Die Geschichte des Toten
Willard E. Hawkins
Die Geschichte des Toten
Die merkwürdige Erzählung, die hier folgt, wurde im Nachlass des verstorbenen Dr. John Pedric gefunden, einem parapsychologischen Forscher und Autor okkulter Werke. Sie weist Anzeichen dafür auf, dass sie durch mediales Schreiben empfangen wurde, wie es auch bei mehreren seiner Veröffentlichungen der Fall war. Leider gibt es keine Aufzeichnungen, die diese Annahme bestätigen, und keines der von ihm bei seinen Forschungsarbeiten eingesetzten Medien oder Assistenten weiß etwas darüber. Möglicherweise – denn dem Doktor wurde nachgesagt, er besitze selbst einige mediale Fähigkeiten – ist sie von ihm selbst empfangen worden. Jedenfalls macht das Fehlen von Daten den Bericht als Dokument für die Society for Psychical Research wertlos. Er wird wegen des ihm innewohnenden Interesses oder der Bedeutung veröffentlicht, die er besitzen mag. In Bezug auf die erwähnten Namen sei hinzugefügt, dass sie durch die Aufzeichnungen des Kriegsministeriums nicht bestätigt werden. Es ließe sich jedoch geltend machen, dass entweder vom Doktor oder von der kommunizierenden Entität absichtlich fiktive Namen eingesetzt wurden.
I.
Weekly Ghost Story – Dickon der Teufel
Vor etwa dreißig Jahren wurde ich von zwei wohlhabenden alten Damen damit beauftragt, ein Anwesen in jenem Teil von Lancashire zu besichtigen, der in der Nähe des berühmten Pendle-Waldes liegt – jener Gegend, die uns durch Mr. Ainsworths Lancashire Witches so vertraut und angenehm geworden ist. Meine Aufgabe war es, die Aufteilung eines kleinen Besitzes vorzunehmen, bestehend aus einem Haus und dem dazugehörigen Grundbesitz, den sie vor langer Zeit als Miterben angetreten hatten.
Die letzten vierzig Meilen meiner Reise war ich gezwungen, mit der Postkutsche zu fahren, hauptsächlich über Nebenstraßen, die wenig bekannt, kaum befahren und landschaftlich oft äußerst reizvoll und hübsch waren. Die malerische Landschaft wurde durch die Jahreszeit, Anfang September, in der ich reiste, noch hervorgehoben.
Ich war zuvor noch nie in dieser Gegend gewesen; mir wurde gesagt, sie sei heute weitaus weniger wild und folglich auch weniger schön.
Schlafgast aus der Hölle
Larry Moore
Schlafgast aus der Hölle
In der tiefsten Nacht erwachte Leona in jenem alten, dunklen Haus – und musste feststellen, dass ihr Bett von einem Wesen heimgesucht worden war, dessen grausige Leidenschaften nicht von dieser Welt waren!
Als Leona in die gelbgefleckten Achat-Augen von Talbot Rhone blickte, meinte sie den Griff eisiger Finger an ihrem Herzen zu spüren.
»Du willst mich also nicht heiraten«, sagte er in einem seltsamen, gepressten Ton. »Du bestehst darauf, in diesem unheimlichen alten Haus zu leben?«
»Ich habe dir immer gesagt, dass ich dich nicht heiraten kann, Talbot, und ich werde ganz sicher in dem komfortablen Heim leben, das ich geerbt habe«, behauptete sie bestimmt, fest in ihrem Entschluss, obwohl sich die Kälte von ihrem Herzen über ihren ganzen Körper ausbreitete. »Als Arzt hast du mir versichert, dass ich mich in einem Zustand der Erschöpfung befinde, dass Weiterlesen
Ghost Stories – Die geschlossene Hand
Farnsworth Wright
Die geschlossene Hand
Originaltitel: The Closing Hand
Eine packende Kurzgeschichte
Einsam und abweisend starrte das Haus gespenstisch durch die struppigen Bäume, die vor seiner Berührung zurückzuweichen schienen. Der grüne Moosbefall der Fäulnis lag auf seinen klammen Dächern, und die Fenster, tief in ihren Höhlen versunken, blickten blind in die Welt, als sähen sie aus augenlosen Höhlen. Sein Anblick war so furchteinflößend, dass Jungen, wenn sie sich den trostlosen Giebeln näherten, ihr Pfeifen einstellten und auf der gegenüberliegenden Straßenseite vorbeigingen.
Jenseits der Felder blickten ein paar zusammengekauerte Hütten durch den fallenden Regen, als fragten sie sich, welche Familie wohl so kühn sein könne, in den düsteren Mauern jener alten Villa Wohnung zu beziehen, deren teppichlose Böden seit zwei Jahren keinen menschlichen Schritt mehr gespürt hatten.
Das Gespensterbuch – Zwölfte Geschichte – Teil 1
Das Gespensterbuch
Herausgegeben von Felix Schloemp
Mit einem Vorwort von Gustav Meyrink
München 1913
Nikolaus Gogol
Wij, der Fürst der Dämonen – Teil 1
Einst bogen während einer Ferienreise drei Scholaren aus Kiew von der Landstraße ab, um beim ersten besten Gehöft, auf das sie stießen, den schon längst geleerten Sack mit neuen Vorräten zu versorgen. Dies waren der Theologe Haljawa, der Philosoph Choma Brut und der Rhetor Tiberius Gorobetz.
Es war schon Abend, als sie von der Landstraße abbogen; die Sonne war eben untergegangen, und noch spürte man in der Luft die Wärme des Tages. Der Theologe und der Philosoph marschierten schweigsam mit der Pfeife im Munde dahin und der Rhetor, Tiberius Weiterlesen

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