Archiv

Vergessene Werke

Deutsche Märchen und Sagen 20

Johann Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

20. Ohneseele

Es war einmal ein junger Bursche, der hieß Körper-ohne-Seele oder auch schlechtweg Ohneseele. Das war ein Menschenfresser, und er mochte anders nichts als junge Mädchen. Es war aber Brauch im Land, dass alle Mädchen ums Los zogen. Welche es traf, die musste ihm übergeben werden. Nun geschah es einmal, dass das Los auf die Königstochter fiel. Der König war darüber außermaßen betrübt, aber er konnte nichts gegen das Gesetz machen. Man führte die Königstochter zu dem Schloss, auf welchem Ohneseele wohnte. Der sperrte sie in ein Kämmerchen Weiterlesen →

Diane Teil 2 – Kapitel 1

Alexander von Ungern-Sternberg
Diane
Ein Kriminalgemälde der modernen Gesellschaft
Berlin, 1842, Buchhandlung des Berliner Lesekabinetts
Zweiter Teil

Motto: Leicht ist’s, folgen dem Wagen, den Fortuna fährt.
Goethe, Harzreise im Winter

Erstes Kapitel

Der sechsjährige Amor und die Liebeserklärung Walter Scotts
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Rübezahl, der Herr des Gebirges – Folge 24

Rübezahl, der Herr des Gebirges
Volkssagen aus dem Riesengebirge
Für Jung und Alt erzählt vom Kräuterklauber
Verlag Carl Gustav Naumann, Leipzig, 1845

24. Wie Rübezahl unter die Studenten gerät und sich allda edel benimmt.

Studenten reisen gern, und das ist auch recht gut, denn je mehr sie sich in der Welt umsehen, desto geschickter werden sie für die Welt, und wäre dabei nur zu wünschen, dass nun nicht alles so bequem beim Reisen wäre, sondern dass es sich die Reisenden etwas saurer werden lassen müssten. Je mehr Kampf der Mensch mit der äußeren Welt zu bestehen hat, desto mehr nähert er sich anderen, weil er ihrer mehr bedarf, wird teilnehmender Weiterlesen →

Deutsche Märchen und Sagen 19

Johann Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

19. Die beiden Bräute

Es war einmal ein reicher und mächtiger König, dem nichts auf der Welt fehlte als eine Frau. Deren hätte er nun natürlich so viel haben können, wie er wollte, aber er fand keine, die ihm schön genug gewesen wäre, wie lang er auch schon suchte. Nun trug es sich zu, dass er einen Kammerdiener bekam, der eine so bildschöne Schwester hatte, dass kein schöneres Weib auf Erden zu finden war. Weil sie nun aber so sehr schön war, hatte ihr Vater sie malen lassen. Das Bild nahm ihr Bruder mit, als er beim König in Dienst kam, und hing es in seiner Schlafkammer Weiterlesen →

Diane Teil 1 – Kapitel 18

Alexander von Ungern-Sternberg
Diane
Ein Kriminalgemälde der modernen Gesellschaft
Berlin, 1842, Buchhandlung des Berliner Lesekabinetts

Achtzehntes Kapitel

Eine Person, der in dieser Geschichte keine unwichtige Rolle übertragen ist, tritt zum ersten Mal aus den Kulissen.

Zu den peinlichen Pflichten, welche Diane bei ihrer jetzigen Stellung übernommen hatte, gehörten die Besuche, welche die Künstlerin nicht empfangen wollte, statt ihrer anzunehmen. Derlei Ansprüchen musste sie öfters Weiterlesen →