Curumilla – Erstes Buch, Kapitel 3
Gustave Aimard
Curumilla
Eine Abenteuergeschichte aus dem Jahr 1861
Kapitel 3 – Der Spion
Es mochte ungefähr acht Uhr frühmorgens gewesen sein, als Valentin und Curumilla sich von Louis verabschiedeten.
Der Jäger hatte die ganze Nacht schlaflos zugebracht. Er fühlte sich erschöpft und seine müden Augenlider schlossen sich wider Willen. Trotzdem schickte er sich an, den Auftrag, welchen ihm sein Bruder gegeben hatte, zu erfüllen. Curumilla aber, der seine Erschöpfung bemerkte, forderte ihn auf, einige Stunden auszuruhen. Er machte ihm klar, dass er für den Augenblick ihn nicht benötigte, um die Spuren zu verfolgen, die er am Morgen entdeckt hatte, Weiterlesen
Robert der Teufel – Kapitel 2
Robert begann die Erzählung seines Abenteuers.
»Ich habe heute den ganzen Morgen hindurch im Wald mit vier Dienern gejagt, welche gegen Abend, als es zu dunklen anfing, das erlegte Wild auf einen Wagen luden und mit diesem in die Residenz zurückfuhren. Um nicht zu spät zu euch zu kommen, ließ ich meinen Renner weit ausgreifen und mochte etwa nun noch eine Stunde von meinem Jagdschloss entfernt gewesen sein, als auf einem freien Platz im Wald ein junger und hübscher, zierlich gekleideter Mann, den Anschein nach ein Ritter in Jagdkleidung, hinter mir heransprengte. Ich wendete mein Pferd und zog das Schwert, um für den Fall eines feindlichen Angriffes gefasst zu sein.
Der Fremde zog die Zügel an und hielt vor mir eine halbe Pferdlänge, nahm sein Barett mit den wallenden Federn ab, verbeugte sich voller Anstand und sprach mich an.«
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Curumilla – Erstes Buch, Kapitel 2
Gustave Aimard
Curumilla
Eine Abenteuergeschichte aus dem Jahr 1861
Kapitel 2 – Die Botschaft
Nachdem Valentin den General so plötzlich verlassen hatte, wie es zu Ende des vorhergehenden Kapitels beschrieben wurde, schien er keineswegs zu befürchten, dass man ihm nachstellen werde, denn er mäßigte kurze Zeit später seinen raschen Gang.
Als er ungefähr einige Hundert Schritte von der Stelle entfernt war, an welcher seine Unterhaltung mit Don Sebastian stattgefunden hatte, blieb er stehen, schien sich zu orientieren, blickte gen Himmel und ging dann weiter. Anstatt aber seinen Weg in Richtung des Missionsdorfes einzuschlagen, wandte er vielmehr diesem den Rücken, schwenkte um und näherte sich dem Flussufer, das er vor Kurzem erst verlassen hatte. Von Zeit zu Zeit hielt er inne, nicht um auf irgendein Weiterlesen
Curumilla – Erstes Buch, Kapitel 1
Gustave Aimard
Curumilla
Eine Abenteuergeschichte aus dem Jahr 1861
Kapitel 1 – Die Zusammenkunft
Die Jesuiten hatten in Mexiko Missionsdörfer gegründet, um welche es ihnen, mit jener Barmherzigkeit und Standhaftigkeit, welche sie bisher stets ausgezeichnet hat, gelungen war, eine große Anzahl Indianer zu versammeln, denen sie die hauptsächlichsten und edelsten Lehren unserer Religion beibrachten, die sie tauften, unterrichteten und sie anleiteten, den Boden zu bebauen.
Jene Missionsdörfer, die anfangs unbedeutend waren und in weiten Entfernungen voneinander lagen, hatten sich allmählich ausgebreitet. Die Indianer fühlten sich durch die Sanftmut und Leutseligkeit der guten Väter angezogen und scharrten sich unter ihren Schutz. Ohne Zweifel hätten es die Weiterlesen
Robert der Teufel – Kapitel 1
Robert der Teufel und die höllischen Fanghunde
Eine schauderhafte Teufels-, Hexen-, Räuber- und Mördergeschichte um 1860
Kapitel 1 – Galgenvögel
Im großen Speisesaal eines prächtigen Jagdschlosses, das mitten in einem ungeheuren Wald stand, ergötzte sich mit allerlei sündhaften Gesprächen ein niederträchtiges Lumpengesindel, Mörder, Räuber, Falschmünzer, Brandstifter, Diebe, entsprungene Galeerensträflinge, schamlose Dirnen, lauter solche Leute, von denen man glauben konnte, dass man sie von allen Galgen des Königreiches Burgund zusammengetrommelt habe, in welchem damals der edle König Boso, der Vielgeliebte, mit seiner tugendhaften und gottesfürchtigen Gemahlin Blandine regierte und in der Residenzstadt Arles Hof hielt.
Sie hatten einen einzigen Sohn, namens Robert, der aber nicht die Freude, sondern die Qual ihres Lebens war. Ungeachtet der sorgfältigen Erziehung durch die vorzüglichsten geistlichen und weltlichen Hofmeister blieb er Weiterlesen
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