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Mythen & Wirklichkeiten

Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg 25

Das Koboldhaus an der Dahme

An den Müggelsbergen spukt es aller Orten. Auf der Südseite an der Dahme oder Wendischen Spree liegt ein einzelstehendes Fischerhaus, das nennt man noch das Ko­boldhaus, weil ein Kobold dort sein Wesen getrieben hatte. Ein Hauptschabernack von ihm war mit den Fischern, wenn sie des Nachts so nebeneinander auf der Streu lagen und schliefen. Erst machte er sich am Kopfende zu schaffen und zog und zerrte die Einzelnen so lange, bis die Köpfe in einer Linie lagen. Nun waren die Füße aber ungleich. Da sprang er da hinüber und zog wieder so lange an den Füßen, bis diese eine Reihe bildeten. So Weiterlesen →

Die wundersamen Märlein vom Berggeist Rübezahl – 10. Kapitel

Heinrich Döring
Die wundersamen Märlein vom Berggeist Rübezahl
Verlag C. F. Schmidt, Leipzig, ca. 1840

Zehntes Kapitel

Wie Rübezahl einen kleinen Bauernjungen mit Haut und Haar verschlingen wollte

Als nun Peters wundersame Geschichte noch lange erzählt und wieder erzählt in allen Spinnstuben und Schenken wurde, da begab es sich, dass manchem die Luft anwandelte, auch sein Glück mit dem Berggeist zu versuchen. Wer durch Spiel und schlechte Wirtschaft das Seinige vertan hatte oder wen der Geiz trieb, noch mehr Schätze aufzuhäufen, erschien am Fuß der Riesenkoppe und rief den Geist, in der Erwartung, von ihm beschenkt zu werden. Rübezahl ließ sich zwar nicht blicken, doch bestrafte er die Zudringlichen auf gar Weiterlesen →

Sagen der mittleren Werra 51

Sagen-der-mittleren-Werra

Von der Flitterbraut und der Brautjungfer in Brotterode

In dem Keller des früheren Gemeindewirthauses ließ sich sonst zu jeder Tageszeit eine gespenstige Jungfrau in dem alten volkstümlichen Schmuck der Flitterbraut sehen. Sie war gutmütiger Natur, und wenn sie auch zuweilen den Leuten im Haus das Licht ausblies, so waren diese doch so an sie gewöhnt, dass sie sich nicht weiter an sie kehrten; allein sie anzureden, hatte doch noch keiner gewagt. Da aber die Wirtsleute immer mehr zurückkamen, so Weiterlesen →

Deutsche Märchen und Sagen 167

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

221. Die weißen Frauen necken

Ein Bauernknabe bei Born in Twenthe hatte mit seinem Meister gewettet, er wolle in der Mitternacht zu den nahen Beltern (kleine Erdhöhen) gehen und die weißen Frauen necken. Wie gesagt, so getan. Der Bauer lieh ihm sein Pferd und als der Mond sich hinter Oldenzaal erhoben hatte, ritt der Junge schnurstracks auf die Belter los und stach mit frevelnder Hand ein spitzes Eisen in einen derselben. Im nämlichen Augenblick stiegen aus diesem und all den anderen Hügeln alle weißen Frauen heraus, welche da wohnten, um den Vermessenen zu zerstückeln. Er wartete aber ihre Kunst nicht ab, sondern ritt, so schnell das Pferd laufen konnte, dem Hof wieder Weiterlesen →

Die wundersamen Märlein vom Berggeist Rübezahl – 9. Kapitel

Heinrich Döring
Die wundersamen Märlein vom Berggeist Rübezahl
Verlag C. F. Schmidt, Leipzig, ca. 1840

Neuntes Kapitel

Wie Peter für seine Redlichkeit belohnt wurde

Als Peter so sprach und sich gar nicht darüber zufriedengeben wollte, dass der Berggeist nicht erschienen war, da erschallte plötzlich der Wind durch das dürre Laub, und wie er die Blätter vor sich hertrieb, da wollte es dem Knaben, der vorhin den Geist erblickt hatte, bedünken, als flattere unter dem Laub ein weißes Papier. Schnell sprang Hänschen danach und brachte es dem Vater. Dem traten aber die hellen Tränen in die Augen, als er einen Blick auf das Blatt geworfen hatte. Es war der von ihm ausgestellte Schuldschein. Der war aber Weiterlesen →