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WEEKLY GHOST STORY – Das alte Schloss

Das alte Schloss

Eines Abends hatte sich eine große Gesellschaft in dem gemütlichen Landhaus meines Vaters versammelt, um Weihnachten mit uns zu feiern. Mein Onkel, der sich gerade in sehr heiterer Stimmung befand, erzählte viel von seinen Feldzügen in Spanien. Nach einer Weile sagte er, dass er uns eine Geistergeschichte zum Besten geben wolle, wie wir sie noch nie gehört hätten. Wir alle nahmen daraufhin Platz vor dem großen Kamin, dessen helles Flammenlicht es uns ermöglichte, mit einem Gefühl der Sicherheit in die dunklen Ecken des Raumes zu blicken. Mein Onkel setzte sich in seinen großen Lehnstuhl, nahm meine Schwester Emely auf die Knie und begann:

»Vor vielen Jahren, meine Freunde, als das Schlachtfeld mein Zuhause war und meine einzigen Freunde diejenigen waren, die an meiner Seite kämpften, als mir ein normales Leben wie ein Traum erschien und ich kaum die Hoffnung hatte, meine Verwandten je wiederzusehen, trug sich die Begebenheit zu, die ich euch jetzt mitzuteilen gedenke. Ich war damals jung und voller Hoffnung und Enthusiasmus hinsichtlich des Lebenswegs, den ich gewählt hatte und der mir kaum Zeit ließ, mich trüben Gedanken hinzugeben. Heitere Gedanken umgaben mich, und voller Ehrgeiz stürmten wir vor und warfen selten einen Blick zurück. Mein bester Freund war ein Leutnant, der mit mir im gleichen Alter war. Er stammte aus Irland und hieß Courcy. Er stammte aus einer guten Familie, besaß jedoch nur wenig Vermögen und hatte sich vorgenommen, dieses zu vermehren, bevor er nach Hause zurückkehrte. Im Feldlager wie in der Stadt richteten wir es stets so ein, dass wir das Quartier miteinander teilten. So war er bei der Begebenheit, die ich euch erzählen will, mein Gefährte und mir von großem Nutzen.

 

Eines Abends, nach einem ermüdenden Tagesmarsch, gelangten wir, bis auf die Haut durchnässt und kaum noch fähig, auf unseren Pferden zu sitzen, die vor Mattigkeit stolperten, in ein elendes spanisches Dorf. Es bot unserer Schar nur wenig Bequemlichkeit: einige zerstreute, augenscheinlich unbewohnte Hütten und eine erbärmliche Posada, vor der drei bis vier ziemlich verdächtige Spanier lagen. Sie sahen uns mit nicht sehr freundlichen Blicken unter ihren Sombreros hervor an.

Der Wirt begrüßte uns, nachdem wir schwerfällig von unseren Pferden abgestiegen waren, mit aller spanischer Ruhmredigkeit. Das Innere seines Hauses war jedoch ebenso erbärmlich wie das Äußere. Ein guter englischer Stall wäre aus vielen Gründen vorzuziehen, vor allem, was die Reinlichkeit betrifft. Wir schauerten, als wir die Möblierung sahen – wenn man die nackten Wände und die unbequemen Stühle überhaupt so nennen kann –, und da wir wussten, dass Geld in Spanien wie überall alles vermag, boten wir dem Wirt Geld an, in der Hoffnung, er würde uns eine bessere Unterkunft empfehlen. Während der Wirt die Achseln zuckte, trat mein Diener ein und teilte uns mit, dass er am Ende der aus dem Dorf führenden Straße die Türme eines alten Schlosses gesehen habe. Dort würden wir vielleicht ein Quartier finden, wenn die Besitzer Christen wären. Diese für uns so erfreuliche Kunde schien es für den Wirt keineswegs zu sein. Er beschwor uns, ja nicht jenes schreckliche Haus zu betreten, in dem seit langen Jahren niemand gewohnt habe – infolge einer jener Nacht- und Mordtragödien, die in Spanien so häufig vorkommen.

