Deutsche Märchen und Sagen 98
Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
122. Spukender Mönch
In einem fürstlichen Schloss in Deutschland trug sich Folgendes zu.
Einer von den Edelknaben wollte an einem schönen Sommertag zu den Gemächern des obersten Stockes gehen, sah im Hinaufsteigen, wie aus dem Ofen eines der Zimmer eine Helle drang, wie von vielen Lichtchen oder großem Feuer. Verwundert ging er hinein, doch da trat ein großer Mann in einer Mönchs kutte auf ihn zu. Die Augen lagen glühend tief in seinem Kopf. Auf einer Seite hatte er ein Schlüsselbund hängen. Erschrocken wollte der Edelknabe Weiterlesen
Eine Räuberfamilie – Zwanzigtes Kapitel
Emilie Heinrichs
Eine Räuberfamilie
Erzählung der Neuzeit nach wahren Tatsachen
Verlag von A. Sacco Nachfolger, Berlin, 1867
Zwanzigstes Kapitel
Am Sterbebett
Wir verlassen nun das Städtchen Bisaccia, um es nicht wieder zu betreten, und kehren an den Golf von Neapel zurück.
Arabella della Cantonelli lag krank in ihrem Zimmer. Die furchtbaren Ereignisse hatten sie zu stark angegriffen.
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Deutsche Märchen und Sagen 97
Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
120. Der umwandelnde Priester in St. Bavo zu Gent
Eine Frau aus Gent war nach St. Bavos Kirche gegangen, um dort zu beichten. Da es schon spät war, blieb sie die Letzte in der Reihe der Beichtenden. Eben wollte sie in den Beichtstuhl treten, als der Priester gerufen wurde, einem Kranken die heilige Wegzehrung zu bringen. Da blieb sie knien, um zu warten, bis der Geistliche wieder zurückgekommen sein würde. Es wurde immer später und später, und als die Frau endlich umschaute, um zu sehen, ob der Geistliche noch nicht käme, da sah sie, dass die Kirche ganz dunkel war und nur noch das Weiterlesen
Eine Räuberfamilie – Neunzehntes Kapitel
Emilie Heinrichs
Eine Räuberfamilie
Erzählung der Neuzeit nach wahren Tatsachen
Verlag von A. Sacco Nachfolger, Berlin, 1867
Neunzehntes Kapitel
Es schlägt ein
Der Kutscher des Marchese Cantonelli verstand zu fahren. Als der Kammerdiener ihm den Wink gegeben hatte, so rasch wie möglich das Weite zu suchen, ließ er die beiden mutigen Hengste ausgreifen, dass das Straßenpflaster von Bisaccia Funken sprühte und die Menschen erschreckt auf Weiterlesen
Deutsche Märchen und Sagen 96
Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
118. Des toten Wucherers Speise
Ein Ritter starb und setzte seinen Sohn zum Erben all seiner durch Wucher und Betrug gewonnenen Güter ein. In einer Nacht hörte ein Diener des Hauses plötzlich stark an das Tor klopfen. Er lief schnell hinzu und fragte: »Wer klopft da?«
Darauf antwortete ihm eine Stimme: »Lass mich herein, denn ich bin der Hausherr.«
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