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Storys & Lyrik

Im fernen Westen – Sioux-Kit 2

Sioux -Kit
Kapitel 2

Vater Hogg dankte dem lieben Gott aufrichtig, dass er seine Arbeit bis hierher so sichtlich gesegnet hatte. Sein Wahlspruch Mit Gott den Anfang, dann hat’s guten Fortgang bewährte sich. Als die Yankton sahen, wie sauber und manierlich die Kinder Scha-co-opons in der Schule wurden, wie sie sauber gekleidet erschienen in Jacken, Beinkleidern und Röckchen aus gegerbter Hirschhaut, welche Frau Hogg zugeschnitten und zum Teil genäht hatte, wie die Jungen lesen, schreiben, Englisch, die Mädchen dazu noch stricken und häkeln lernten, da kamen auch andere Krieger der Yankton herüber und baten Herrn Hogg, ihre Kinder ebenfalls in die Schule zu nehmen, denn da dies nichts kostete, so glaubte jeder, seine Mittel erlaubten ihm dies ebenfalls. So hatten denn Herr und Frau Hogg bald an die vierzig Kinder von acht bis zwölf Jahren, welche morgens aus dem Dorf über den Choteau herüberkamen und meist einen seltenen Eifer entwickelten, denn diese Rothäute sind sehr eitel und ehrgeizig. Und wenn die Weiterlesen

Der Teufel auf Reisen 2

Carl von Kessel
Der Teufel auf Reisen
Erster Band
Ein humoristisch-satirischer Roman aus dem Jahr 1870
Zweites Kapitel

Doktor Schwalbe macht die Bekanntschaft des Teufels

Als der Doktor in dem Coupé Platz genommen und sich bequem in einer Ecke desselben zurecht gesetzt hatte, ließ er seine Blicke unbemerkt über dasselbe streifen, um zu sehen, mit was für Reisegefährten er denn durch den Zufall zusammengeführt worden war. Die angesteckte Laterne verbreitete gerade so viel Licht, um die Personen, in deren Gesellschaft er sich befand, in ziemlich deutlichen Umrissen erkennen zu können. Ihm gegenüber saß eine dicke Dame, die Weiterlesen

John Tanner – Das Leben eines Jägers 4

John Tanner
Das Leben eines Jägers
oder
John Tanners Denkwürdigkeiten über seinen 30-jährigen Aufenthalt unter den Indianern Nordamerikas
Erstmals erschienen 1830 in New York, übersetzt von Dr. Karl Andree

Viertes Kapitel

Der Winter wurde sehr streng, und wir fingen an, unsere Armut zu fühlen. Es war mir und Wa-me-gon-a-biew nicht möglich, so viel Wild zu schießen, wie zu unserem Unterhalt nötig war. Er war siebenzehn, ich dreizehn Jahre alt, und es ließen sich nur selten Tiere blicken.

Die Kälte wurde täglich heftiger, und wir verlegten unsere Hütte in den Wald, um besser Holz holen und Feuer unterhalten zu Weiterlesen

One shot for Sloan – Teil 4

One shot for Sloan – Eine Kugel für Sloan
Teil 4

Die Zeit bis nach Mitternacht erschien Sloan heute länger als sonst. Die vom Mond erleuchtete Nacht war ungünstig für sein Vorhaben. Von Osten zogen einige Wolken heran und tauchten den Himmel in ein Meer aus Flecken, die sich langsam bewegten. Es waren keine Gewitterwolken und würden deshalb den ersehnten Regen nicht bringen. Hoffentlich verdeckten sie bald den Mond. Außerhalb der Stadt gab er seinem Braunen die Zügel und galoppierte auf sein Ziel zu. Weit genug von der Morgan Ranch entfernt ließ er sein Pferd im Schritt gehen. Im Schutz einiger Wacholderbüsche beobachtete er die Gebäude. Es war alles ruhig. Ein Wachposten war nicht zu sehen. Die Entfernung zur Ranch betrug an die 300 Yards. Der Vorteil, die Strecke zu Fuß zurückzulegen, bestand darin, dass er sich unentdeckt anschleichen konnte. Der Nachteil, er konnte nicht schnell fliehen, falls er entdeckt werden sollte. In langsamem Schritt lenkte er seinen Braunen auf das Ranchgebäude zu. Die Pferde im kleinen Corral Weiterlesen

Das Geheimnis des Medizinbeutels – Teil 3

Das Geheimnis des Medizinbeutels – Teil 3
Eine Erzählung von Fr. Daum
Um 1925 erschienen im Verlag von A. Anton & Co. in Leipzig

»Hallo! Die haben ihren Teil! Habt Dank, ihr Männer! Ohne eure Hilfe wäre es uns schwer geworden, uns unsere Skalpe zu erhalten«, sagte Mister Scott, der erleichtert aufatmete, als die Gefahr vorüber war.

»Nichts von Dank, Sir, wir taten nur unsere Pflicht, indem wir euch beistanden gegen diese mörderischen Unholde«, antwortete Doktor Allan und fetzte besorgt hinzu: »Wir wollen hoffen, dass Freund Rifle Ben ihren Tücken entgeht.«

»Um den listigen Alten brauchen Sie sich nicht zu ängstigen, Monsieur«, meinte Baptist, »der kennt die Schliche dieser roten Schufte und ist ihnen gefährlicher als sie ihm.«
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