Wir lachten über das erschrockene Aussehen des Wirtes und bereiteten uns vor, nach jenem besseren Quartier zu gehen. Wir ließen uns von meinem Diener Erfrischungen nachbringen. Unser Wirt ergriff mich daraufhin beim Arm und bat mich, dieses Wagnis nicht einzugehen. Schon viele hätten es vor uns getan, aber man habe nie wieder von ihnen gehört. In jenem Schloss seien zur Nachtzeit seltsame Geräusche und ängstliches Geschrei zu hören, die wahrscheinlich von den früheren Bewohnern ausgingen, deren schuldbelastete Seelen im Tode keine Ruhe fänden. Dies war genug für meinen Freund Courcy, der behauptete, noch nie etwas Geisterähnliches gesehen zu haben und deshalb sehr neugierig auf solche Ereignisse war.

Der Wirt schaute uns verzweifelt an. Wir schoben dies darauf, dass er nun weniger Gewinn mit uns machen könne. Wir schenkten seinen Worten keine Beachtung, sondern entfernten uns, entschlossen, die Abenteuer in dem alten Schloss mutig zu bestehen.

Fünf Minuten Fußweg führten uns zu dem Schloss. Es war in einem seltsamen Stil gebaut, doch hatten offenbar früher vornehme Leute darin gewohnt. Die Tür war fest verschlossen und wir standen da und sahen uns an, wie wir hineingelangen sollten. Da kam der Wirt, begleitet von einigen Leuten, die Erfrischungen trugen, herbeigeeilt und sagte, dass wir, wenn wir darauf bestünden, dort zu schlafen, vielleicht durch das Hintergebäude hineingelangen könnten. Von ihm und seinen Begleitern geführt, bahnten wir uns daher einen Weg durch einen alten, verfallenen Garten und einen Hof, wo wir einen Eingang fanden. Unsere Begleiter schienen sich hier gut auszukennen. Sie zündeten ihre Laternen an und schritten durch eine sehr geräumige Halle eine schön gebaute Treppe hinauf, die in das Gesellschaftszimmer zu führen schien. Zu unserem großen Erstaunen waren die Möbel sehr prächtig, und das Zimmer sah so aus, als sei es noch vor Kurzem bewohnt gewesen. Selbst Bücher lagen noch auf den Tischen und Überbleibsel von verbrannten Feuerstellen lagen im Kamin. Wir wandten uns an den Wirt und befragten ihn bezüglich dieser auffallenden Erscheinung. Er lispelte, offenbar erschrocken, dass die Familie nach dem hier stattgefundenen schrecklichen Ereignis vor ungefähr sechs Monaten geflohen sei. Wegen der grausigen Erscheinungen, vor denen er uns früher gewarnt hatte, habe man die Wohnung leer stehen lassen, nachdem einige kühne Männer vergeblich versucht hatten, den Geistern ihren Besitz streitig zu machen.

Ohne weitere Worte zu verlieren, fachte er mithilfe seiner Begleiter ein helles Feuer im Kamin an, stellte die mitgebrachten Erfrischungen auf den Tisch und daneben einige Flaschen Wein. Nachdem er diese kleinen Vorbereitungen getroffen hatte, fragte er uns, wann wir am folgenden Morgen unseren Marsch fortsetzen wollten.

»Beim St. Patrick!«, sprach Courcy. »Wir haben keine Lust, morgen weiterzuziehen. Wir werden hier auf weitere Befehle warten, die hoffentlich nicht eher kommen, als bis unsere müden Knochen gehörig ausgeruht haben.« Mit diesen Worten setzte er sich in einen großen Lehnstuhl, und zwar mit sichtlicher Gemütlichkeit.

Der Wirt sah ängstlich aus und wechselte Blicke mit seinen Gefährten. Ich legte meine Halfterpistolen auf den Tisch und entkorkte mit großer Gelassenheit die langhalsigen Flaschen, sodass das Echo davon im großen Zimmer widerhallte.

