Samhain
Das Samhain-Fest markierte das Ende des keltischen Jahres und den Beginn des neuen und kann daher mit dem Silvesterabend verglichen werden. Historischen Berichten zufolge war es ein weitverbreiteter Glaube unter den Kelten, dass die Nacht dem Tag vorausging, weshalb die Feierlichkeiten am Abend vor Samhain stattfanden. Dieses Fest galt als das bedeutendste der vier keltischen Feste und stellte einen entscheidenden Zeitpunkt voller symbolischer Bedeutung für die vorchristlichen Iren dar. Die Feierlichkeiten auf dem Hügel von Tlachtga könnten von einem Fruchtbarkeitsritual abstammen, in dem viele andere Glaubensvorstellungen vereint wurden, die in einem großen Feuerfest zum Ausdruck kamen.
Der wahrnehmbare und scheinbare Rückgang der Sonnenkraft zu dieser Jahreszeit war für den frühen Menschen besorgniserregend, und das Entzünden der Winterfeuer symbolisierte den menschlichen Versuch, der Sonne bei ihrer Himmelsreise zu helfen. Feuer, als irdisches Gegenstück zur Sonne, war ein mächtiges Symbol, um die menschliche Ohnmacht gegenüber dem Gefühl des Verfalls der Natur beim Einsetzen des Winters auszudrücken.
Sagen der mittleren Werra 91
In Gumpelstadt heißt links von Waldfisch her die erste Gasse die Hintergasse. An der Ecke, wo sich dieselbe nach rechts umbiegt, fließt die Dorwich (Dorbach), die hier das Pom- oder Pummwasser heißt. Ebenso wird der darüberführende Steg der Pummsteg genannt.
Hier sitzt nachts ein rauhaariger Kobold, ähnlich dem Steinbacher Bieresel, springt den Nachtwandlern auf den Nacken, gibt ihnen Ohrfeigen und lässt sich eine Strecke Weges mit forttragen. Er wird das Pummpälzche genannt.
Von der Dunnerkuitte bei Gumpelstadt
In östlicher Richtung von dem Dorf Gumpelstadt zum Gebirge hin liegt zwischen der alten und neuen Wart ein Flurteil, die Dunnerkuitte genannt, und zwar, weil sich an jener Stelle die heftigsten Gewitter zusammenziehen, sich unter Donner und Blitz entladen und viel Unheil anrichten.
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges 11
Max Klose
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges
Mit zahlreichen Abbildungen aus dem Riesengebirge
Verlag von Brieger & Gilbers. Schweidnitz (Świdnica). 1887.
Überarbeitete Fassung
11. Der Neuteich
Als der Burgherr von dem Kynast bei Warmbrunn einen neuen Teich anlegen ließ, (Frauenteich?) soll derselbe dem Burghauptmann von Niebelschütz (1433) die Bewirtschaftung desselben aus Teilung gegeben haben, sodass die Probstei die Hauptsache bekam.
Mir einen Fisch und auch dir einen Fisch,
aber dem Prior stets zwei auf den Tisch.
Deutsche Märchen und Sagen 193
Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
261. Unsere liebe Frau vom weißen Zweig zu Ronsse
Zu Ronsse findet man unter viel anderen Kapellchen auch das unserer lieben Frau vom weißen Zweig. Wo es nun steht, da stand vor vielen hundert Jahren eine gewaltige uralte Eiche, zwischen deren dichten Zweigen ein hölzernes Marienbild hing. Dies hatte Wunderkraft und viel Kranke fanden bei ihm Genesung; kein Wunder also, wenn es bald in der ganzen Gegend bekannt und berühmt wurde und Pilger aus allen Städten und Dörfern sich zu ihm drängten. Was jeden der Pilger aber am meisten wunderte, war, dass der Zweig, an dem es hing, ganz schneeweiße Blätter trug. Von ihm hieß man das Bild Maria zum weißen Zweig. Den Satan ärgerte die Andacht der Gläubigen zu dem Bild und er trieb einige Bösewichte an, den weißen Zweig abzuschneiden und ihn in einen tiefen Pfuhl zu verbergen. Doch damit gewann er nichts, denn zu gleicher Zeit fühlte die Witwe von Graf Johann von Nassau sich gedrungen, über dem Bild eine Kapelle zu bauen. Dadurch nahmen die Wallfahrten zu der Eiche nur zu und bis heute bleibt die Kapelle eine der Weiterlesen
Deutsche Märchen und Sagen 192
Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
260. Die Wundereiche zwischen Sichem und Diest
Um das Jahr 1305 zogen große Pilgerfahrten in Flandern zu einer Eiche, die etwa auf halbem Weg zwischen Sichem und Diest stand. Diese Eiche wuchs in Form eines Kreuzes mit zwei herausragenden Ästen. Viele Menschen kamen dorthin, hängten Krücken und Stöcke an den Baum und behaupteten, durch die Eiche geheilt worden zu sein. Einige legten sich sogar unter den Baum und träumten, dass sie durch ihn gesundet wären. Ein Trunkenbold aus Diest zog einmal sein Schwert und schlug all den Plunder herunter, der an dem Baum hing. Ein anderer, der das sah, fand es ungehörig und hängte alles wieder an den Baum.
Eines Tages kam ein junger Mann, der sich unter den Baum legte und um Heilung bat. Nach einer Stunde verspürte er großen Durst und bat seine Frau, ihm etwas zu trinken zu holen. Die Frau eilte zu einem nahen Haus. Während ihrer Abwesenheit kam ein großer Weiterlesen


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