Zehn Geschichten aus Meister Hämmerlings Leben und Denkwürdigkeiten – Teil 5.1
Zehn Geschichten aus Meister Hämmerlings Leben und Denkwürdigkeiten
Memoiren eines Scharfrichters aus den Zeiten des Mittelalters
Herausgegeben von Wilhelm von Chézy
Benzs Ausfahrt
Von Stunde an blieb der Gunz ein wahnwitziger Tor. Sie schoren ihm die Haare ab, legten ihn in Eisen und Ketten, peitschten und strichen ihn grausam. Er aber forderte stets mit Ungestüm den Schatz aus dem Keller, und so sahen meine Herren vom Rate endlich keinen Ausweg mehr, als ihm zum Wahrzeichen ein Ohr abzuschneiden und ihn wohlverwahrt gen Ulm zu senden, damit daheim die Seinen ihn hüteten. Da er kein verständiges Wort mehr hervorzubringen vermochte, so musste der Freimann für ihn und in seine Seele die Urphede schwören, nimmermehr der Stadt Weichbild betreten zu wollen.
Ich hatte den Vater auf das Rathaus begleiten dürfen, da er zuweilen gern mich um sich sah, sobald die Grethe nichts davon wusste. Als wir wieder vor die Tür traten und dem Wäglein nachblickten, auf welchem der Wahnsinnige von dannen fuhr, kam Weiterlesen
Felsenherz der Trapper – Teil 02.1
Felsenherz, der Trapper
Selbst Erlebtes aus den Indianergebieten erzählt von Kapitän William Käbler
Erstveröffentlichung im Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1922
Überarbeiteter Text
Band 2
Das Geheimnis der Llano Estacado
1.Kapitel
Der lange Billy und der kleine Jimmy
Am Rande einer kleinen Prärie, nahe der Einmündung des Rio Mazapil in den Canadian, bot sich an einem glutheißen Sommertag ein kriegerisches Bild. Auf der flachen Spitze eines mächtigen, würfelähnlichen Felsblocks lagen drei Weiße. Sie hatten flache Steine als Brustwehr vor sich aufgeschichtet und beobachteten mit gespannter Aufmerksamkeit die Umgebung. Zwei von ihnen trugen die typische Tracht nordamerikanischer Pelzjäger. Ihre verwitterten, von der Sonne tief gebräunten Gesichter waren bärtig; sie unterschieden sich vor allem durch ihre Statur. Der eine war fast ein Riese und dabei dürr wie eine Hopfenstange. Er Weiterlesen
Weekly Ghost Story – Die Geschichte der wogenden Schleppe
Mary Louisa Molesworth
Die Geschichte der wogenden Schleppe
»Dann lasst uns Geistergeschichten erzählen«, schlug Gladys vor.
»Bist du ihrer noch immer nicht überdrüssig? Heutzutage hört man ja kaum etwas anderes mehr«, wandte die junge Mrs. Snowdon ein, ebenfalls ein Gast in The Quarries. »Und sie sind angeblich alle authentisch und verbürgt – doch bekommt man nie die Person zu Gesicht, die die Erscheinung tatsächlich gesehen, gehört oder gespürt hat. Es ist immer jemandes Schwester, ein Cousin oder der Freund eines Freundes.«
»Ich weiß nicht, ob das ein wirklich stichhaltiger Grund ist, sie pauschal abzutun«, sagte ihr Mann. »Es liegt in der Natur der Sache, dass man den Hauptbeteiligten seltener begegnet als den Geschichten selbst. Hundert Leute können eine Erzählung wiederholen, aber der Urheber – oder vielmehr der Held der Geschichte – kann nicht an hundert Orten gleichzeitig sein. Du ziehst doch auch keine anderen Berichte in Zweifel, bloß weil du den Hauptakteur nicht persönlich kennst?«
Ein Klondike-Claim – Kapitel 11
Nicholas Carter
Ein Klondike-Claim
Eine Detektivgeschichte
Street & Smith, New York, 1897
Kapitel 11
Stokes als Fensterspringer
Bellows war nicht anwesend. Alle Partner, außer Murdock, waren offensichtlich hoffnungsvoll, dass Stokes das Problem, das sie quälte, augenblicklich lösen würde.
Sie sahen ihn mit erwartungsvollen Gesichtern an und warteten darauf, dass er das Wort ergriff, während Fowler die Situation schilderte. Murdock saß allein in einer Ecke des Raumes, die Arme verschränkt und das Kinn auf die Brust gesunken. Ab und zu warf er Stokes einen Blick zu, aber die meiste Zeit hielt er die Augen fest auf den Boden gerichtet. Von Zeit zu Zeit sagte Fowler: Weiterlesen
Felsenherz der Trapper – Teil 01.7
Felsenherz, der Trapper
Selbst Erlebtes aus den Indianergebieten erzählt von Kapitän William Käbler
Erstveröffentlichung im Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1922
Überarbeiteter Text
Band 1
Die Felsenfarm
Siebentes Kapitel
Wikunas Strafe
Felsenherz und der Schwarze Panther schritten eine halbe Stunde später der niedergebrannten Farm zu.
»Ich habe die deinen bereits begraben lassen«, sagte der junge Häuptling. »Wir haben auch die Trümmer der Blockhäuser durchsucht, jedoch keine Leiche mehr gefunden. Deine Schwester ist vielleicht von den Mescaleros mitgenommen worden.«
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