Der Wirt und seine Leute empfahlen uns dem Schutz Gottes und seiner Heiligen und schickten sich an, fortzugehen. Wir begleiteten sie bis an die Tür, schlossen sie hinter ihnen ab und kehrten dann in unser gemütliches Quartier zurück. Wir setzten uns wieder und begannen mit dem Abendessen, nach dem wir sehr schmachteten. Zunächst untersuchten wir jedoch genau die Korken, um zu sehen, ob die Flaschen nicht vielleicht schon vorher geöffnet worden waren, in der Absicht, uns einen Streich zu spielen. Solche Dinge kommen nur zu häufig vor, wenngleich in diesem Fall die Nähe unserer Schar eine solche Verräterei von Seiten der Spanier sehr gefährlich machte. So verzehrten wir unser Abendessen denn in heiterer Stimmung, ohne im Geringsten an die Geister zu denken, vor denen man uns gewarnt hatte.

Anschließend schoben wir unsere bequemen Stühle dem warmen Schein des Kaminfeuers zu, streckten unsere müden Glieder aus und zündeten unsere Zigarren an. Wir freuten uns sehr über unseren Entschluss, das schlechte Wirtshaus verlassen zu haben.

Die Wärme, die von den brennenden Holzscheiten ausströmte, und die Ermattung bewirkten, dass sich unsere Augenlider bald schlossen und unsere Unterhaltung endete. Die Bilder vor unseren Augen verschwammen immer mehr. Ich hörte meinen Freund schon schnarchen und schlief bald darauf ebenfalls ein.

Ein gellender Schrei, gleich einem Trompetenstoß, erweckte uns auf sehr unsanfte Weise. Wir sprangen beide auf, kaum wissend, wo wir uns befanden, als plötzlich ein neuer Schrei unsere Ohren traf, der uns zu umtosen schien und dann in melancholischen Tonabstufungen auf dem langen Korridor in der Ferne erstarb.

Mittlerweile waren unsere Sinne etwas klarer geworden. Wir blickten einander an und rüsteten uns, ohne ein Wort zu reden, zu Taten. Courcy schürte schnell das Feuer neu, sodass wir dessen hellen Schein benutzen konnten, während ich den Docht der Lampe putzte. Deren trauriger Zustand verriet uns deutlich, wie lange wir schon geschlafen hatten. Wir sahen auf unsere Pistolen und nahmen dann ruhig wieder in unseren Lehnstühlen Platz.

Ein tiefer, förmlich grabesähnlicher Seufzer, der dicht vor der Tür unseres Zimmers ausgestoßen wurde, machte uns wachsam. Wir blickten vorsichtig über die Lehnen unserer Stühle in die Richtung, aus der der Ton kam, und ich gestehe, dass unsere jungen Nerven für einen Augenblick aufgeregt wurden, als wir sahen, dass sich die Tür geräuschlos in ihren Angeln bewegte, als ob ein übernatürlicher Besucher erscheinen wollte. Mit pochendem Herzen erwarteten wir den Eintritt des ungebetenen Gastes. Ich dachte, dass, wenn es ein armer Geist wäre, er, wie es sich für Geister gehört, ohne die Tür zu öffnen, hereinkommen könne, was mir eine ganz unnütze Zeremonie zu sein schien. Bald vernahmen wir Fußtritte, die im Korridor erschallten und sich schnell unserem Zimmer zu nähern schienen.

»Schieße nicht sofort«, flüsterte Courcy mir zu. »Wenn es ein wirklicher Geist ist, hat es keinen Zweck. Und wenn es keiner ist, sehe ich nicht ein, warum wir ihn dazu machen wollen.«

Ich beschloss, dem Rat meines Freundes zu folgen, denn ich spürte, dass sich etwas ereignen würde, sei es natürlich oder übernatürlich. Also entfernte ich meine Finger wieder vom gespannten Hahn der Pistole. Wie bereits erwähnt, waren wir beide jung und in voller Blüte unserer Kräfte. Gewöhnt an den Anblick des Todes auf dem Schlachtfeld in allen möglichen Gestalten, konnten wir einen kleinen Schreck schon ertragen. Dennoch muss ich gestehen, dass unsere Atemzüge kürzer wurden und eine Art von Eiseskälte sich über unsere Glieder verbreitete, als wir ein Gesicht höchst seltsamen, unmenschlichen Schnitts erblickten, das uns mit blitzenden Augen anstarrte. Es war das Gesicht eines weiblichen Wesens, um dessen Züge wir dunkle Blutflecken bemerkten. Es starrte uns melancholisch an und es schien unmöglich, unseren Blick von ihm abzuwenden; wir waren wie vom Zauber gefesselt.

