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Der letzte Whisky

Carsten Sebastian Henn
Der letzte Whisky

Krimi, Hardcover mit Schutzumschlag, Pendo Verlag, München, Oktober 2014, 368 Seiten 16,99 Euro, ISBN: 9783886123687, Titelbild: Oliver Wetter
www.pendo.de

Dieser Krimi ist wirklich eine gelungene Abwechslung zu all der Gewalt, die ich sonst so lese. Auf der kleinen schottischen Insel Islay wird im Moor eine Leiche gefunden, gut erhalten und mit angeknabberter Kehle. Die Inselbewohner vermuten, dass diese seit Jahrhunderten dort liegt und vom Torf konserviert wurde. Als sie beim Ausgraben aber ein Handy finden, verwerfen sie diese These schnell wieder. Schnell wird der Leichnam als Lewis Collin identifiziert. Da der Manager der Whiskydestillerie, auf dessen Grund die Leiche gefunden wurde, aus persönlichen Gründen nicht den Dorfpolizisten Constable Dolan informieren will, bittet er den aus Deutschland kommenden Prof. Dr. Dr. Adalbert Bietigheim um Hilfe, der gerade auf der Insel verweilt und schon einige Kriminalfälle erfolgreich gelöst hat. Aber eigentlich ist er kein Kriminalist, sondern Inhaber eines Lehrstuhls für Kulinaristik. Dieser lässt sich trotzdem schnell überreden, für ein Honorar in Form eines Fasses Whisky, den Fall aufzuklären. Aber damit fangen die Verwirrungen und Verwicklungen erst an.

Das Buch ist herrlich leicht zu lesen und hat einen tollen trockenen schottischen Humor. Es hat mich sofort an englische Krimiserien wie z. B. Inspector Barneby erinnert. Es besticht nicht durch hochtrabende Ermittlungen oder Spannung, sondern lebt von den schrulligen Figuren, von denen es mehr als genug gibt. Ob es nun die stets über gelaunte Wirtin Elisabeth Herrington ist, die man scheinbar nur mit Minze fröhlich stimmen kann, oder verschiedene Distellereibesitzer, die natürlich alle den besten Whisky herstellen, sie alle bestechen durch ihren mehr oder weniger ausgeprägten Charme. Nebenbei erfährt der Leser viel über Whisky, wie der hergestellt wird, was seine besondere Note ausmacht und das man ihn geradezu bei jeder Gelegenheit, zu jeder Tageszeit trinken sollte.

Die Kapitelnamen musste ich dann erstmal googeln, aber selbst das hat viel Spaß gemacht. So nennt sich ein Kapitel Uisge beatha, was heute einfach Whisky bedeutet oder eines heißt Dram eine englische Maßeinheit der Masse.

Obwohl ich von dem Buch nicht betrunken wurde, habe ich doch weit mehr als einmal laut lachen müssen, diese Art von Humor ist genau mein Ding.

Ich werde mir sicher noch das Buch Die letzte Praline von dem Autor kaufen und bin sehr gespannt auf die Schokoladenrezepte.

(sg)