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Vergessene Werke

Deutsche Märchen und Sagen 55

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

56. Seele als Vogel

Nach der Schlacht von Walchern, in der die Fläminge vom Grafen Florenz von Holland und den Seeländern geschlagen wurden, ging eine sehr reiche und fromme Matrone auf dem Schlachtfeld umher, um den Verwundeten Hilfe und den Sterbenden Trost zu bringen. Da hörte sie sich plötzlich rufen, schritt dem Ort zu, von woher die Stimme erschallte, und sah, dass es ein schwer Verwundeter war. Sie hob sein Haupt und legte es in ihren Schoß, ermahnte ihn, an Gott und das Jenseits zu denken, und redete ihm mit viel frommen Worten zu.
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Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 13

Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann

Die Gegensteine

Nördlich von Ballenstedt erheben sich auf einer mäßigen Anhöhe zwei einzeln stehende Felsen oder Bruchstücke einer Felswand, welche als Fortsetzung der Teufelsmauer angesehen werden können. Auch hier sollen böse Geister hausen, welche bald als feurige Kugeln, bald als hüpfende Flammen den Menschen erscheinen, um sie heranzuziehen und zu verderben. Wer sich verleiten lässt, in die Nähe dieser unheimlichen Wesen zu gehen und ihrem Treiben zuzusehen, der verschwindet für immer. Gute, gottergebene Menschen aber sind gegen die Angriffe der bösen Geister gefeit. Vor vielen, vielen Jahren, als Ballenstedt noch ein kleines Dorf war, ritt ein Bauersmann Weiterlesen →

Diane Teil 2 – Kapitel 17

Alexander von Ungern-Sternberg
Diane
Ein Kriminalgemälde der modernen Gesellschaft
Berlin, 1842, Buchhandlung des Berliner Lesekabinetts
Zweiter Teil

Siebzehntes Kapitel

Die nach dem Ölzweig ausgesendete Taube

Als der Trauungsakt vorüber war und die Glückwünschenden sich den Vermählten näherten, erschien auch Blanche von Sanneterre, um sich in die Arme Judiths zu werfen und ihr zuzuflüstern: »Mein Engel, wie schön sind Weiterlesen →

Rübezahl, der Herr des Gebirges – Folge 53

Rübezahl, der Herr des Gebirges
Volkssagen aus dem Riesengebirge
Für Jung und Alt erzählt vom Kräuterklauber
Verlag Carl Gustav Naumann, Leipzig, 1845

53. Rübezahl verliert seinen Mantel mit Absicht.

»Wenn ich nur den Rübezahl ein einziges Mal sehen sollte«, sagte der Knecht eines Görlitzer Tuchhändlers, der vom Schömberger Markt übers Gebirge zurückfuhr, »wenn ich nur den Rübezahl ein einziges Mal sehen sollte.«

»Narr«, versetzte der Herr, »halt du dein Maul und fahr zu.«

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Rübezahl, der Herr des Gebirges – Folge 52

Rübezahl, der Herr des Gebirges
Volkssagen aus dem Riesengebirge
Für Jung und Alt erzählt vom Kräuterklauber
Verlag Carl Gustav Naumann, Leipzig, 1845

52. Wie Rübezahl an einem Unvorsichtigen ein Exempel statuiert und doch dabei ihn und sogar einen Feldwebel zufriedenstellt.

Man muss es dem Rübezahl lassen, dass er auf alle Art bedacht war, die Menschen klüger und besser und wenigstens vorsichtiger zu machen, und dass er manchmal einen Unfall veranlasste, der zu größerer Vorsicht aufrief. Wenn nun so ein Glashändler oder Glasträger mit Glas übers Gebirge ging, so bedurfte er auch der Weiterlesen →