Nach einigen Augenblicken, die uns wie Jahre erschienen, schlüpfte sie geräuschlos in das Zimmer und schaute sich um, als suche sie etwas. Nachdem sie beinahe die Mitte des Zimmers erreicht hatte, blieb sie stehen. Wir fühlten, dass wir sprachlos waren, und diese Gestalt schien sich vor unseren Augen zu bewegen, weil wir sie starr und unverwandt ansahen.

Endlich schien Courcy den Mut zu gewinnen, sie anzusprechen, denn ich bemerkte, dass sich seine Lippen bewegten, als wolle er etwas sagen. Doch seine Rede wurde gehemmt, als eine Gestalt den Raum betrat, die derart in einen dunkel gefärbten Mantel gehüllt war, dass man ihre Gesichtszüge nicht erkennen konnte. Sie streckte die Arme aus, ergriff das Frauenzimmer beim Schopf und zog es aus dem Gemach heraus. Die Tür schlug heftig zu, und wiederum vernahmen wir Geschrei und Todeseufzer auf dem Korridor.

Wir sprangen beide auf und stützten uns gegen die Tür, die sofort nachgab. Der offene Korridor lag vor uns, aber wir sahen nichts. Ohne etwas zu sagen, schoss Courcy seine Pistolen in die Dunkelheit hinein ab, aber nur das Echo derselben, kein anderes Geräusch, traf unsere Ohren.

Darauf schlossen wir die Tür und nahmen wieder Platz.

»Wir sind unwillkommene Gäste hier, wie es scheint«, sagte Courcy. »Indessen kann ich nicht an Geister glauben. Warum ein Geist, der seine körperliche Hülle verlassen hat, ehrliche Christen beunruhigen sollte, sehe ich nicht ein, selbst wenn die Letzteren Quartier in dem Haus suchen, in dem jene früher wohnten. Geister haben angeblich keine Ruhe. Umso weniger brauchen sie Armsessel und Betten. Es kann ihnen gleichgültig sein, ob wir diese benutzen. Ich habe eine Idee. Sag nichts davon auf der Parade, noch weniger dem Schurken von Wirt. Wir wollen ihm doch noch eine Falle stellen. Das Quartier ist zu gut, um es aufzugeben.«

Während wir noch über unseren Plan sprachen, brach das Tageslicht herein. Von dem Plan wird weiter unten mehr erzählt. Wir musterten ruhig unsere Soldaten und trafen alle Anstalten zu deren gutem Unterkommen. Der Wirt folgte uns mit dienstbeflissener Geschäftigkeit, als hätte er gern erfahren, wie es uns während der Nacht ergangen war, und behauptete entschieden, wir müssten besonderen Schutz genießen, weil die bösen Geister uns während der Nacht in Frieden gelassen hatten. Wir hätten dies alles mit gutem Glauben angenommen, wenn wir nicht ein heimliches, ironisches Verziehen seiner Mundwinkel bemerkt hätten. »Warte nur, bis an uns die Reihe kommt«, flüsterte Courcy.

Während des Tages wandten wir unsere Aufmerksamkeit der Außenseite unseres Quartiers zu, bemerkten aber nur den Eingang, durch welchen wir selbst in das Schloss gelangt waren und welchen wir, nachdem sich unser Wirt am Abend zuvor entfernt hatte, hinter ihm sorgfältig verbarrikadiert hatten.

Wir häuften nun Vorräte für unsere Beköstigung am Abend auf und wiesen jede Dienstleistung des Gastwirts zurück, der über unsere Kaltblütigkeit sehr verwundert zu sein schien. Unter anderem sah ich, dass gegen Abend auf Courcys Befehl von jedem Tambour ein großer Packkorb in das Schloss getragen wurde. Wir folgten diesem sogleich und nahmen wieder unsere Plätze wie am vergangenen Abend ein. Der Tambour entfernte sich, nachdem er die Weisung erhalten hatte, gut aufzupassen, für den Fall, dass ein Alarm entstehen sollte.

