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Wolfgang Brandt

Liz Webb – Die Bucht

Liz Webb – Die Bucht

Nancy und ihr Freund Calder ziehen von London auf eine kleine Insel vor der Westküste Schottlands, um einen Neuanfang zu wagen. Auf dieser Insel gibt es Schiefervorkommen, die in früheren Jahren abgebaut wurden, um Dächer in Großbritannien zu decken. Jetzt wird der Schiefer dafür in Wales abgebaut.

Das Paar will auf der Insel in das Haus der verstorbenen Mutter Calders ziehen, der zu den verlorenen Kindern der Insel gehört, also in seiner Jugend von der Insel fortzog, weil es ihm schon als Teenager dort langweilig wurde, wie vielen seiner Freunde.

Nancy war zuvor nur ein einziges Mal auf der Insel, im Sommer und nur eine Nacht, um endlich Calders Mutter Isla kennenzulernen, von der sie schon viel gehört hatte. An diesem Tag schien dort die Sonne, und als sich die beiden zum Umzug entschlossen, kalkulierte Nancy nicht ein, wie extrem das Wetter dort im Winter sein würde.

Vor einigen Monaten starb dann Isla unerwartet an einem Herzinfarkt und wurde gemäß den Anweisungen in ihrem Testament kremiert. Sie hinterließ Calder ihr Cottage auf der Insel.

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Mosaik Band 2

Hannes Hegen
Mosaik Band 2
Dig, Dag, Digedag. Bei Windstärke 12

Abenteuer, Comic, Verlag Neues Leben, Berlin, März 1956, 32 Seiten, Texte: Hannes Hegen, Hans Oesterreicher, Zeichnungen: Hannes Hegen, Kolorierung und Tusche: Jochen Arfert, Heinz Handschick

Das zweite Heft der Reihe Dig, Dag und Digedag trägt den verheißungsvollen Titel Bei Windstärke 12 und entfaltet eine stürmische Seefahrergeschichte. Sie versetzt die Leserschaft mitten hinein in eine Welt voller Aufruhr, Gefahren und überraschender Wendungen.

Zu Beginn werden die Digedags als Schiffsjungen auf einem Segelschiff verpflichtet, was zwar ehrenvoll klingt, aber zunächst auf den Widerwillen des mürrischen Seemanns Babuk stößt. Erst die strenge Drohung des Kapitäns, ihm die Rumration zu kürzen, bewegt den Griesgram, das Gespann widerwillig unter seine Fittiche zu nehmen.

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Keltische Rituale und ihre dunklen Seiten

In den Nebeln der alten Wälder, wo der Atem der Erde sich mit dem Hauch der Götter vermischte, wanderten die Kelten. Sie kannten das Geheimnis von Blut und Flamme, von Wasser und Stein. Sie wussten: Leben war Gabe. Leben war Opfer.

Wenn sich der Weidenmann erhob, ragte er wie ein stummes Götterbild in den Himmel: geflochten aus Ästen und durchdrungen vom Geist des Waldes. In seinem hölzernen Leib barg er Menschen und Tiere. Wenn die Flamme ihn verzehrte, stiegen nicht nur Schreie, sondern auch Seelen auf – Rauchfahnen, die den Weg zu den Himmlischen wiesen. Das Feuer war kein Mord, sondern eine Brücke – eine Brücke aus Glut, die die Lebenden in den Schoß der Götter trug.

Doch auch das Messer sang. Es schnitt nicht wild, sondern bedacht, Glied für Glied, Tropfen um Tropfen. Schmerz war ein Lied, das die Welt erhob, und Qual eine Münze, die an die Mächte entrichtet wurde. Manche starben nicht schnell, denn je länger das Fleisch litt, desto tiefer drang der Opfergesang in das Reich der Anderswelt.

Der Kopf aber war das Heiligtum. Dort wohnte die Seele, dort ruhte das Geheimnis der Lebenskraft. Wer den Kopf nahm, nahm mehr als ein Leben. Er nahm das Licht des Menschen, seine Macht und seinen Atem. Schädel hingen an Pferden, glänzten in Weiterlesen

Dracula (1958)

Dracula (1958)

Auf der Suche nach seinem vermissten Freund Jonathan Harker wird der Vampirjäger Dr. Van Helsing zum Schloss von Graf Dracula geführt. Dort findet er einen untoten Harker in Draculas Gruft und erfährt, dass der Graf es nun auf Harkers kränkelnde Verlobte Lucy Holmwood abgesehen hat. Mit der Hilfe von Lucys Bruder Arthur kämpft Van Helsing darum, Lucy zu beschützen und dem parasitären Schrecken von Graf Dracula ein Ende zu setzen.

Nachdem sich der Kutscher geweigert hat, sich dem Schloss Dracula zu nähern, legt der angesehene Gelehrte Jonathan Harker die letzten Kilometer seines Weges im Jahr 1885 zu Fuß zurück – ein Vorhaben, das unweigerlich ins Verderben führt (dies wird durch das Lesen seiner Tagebucheinträge erzählt). Beim Betreten der düsteren, gotischen Residenz, die überraschend gut beleuchtet ist, wird er in einem prunkvollen Saal mit einer anständigen Mahlzeit empfangen. Doch sein Gastgeber bleibt unsichtbar. Stattdessen wird er von einer geisterhaften Frau überrascht, die ihm unheilvolle Bitten und Warnungen zuflüstert: »Er hält mich gefangen! Bitte hilf mir zu entkommen!«

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Die Legende von Gogmagog’s Leap

Die Legende von Gogmagog’s Leap
Zwischen Mythos, Geschichte und Landschaft

Plymouth Hoe, eine weitläufige Grünfläche mit Blick auf den Ärmelkanal, ist nicht nur aufgrund seiner strategischen Lage und Nähe zur Festung von Plymouth von Bedeutung. Der Ort birgt auch eine jahrhundertealte Legende, die tief in der englischen Mythologie verwurzelt ist: die Geschichte von Gogmagog, dem Anführer einer urzeitlichen Riesenrasse.

Noch im 17. Jahrhundert berichteten Zeitgenossen, dass bei Ausgrabungen für die Zitadelle riesige Kieferknochen und Zähne gefunden wurden – Relikte, die man damals dem sagenhaften Riesen zuschrieb. So wurde ein Mythos, der vermutlich auf vorchristliche Erzählungen zurückgeht, durch diese Funde erneut belebt.

Die Legende beginnt mit der Landung von Brutus von Troja und seinem Gefährten Corineus an der Küste von Plymouth. Der Sage nach gehörten beide zu einem Volk trojanischer Flüchtlinge, das nach dem Untergang Trojas in der Fremde ein neues Heimatland suchte.

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