Kommissar Rosic – Band 1.05
Rodolphe Bringer
Kommissar Rosic
Band 1
Der Dolch aus Kristall
Kapitel 5: Crystal-Dagger
Als der Zug Nummer 62 in den Bahnhof einfuhr, erblickte Guillenot, wie der Streckenwärter von Pierrelatte ausstieg. Bevor er in Valence stellvertretender Bahnhofsvorsteher wurde, hatte er als leitender Arbeiter in Pierrelatte gedient und stand in engem Kontakt mit Monsieur Lahuche; er ging also zielstrebig auf ihn zu, die Hand bereits ausgestreckt.
»Welch guter Wind weht Sie hierher?«, fragte er.
»Mein Lieber«, antwortete Lahuche, »ich glaube, mein Streckenwärter Frégière hat den Mörder aus dem B-14 entdeckt.«
»Ach was!«, rief Guillenot aus. »Das ist eine lange Geschichte. Ich habe den ersten Zug genommen und Frégière mitgebracht.«
Einbrecher aus Leidenschaft – Ein Gaunerstück – Teil 1
E.W. Hornung
Einbrecher aus Leidenschaft
Ein Gaunerstück
Teil 1
Ganz London sprach damals von einem Mann, dessen Name heute nur noch ein Name ist und nichts weiter. Reuben Rosenthall hatte seine Millionen auf den Diamantenfeldern Südafrikas gemacht und war in die Heimat zurückgekehrt, um sie nach seiner Fasson zu genießen. Wie er dabei zu Werke ging, dürfte kaum einem Leser jener billigen Abendblätter entgangen sein, die sich in endlosen Anekdoten über seine einstige Mittellosigkeit und seine gegenwärtige Verschwendungssucht ergingen, abgewechselt mit pikanten Einzelheiten über das außergewöhnliche Anwesen, das sich der Millionär in St. John’s Wood eingerichtet hatte. Hier hielt er sich ein Gefolge von Kaffern, die buchstäblich seine Sklaven waren; und von hier aus pflegte er auszuziehen, kolossale Diamanten auf dem Hemde und am Finger, im Geleit eines Preisboxers von denkbar schlechtestem Ruf, welcher jedoch keineswegs das fragwürdigste Element in Rosenthalls Entourage darstellte. So jedenfalls raunte es der Klatsch; die Wahrheit dieser Gerüchte wurde jedoch durch das Einschreiten der Polizei bei mindestens einer Gelegenheit hinreichend untermauert, Weiterlesen
Kommissar Rosic – Band 1.04
Rodolphe Bringer
Kommissar Rosic
Band 1
Der Dolch aus Kristall
Kapitel 4: Monsieur Rosic
Es war vier Uhr morgens, als Rosic in den Schnellzug sprang, der ihn eine Stunde später am Bahnhof von Valence absetzte. Er hatte genug Zeit gehabt, über diesen Fall nachzudenken, der ihm alles in allem klarer erschien als Quellwasser. Sicherlich würde er seine glänzenden Fähigkeiten als Polizist nicht gerade an dem Verbrechen im B-14 unter Beweis stellen können. Der Mörder war ein Engländer, der wie sein Opfer aus Indien kam. Er hatte seine Tat lange im Voraus geplant und ruhig ausgeführt, sobald der B-14 in Fahrt gekommen war. In Avignon war er verschwunden und hatte nun einen Vorsprung. Man würde ihn niemals wiederfinden. Was diese Geschichte mit dem verschwundenen Kopf anging, von der der arme Monsieur Boulard so viel Aufhebens machte, so war das eine Räuberpistole, die er schnell aufklären würde.
Aus den Geheimakten des Welt-Detektivs – Band 13 – 2. Kapitel
Aus den Geheimakten des Weltdetektivs
Band 13
Das Spitzenkleid der Königin
2. Kapitel
Ein Ruf aus dem Jenseits
Es war ein hoher, stattlicher Mann, kraftvoll gebaut, mit einem schönen, kräftigen Schnurrbart, dunklem, etwas lichten Haar und offenen und ehrlichen Zügen, die in diesem Moment nur durch eine tiefe seelische Erregung ein wenig entstellt zu sein schienen.
Von einer tiefen Bewegung fortgerissen, eilte er auf Lord Warwick zu, streckte ihm wie flehend beide Hände entgegen und sagte: »Mein Oheim, mein teuerster Freund – vergib mir!«
»Was hätte ich dir zu vergeben, Harald?«, fragte Lord Warwick mit milder Stimme.
»Dass ich gegen deinen Willen gehandelt habe.«
Secret Service Band 4 – Kapitel 3
Francis Worcester Doughty
Secret Service No. 4
Old and Young King Brady Detectives
Der geniale Bluff der Bradys
Oder: Ihre Verfolgungsjagd zur Rettung einer Erbin
Eine interessante Detektivgeschichte aus dem Jahr 1899, niedergeschrieben von einem New Yorker Detective
Kapitel 3
Im Haus in der 44th Street
Die Vorsichtsmaßnahmen bestanden schlichtweg in einer Änderung des persönlichen Erscheinungsbildes. Dies geschah auf höchst geschickte Weise. Die beiden Bradys waren Meister in der Kunst der Verkleidung.
Old King Brady holte eine weiche Wollmütze hervor, die seinen breitkrempigen Hut ersetzte. Eine Perücke, ein Schnurrbart und eine Weiterlesen
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