Der goldene Fels – Kapitel 10
Robert Kohlrausch
Der goldene Fels
Kriminalroman, Alster-Verlag, Hamburg, 1915
Zehntes Kapitel
Burkhardt war in einer furchtbaren Aufregung aus der Villa fortgegangen, als die Zeugen der schrecklichen Szene das Arbeitszimmer des Kommerzienrates verließen. Mit gesenktem Kopf, zum Erdboden gerichteten Blicken war er auf dem Fabrikhof in das kleine, backsteinrote Werkmeisterhaus eingetreten, in dem er wohnte. Dort hatte er sich eingeschlossen, um erst einmal der wild anstürmenden Gedanken Herr zu werden, ein wenig Ordnung in das Chaos zu bringen, das in ihm gärte. Mit grausamer Klarheit standen zwei Bilder vor ihm, die nicht weichen und Weiterlesen
Der Teufel auf Reisen 58
Carl von Kessel
Der Teufel auf Reisen
Dritter Band
Ein humoristisch-satirischer Roman aus dem Jahr 1870
Zwölftes Kapitel – Teil 3
Wer die Wahl hat, hat die Qual
Voll Selbstvertrauen und Eitelkeit bestand des ehemaligen Schreibers Hauptsorge auch jetzt noch immer darin, was für eine Wahl er treffen und wen er mit seiner Hand beglücken sollte. »Wer die Wahl hat, hat die Qual«, seufzte er und begann wieder an seinen Knöpfen gerade und ungerade abzuzählen.
Der Freibeuter – Norcroß in Stockholm
Der Freibeuter
Dritter Teil
Kapitel 5
Flaxmann lag auf einer vom Frühling geschmückten, das Meer beherrschenden Anhöhe im Schatten einer Rüster.
»Warum kann ich nicht in diesem Paradies bleiben? Hier leben und sterben? Warum muss ich zurück in den Brodem, der mich wie Pesthauch anqualmt und mich krank macht? Ach, es bleibt nicht immer Frühling! Es ist auch ein Winter. Es gibt auch Eis für das Herz. Ich muss auch die Stunden der Kälte ertragen. Die schwarzbeflügelten Geister der Erdenwünsche kommen auch in meine Seele und rauben ihr Farbe und Glanz. Aber fort mit allen törichten Plänen! Ich will nichts von der treulosen Menschenbrut. Auch die Liebe hat mich betrogen. Scheusal, dir Weiterlesen
Der bayerische Hiesel – Teil 45
Friedrich Wilhelm Bruckbräu
Der bayerische Hiesel
Wildschützen- und Räuberhauptmann, landesverrufener Erzbösewicht
Der letzte Kampf
Der Stabsamtmann von Haunsheim hatte weder die Todesangst im Kloster zu Obermedlingen noch die Brandschatzung oder vielmehr das Lösegeld von 500 ft. vergessen, und gab sich nun alle mögliche Mühe, die Gemeindestreifen soweit als tunlich auszudehnen und in rastloser Tätigkeit zu erhalten.
Der Freiherr von Racknitz sah wohl ein, dass ein geschickter Anführer ganz vorzüglich nötig sei, um gegen einen so listigen und verwegenen Räuberhauptmann etwas auszurichten. Auf seine Verwendung wurde das Weiterlesen
Die Tauscher 2
Dr. Uwe Krause
Die Tauscher Teil 2
»Fräulein Levinsohn, was berechtigt Sie zu einem derartigen Übergriff auf eine unbewaffnete, friedlich schlafende und zudem ziemlich unbescholtene Person?«
Florian zog sich den nassen Waschlappen vom Gesicht. Wer hatte das gerade eben gesagt? Die Stimme kam ihm bekannt vor. Irgendwann hatte er sie schon einmal gehört.
»Über das Maß Ihrer Unbescholtenheit will ich jetzt nicht urteilen, werter Herr Hammerstain«, antwortete eine helle Frauenstimme, »aber als Ihre Assistentin bin ich nicht nur befugt, sondern sogar verpflichtet, Sie aus dem Reich der Träume zu scheuchen. Selbst wenn Sie mir meinen Lohn der letzten drei Monate schulden.«
Weiterlesen
Neueste Kommentare