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Geisterwelten

Das Geisterschiff – Kapitel 16

John C. Hutcheson
Das Geisterschiff
Kapitel 16

Volle Fahrt voraus

Ich war so empört über das, was der boshafte kleine Kerl gesagt hatte, dass ich mich sofort auf dem Absatz umdrehte und ihn ohne ein weiteres Wort verließ. Ich ging nach vorne zur Brücke, um dem Kapitän Stoddarts Botschaft zu überbringen.

Hier sah ich Colonel Verekers imposante Gestalt, die überall auffallen würde. Er ragte über die Reling hinaus und seine fast herkulischen Proportionen, gepaart mit dem traurigen Ausdruck in seinem edlen Gesicht, erinnerten mich irgendwie an die Bilder der alten Kavaliere aus den Stuart-Tagen. Dies ließ mich die grundlose Unterstellung, er sei ein Betrüger, umso mehr verabscheuen.

Die Vorstellung, dass so etwas möglich sein könnte, konnte nur einem niederträchtigen Geist wie dem von Spokeshave einfallen. Weiterlesen

Varney, der Vampir – Kapitel 37

Thomas Preskett Prest
Varney, der Vampir
oder: Das Blutfest

Ursprünglich als penny dreadful von 1845 bis 1847 veröffentlicht, als es zum ersten Mal in Buchform erschien, ist Varney, der Vampir ein Vorläufer von Vampirgeschichten wie Dracula, die es stark beeinflusst hat.

Kapitel 37

Sir Francis Varneys getreuer Gegenpart – Floras Eingreifen

Der alte Admiral, dessen Großzügigkeit und offenkundige Einfalt das Bannerworth-Haus tief beeindruckt hatten, hatte so sehr die Herzen der Familie gewonnen, dass, obwohl nur Flora seine Art, sich gegenüber Mr. Marchdale zu verhalten, billigte, sie dennoch nicht umhinkonnten, ihn zu mögen. Hätten sie wählen müssen, ob der Admiral oder Marchdale bei ihnen bleiben sollte, so wäre ohne Frage der Admiral gewählt worden.
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Das Geisterschiff – Kapitel 15

John C. Hutcheson
Das Geisterschiff
Kapitel 15

Die Jagd auf das Schiff beginnt

Die Wirkung dieser Nachricht war elektrisierend, nicht nur auf den Kapitän, sondern auf alle, die um ihn herumstanden.

»Großer Gott, Mann!«, rief der Kapitän und starrte den anderen mit wildem Erstaunen an. »Was meinen Sie? Ich verstehe Sie nicht, Sir. Ihr Schiff, sagen Sie …«

»Meine Worte sind klar genug, Kapitän«, unterbrach der Fremde den Kapitän. »Unser Schiff, die SAINT PIERRE, befindet sich in der Gewalt einer Bande haitianischer Schwarzer, die sich auf hoher See gegen uns erhoben haben und die meisten Offiziere und Besatzungsmitglieder ermordeten. Dann warfen sie den armen Kapitän Alphonse, der das Kommando hatte, über Bord, nachdem sie ihn halb totgeschlagen hatten. Die übrigen unglücklichen Seeleute und Passagiere, darunter meine kleine Tochter, sind jetzt den Weiterlesen

Die Gespenster – Vierter Teil – 21. Erzählung

Die Gespenster
Kurze Erzählungen aus dem Reich der Wahrheit von Samuel Christoph Wagener
Allen guten Schwärmern, welchen es mit dem Bekämpfen und Ablegen beunruhigender Vorurteile in Absicht des Geisterwesens ernst ist, liebevoll gewidmet von dem Erzähler Friedrich Maurer aus dem Jahr 1798
Vierter Teil

Einundzwanzigste Erzählung

Das Gespenst an Bord eines Schiffs, durch dessen Erscheinung ein Verständiger blödsin­nig wird

Im Junius des Jahres 1734, lag Herr Walker mir seinem Schiff, ELISABETH genannt, im Hafen zu Cadix vor Anker und hatte Herrn Burnet, einen Irländer, der als Mediziner in sein Vaterland zurückzukehren im Begriff war, an Bord. Walker stand mit dem Letzten in einer vertrauten Bekanntschaft und liebte ihn ungemein, weil er ein sehr vernünftiger Mann und im Umgang angenehm lebhaft war. Einst war die Rede von Erscheinungen abgeschiedener Freunde. Der Irländer schien stark daran zu glauben; wenigstens erzählte er Weiterlesen

Ein Vampir – 2. Teil

Ein Vampir
Aus: Die Plauderstube
Eine Sonntagsausgabe zur Erheiterung für Stadt und Land
Beilage zum Landshuter Wochenblatt und Kurier für Niederbayern, November/Dezember 1865
2. Teil

Am Abend desselben Tages, an welchem die geschilderten Ereignisse vorfielen, saßen drei Herren in der Laube eines kleinen freundlichen Gartens im eifrigen Gespräch beisammen.

Auf dem gedeckten Tisch vor ihnen standen Speisen und einige Flaschen Wein, deren Inhalt von einem der drei Herren fleißig in die Gläser geleert wurde.

Dieser Mann, welcher sich so eifrig dem Dienst widmete, den Durst seiner beiden Genossen zu löschen, war der Herr des Gartens und des an denselben stoßenden Hauses, die anderen beiden waren seine Gäste.

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