Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 14
Muwis
oder der Dreck- und Lumpenmann
In einem dicht bevölkerten Dorf am Huronsee lebte einst eine berühmte Indianerschönheit, die sich der Anbetung aller jungen Krieger und Jäger brüstete, aber auch jedem, der sich ihr mit redlichen Absichten genähert hatte, unbarmherzig die Tür gewiesen hatte. Am stärksten hatte sich ein schmucker Jüngling namens Mämondädschinin in sie verliebt. Doch als er sie einst mit einem Vertrauten besuchte und ihr seine glühende Liebe zu ihr in den heitersten Farben malte, hielt sie ihm einfach als Antwort ihre geballte Hand ins Weiterlesen
Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 13
Sechs Brüder, zum Stamm der kräftigen, Oberkanada bewohnenden Natowa gehörig, gingen einst an einem Morgen in aller Frühe auf die Jagd, von der jedoch am Abend nur fünf zurückkehrten. Als am anderen Tag deshalb Nachforschungen gehalten wurden, fand man den Vermissten entseelt unter einem Baum liegen. Sein Körper zeigte Spuren grausamer Gewalttätigkeiten, was große Trauer in die Familie, besonders aber über seine jüngste Schwester brachte, die den Erschlagenen am meisten geliebt hatte.
Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 12
In einer einsamen Hütte, die weit im Norden am Ufer eines von hohen Felsen umgebenen Sees stand, lebten zwei arme Waisenkinder, ein Mädchen und ein Knabe, der nicht höher als ein Grashalm war. Eines prächtigen Wintertages sagte er zu seiner Schwester: »Mach mir einen kleinen Ball, damit ich mir auf dem glatten, hellen Eis die Zeit verkürzen kann!«
Die Schwester tat es auch, bat ihn aber, ja nicht weit von ihrer Wohnung zu gehen, damit ihm nicht ein Weiterlesen
Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 11
Matschi Manitu
oder der Böse Geist
Metowäk oder, wie die weißen Leute sagen, die Lange Insel (Long Island) war ursprünglich eine unwirtliche Sandwüste, in die sich gewöhnlich Gitschi Manitu, der Meister des Lebens, flüchtete, wenn er den Plan zur Erschaffung einer neuen Kreatur aushecken wollte. Die Insel war geräumig und durch das sie umgebende Wasser vor jedem störenden Besuch gesichert.
Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 10
Wäwäbisowin1
oder die Schaukel am Seeufer
Hoch oben am nördlichen Ufer des Huron lebte ein altes Weib mit ihrem Sohn und dessen Frau nebst einem kleinen Waisenknaben, den sie aus Mitleid angenommen hatte. Ihr Sohn ging tagtäglich auf die Jagd und brachte seiner Gemahlin stets fette Hirschlippen, wohlschmeckende Bärennieren und sonstige Leckerbissen mit, die sie sich dann braun und hart röstete. Diese zärtliche Aufmerksamkeit war aber der Alten ein Dorn im Auge, und sie beschloss daher, ihre Schwiegertochter umzubringen.
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