Nachdem alles ruhig geworden war und wir alle Winkel und Ecken genau untersucht hatten, um von keiner Seite überrascht zu werden, öffnete Courcy den geheimnisvollen Korb. Es kroch eine große Bulldogge heraus, die dem Tambour gehörte. Courcy lachte über meine Überraschung. Ich sah sofort seine Absicht ein und stimmte ihr aus vollem Herzen zu, denn es mussten schnelle Geister sein, wenn sie vor unserem vierfüßigen Freund entkommen wollten. Er streckte sich vor dem warmen Kaminfeuer aus, schlief mit einem klugen Blick ein und schien zu sagen: »Ruft mich, wenn ihr mich braucht!«

Unser Abendessen fand wie gestern statt, nur schliefen wir nicht ein, da wir eine lange Siesta gehalten hatten. Wir warteten begierig auf die Erscheinung der Geister. Als es Mitternacht war, lehnten wir uns in unseren Sesseln zurück, als schliefen wir. Kaum hatten wir dies getan, wurden unsere Ohren durch einen schrecklichen Lärm von Seufzern und Geschrei begrüßt, Türen gingen mit Geräusch auf und zu und alles, was sonst noch bei Geistererscheinungen vorfällt, trat ein.

Die Tür öffnete sich nun wieder geräuschlos und eine weibliche Gestalt trat herein. Die Erscheinung schien etwas zu erschrecken. Sie wagte sich nicht wie am vorigen Abend in die Mitte des Zimmers hinein, sondern blieb in einiger Entfernung in der Dunkelheit stehen.

Die dunkle Gestalt kam ihr nach und streckte die Arme nach ihr aus. Es erschallten dieselben Töne wie am gestrigen Abend durch das Gemach. Courcy fasste den Hund am Halsband, war aber kaum in der Lage, ihn festzuhalten. In dem Augenblick, als die weibliche Gestalt aus dem Zimmer schlüpfte, ließ er die Dogge auf die verhüllte Gestalt los. Diese verschwand mit geisterhafter Schnelligkeit. Als wir an die Tür traten, kam der Hund uns schon entgegen, indem er etwas im Maul hatte, das er zu zerfetzen versuchte. Wir schlossen die Tür und nahmen dem Hund ein Stück einer ganz natürlich aussehenden Jacke aus dem Mund.

»O, o!«, rief mein Freund aus, »du siehst, die Geister haben vortreffliche Schneider. Wenn ich mich nicht irre, habe ich diese Jacke schon einmal gesehen.«

Nachdem wir ein schweres Möbelstück vor die Tür geschoben hatten, berieten wir, was zu tun sei, und beschlossen, abzuwarten.

Als wir mit Tagesanbruch aus dem Schloss gingen, fanden wir einen kleinen Korb vor der Tür, der Zigarren, eingemachte Früchte und andere Dinge enthielt. An dem Korb hing ein Zettel, auf dem stand:

Dejarnos y les dejaremos

Was nach freier Übersetzung heißt: Lasst uns in Frieden, und wir werden euch in Frieden lassen. Nachdem wir uns diese Dinge gut hatten schmecken lassen, begaben wir uns in die Posada. Der Wirt begrüßte uns mit einem schalkhaften Ausdruck im Gesicht. Als er das Zimmer verließ, sahen wir, dass ein Stück seiner Jacke fehlte.

Wir blieben auch die übrige Zeit ruhig in dem Schloss. Unsere Kameraden wunderten sich, doch wir verrieten ihnen das Geheimnis nicht. Auch quälten wir uns nicht, wenn wir um Mitternacht Geräusche vernahmen, obwohl diese sehr verschieden von den früheren waren. Die geheimnisvollen Besucher füllten unsere Vorräte auf, und wir hüteten uns, zu verraten, dass das Schloss von einer Schmugglerbande benutzt wurde, die sich, begünstigt durch die Anarchie der Zeiten, gebildet hatte.

Ende

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