Werkstatt kam, sagte der Schuster: »Guten Tag, kleines Kerlchen. Womit kann ich dir dienen?«

Da antwortete das kleine Kerlchen: »Ihr sollt mir ein Paar Absätze unter die Stiefel machen, damit mich die Leute Weiterlesen