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Wolfgang Brandt

Mosaik Band 3

Hannes Hegen
Mosaik Band 3
Die Bimmel-Bummelbahn

Abenteuer, Comic, Verlag Neues Leben, Berlin, März 1956, 32 Seiten, Texte: Hannes Hegen, Hans Oesterreicher, Zeichnungen: Hannes Hegen, Kolorierung und Tusche: Jochen Arfert, Heinz Handschick

Mit dem dritten Heft der legendären Comic-Bilderzeitschrift Mosaik festigte Schöpfer Hannes Hegen (Johannes Hegenbarth) das Fundament für den langanhaltenden Erfolg seiner Publikation in der DDR. Nach den ersten beiden Heften, die die Digedags – Dig, Dag und Digedag – auf einer abenteuerlichen Orientreise einführten, verlagert Heft 3 das Geschehen in eine dynamische, von Technikbegeisterung und humorvollem Chaos geprägte Reisewelt. Die Erzählung nutzt das Motiv der Eisenbahnfahrt als klassisches literarisches und grafisches Vehikel, um menschliche Schwächen, technischen Pioniergeist und gesellschaftliche Interaktion auf engstem Raum zu parodieren.

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Metamorphose des Phantoms in der Belle Époque

Vom Logenbesetzer zum Weltverschwörer
Die Metamorphose des Phantoms in der Belle Époque

Eine vergleichende Untersuchung zur literarischen Kontinuität von Gaston Lerouxs Le Fantôme de l’Opéra und Souvestre/Allains Fantômas

Die französische Kriminalliteratur und der Fortsetzungsroman der Belle Époque brachten zwei überlebensgroße Gestalten hervor, die das kollektive Imaginäre des 20. Jahrhunderts tief geprägt haben: Erik, das tragische, orgelspielende Phantom der Oper (Gaston Leroux, 1910), und Fantômas, den Meister des Schreckens (Pierre Souvestre und Marcel Allain, 1911).

Auf den ersten Blick trennen diese beiden Figuren Welten – auf der einen Seite das spätromantische Gothic-Melodram, auf der anderen der nihilistische, moderne Action-Thriller. Betrachtet man sie jedoch durch die Prismen der Wissenschaft und Lehre von der Dichtkunst, der Psychoanalyse, der Raumsemantik und der Medienarchäologie, offenbaren sich verblüffende Analogien.

Es lässt sich die These aufstellen, dass Fantômas die folgerichtig modernisierte Emanzipation des Phantoms der Oper ist – Weiterlesen →

Zwanzig Jahre zwischen den Welten

Zwanzig Jahre zwischen den Welten

Es gibt Daten, die zunächst unscheinbar wirken. Der 5. Juni 2006 war so ein Tag. Kein Feiertag, kein Paukenschlag in den Abendnachrichten. Und doch wurde an diesem Tag ein digitales Fenster geöffnet, durch das seit nunmehr zwanzig Jahren Gespenster flüstern, Helden stolpern, Schatten lachen und Geschichten atmen: Geisterspiegel ging online.

Was damals begann, war mehr als der Start einer weiteren Website. Es war ein Versprechen – vielleicht kein bewusst formuliertes –, das sich bis heute einlöst: Geschichten eine Bühne zu geben, unabhängig von Marktlogik, Verkaufszahlen oder kurzlebigen Moden. In einer Zeit, in der das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, Blogs boomten und soziale Netzwerke ihre ersten Schritte machten, setzte Geisterspiegel auf Inhalte statt Effekte. Auf Worte statt Werbebanner. Auf Atmosphäre statt Aufmerksamkeitsökonomie.

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Hagen – Im Tal der Nibelungen

Hagen – Im Tal der Nibelungen
Ein deutsches Fantasy-Großprojekt im Kino? Da schrillten bei Genre-Fans reflexartig die Alarmglocken. Zu oft endete der Versuch, internationales Niveau zu erreichen, in sterilem CGI-Murks oder unfreiwillig komischer Ritterspiel-Romantik. Doch mit Hagen – Im Tal der Nibelungen wagen die Regisseure Cyrill Boss und Philipp Stennert etwas, das Seltenheitswert hat: Sie nehmen Wolfgang Hohlbeins Roman-Klassiker und bürsten den uralten Nibelungen-Mythos radikal gegen den Strich.

Das Ergebnis? Ein spektakulärer, mutiger und visuell berauschender Ritt, der am Ende vor allem an seiner eigenen Verwertungsstrategie stolpert.

Der größte Triumph des Films liegt in seiner Psychologie. Vorbei sind die Zeiten, in denen das Nibelungenlied brav in Gut gegen Böse unterteilt wurde.

Hagen von Tronje (Gijs Naber) ist kein finsterer Meuchelmörder aus dem Hinterhalt, sondern ein stoischer Pragmatiker. Getrieben von eiskalter Staatsräson und einer tief vergrabenen, unerfüllbaren Liebe zu Kriemhild, bekommen seine späteren Grausamkeiten Weiterlesen →

Die Legende von Joaquin Murrieta

Geschichten aus dem alten Westen: Die Wahrheit hinter dem Geist

Von den staubigen Goldfeldern Kaliforniens bis in die Saloons von San Francisco – kaum ein Name lässt das Herz von Western-Enthusiasten so höherschlagen wie der von Joaquin Murrieta. Doch wer war der Mann, dessen Kopf einst für Dollarscheine in Alkohol konserviert wurde? Ein edler Rächer oder ein kaltblütiger Killer? Schenk dir einen Whiskey ein, Stranger, denn heute trennen wir im rauen Wind der Geschichte die Fiktion vom Fakt.

Jeder, der am Lagerfeuer gerne den alten Geschichten lauscht, kennt die klassische Tragödie: Ein friedlicher mexikanischer Farmer wird von gierigen Miners um sein Recht gebracht. Sein Bruder wird unschuldig gelyncht, er selbst brutal ausgepeitscht, und seine bildschöne junge Frau stirbt nach einer Schändung in seinen Armen. Joaquin schwört bittere Rache. Er jagt seine Peiniger einen nach dem anderen, wird zum Schrecken des Westens und endet schließlich im Kugelhagel der neu gegründeten California Ranger unter dem legendären, knallharten Grenzer Harry Love.

Es ist verdammt gutes Kino. Das Problem daran? Es ist fast komplett erlogen.

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