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Storys & Lyrik

Der Totenwirt und seine Galgengäste 13

Der-Totenwirt-und-seine-GalgengästeDer Totenwirt und seine Galgengäste
Eine abenteuerliche und höchst wundersame Ritter-, Räuber-, Mörder- und Geistergeschichte aus der grauen Vorzeit, um 1860

Zu späte Angst!

»Wenn, ja wenn er wieder kommt! Gott gebe es!«

Martha wagte nicht, ihren Mann, als er mit kummervoller Miene in die Kammer trat, zu fragen, warum nur er den Junker begleiten durfte, und was dieser etwa mit ihm gesprochen habe. Sie wusste, dass sie von ihm doch nichts erfahren, wohl aber einen derben Verweis wegen ihrer Neugier erhalten hätte.

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Das Gespenst von Amalfi – Teil 2

Das-Gespenst-von-AmalfiDas Gespenst von Amalfi
Eine Erzählung von Robert Kohlrausch

Wir hatten ein paar Wochen lang ein stilles Leben des Genusses und behaglicher Arbeit geführt, als unser Frieden auf merkwürdige Weise gestört wurde. Mit fröhlichen Lachen begann eine düstere Geschichte. Wir saßen – zwölf Personen ungefähr – an der abendlichen Tafel, zu der die spät einschlafende Sonne noch herein sah, wobei wir über alle möglichen Dinge plauderten. Seit einigen Tagen war unser Kreis durch einen preußischen Major a. D. erweitert worden, der alljährlich nach Amalfi kam und sehr genau dort Bescheid wusste. Wir hörten von ihm manches Neue über die Stadt und ihre Geschichte, daneben auch ein wenig Personalklatsch und Anekdoten. Besonders hoch aber horchten wir auf, als er an diesem Abend fragte: »Wissen die Herrschaften denn auch schon, dass dieses Kloster sein Hausgespenst hat?«

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Pamfilius Frohmund Eulenspiegel 2

Pamfilius-Frohmund-EulenspiegelDer durch eine steinalte, boshafte, drachenhässliche Teufels-Hexe in allerlei Viecherln verzauberte und durch einen Teufels- und G’waltsrausch wieder glücklich erlöste
Pamfilius Frohmund Eulenspiegel,
Erzkalfakter und einziger Sohn des weltberühmten Till Eulenspiegels,
nebst Pamfilis ganz neue, höchst lustigen Abenteuer, lustigen Streichen und tollen Possen
Altötting, Verlag der J. Lutzenberger’schen Buchhandlung.

Eine bekehrte Bäuerin

Es war Mittagszeit und ich voll Hunger und Durst. Meine Pilgerflasche, die ich noch im Hofkeller zu Assingen mit dem besten Wein gefüllt hatte, war von mir schon unterwegs ausgetrunken worden. Als ich aus dem Wald kam, Weiterlesen

Der Freibeuter – Unerwartet schlechter Empfang

Der-Freibeuter-Zweiter-TeilDer Freibeuter
Zweiter Teil
Kapitel 1

Kaum hatte der Führer der Fregatte den Fuß an Land gesetzt, als ihm der königliche Inspektor des Hafens den Befehl des Königs ansagte, sich ohne Verzug bei des Königs Majestät anmelden zu lassen und der ferneren Befehle gewärtig zu sein. Befremdet über diese unerwartete unfreundliche Strenge übergab Kapitän Norcroß seinem Lieutenant den Oberbefehl der Fregatte und ging in sich gekehrt zum Palast. Er trat in die königlichen Gemächer mit jener einfachen würdigen Haltung, welche dem Mann, der sich seines Wertes bewusst ist, eigen zu sein pflegt und welche dem edlen Norcroß, der niemals vergaß, dass altadliges britisches Blut in seinen Adern floss, zur Natur geworden war.

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Der bayerische Hiesel – Teil 5

Der-bayerische-HieselFriedrich Wilhelm Bruckbräu
Der bayerische Hiesel
Wildschützen- und Räuberhauptmann, landesverrufener Erzbösewicht

Der Teufel als Krankenwärter

Mit schweißtriefendem Körper war Hiesel in die Wellen des reißenden Lech gesprungen, und hatte es nur seiner kräftigen Natur zu verdanken, dass ihn nicht auf der Stelle ein Schlag tötete. Ganz erschöpft von der großen Anstrengung und von der beständigen Angst, von seinen Verfolgern eingeholt zu werden, lag er am Ufer, wärmte und trocknete sich an den heißen Strahlen der Sonne. Da fühlte er plötzlich einen heftigen Fieberfrost in seinen Gliedern. Er raffte sich auf und schleppte sich mühsam in den nahen dichten Forst, wo er sich, ohne zu wissen, Weiterlesen