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Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 84

Mythen-und-Sagen-der-IndianerVon einer zweiköpfigen Schlange

Ein Knabe hatte einst eine zweiköpfige Schlange gefangen und in eine Schachtel gesteckt, wo er sie zehn Winter lang mit Vogelfleisch fütterte. Im Verlauf dieser Zeit wurde sie aber so groß und stark, dass sie nur fette Bären, Hirsche und Büffel zu sättigen vermochten, was dem inzwischen zu einem mutigen Jäger herangereiften Knaben viel Mühe verursachte.

Als er eines Tages ausgegangen war, kroch die Schlange aus ihrer Behausung hervor, trat alle Bäume wie Gras nieder und drohte alle Menschen zu verschlingen. Die Krieger vermochten mit ihren besten Waffen nichts gegen sie auszurichten und mussten eilends in eine geräumige Höhle flüchten, in die sie ihrer Größe wegen nicht folgen konnte. Lauernd und züngelnd blieb sie daher vor dem Eingang liegen, und alle Versuche, sie zu verscheuchen, schlugen fehl.

Nun hatte einer dieser Krieger einen Traum, dass, wenn er seine Pfeile mit dem Haar seiner Schwester, das medizinene Eigenschaften besaß, schmücke, diese die Haut der Schlange durchdringen würden. Er folgte also diesem Traum und war auch wirklich so glücklich, mit dem ersten Schuss das Herz des höllischen Reptils vollständig zu zerstören, sodass es augenblicklich tot niedersank. Auf diese Art wurde die Menschheit von ihrem sicheren Untergang gerettet.

Quelle:

  • Karl Knortz, Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas, Jena 1871

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