Der Bursche mit dem Bierfässchen
Der Bursche mit dem Bierfässchen
Es war einmal ein Bursche, der hatte viele Jahre bei einem Bauern hoch oben im Norden gedient. Dieser Mann war ein Meister im Bierbrauen. Sein Trunk war so über alle Maßen köstlich, dass man weit und breit nichts Vergleichbares fand. Als die Zeit gekommen war, weiterzuziehen, zahlte ihm der Meister den wohlverdienten Lohn aus. Doch der junge Mann erbat sich nichts weiter als ein kleines Fässchen vom Weihnachtsbier. Dies wurde ihm gewährt, und so zog er frohen Mutes seiner Wege.
Eine geraume Weile schleppte er die Last; doch je weiter er wanderte, desto schwerer lastete das Holz auf seinen Schultern. So hielt er allmählich Ausschau, ob ihm nicht jemand begegnen würde, der ihm Gesellschaft leisten könnte – damit der Vorrat abnähme und die Last leichter würde. Schließlich traf er auf einen alten Mann mit einem wallenden, langen Bart.
»Guten Tag«, grüßte der Alte.
»Guten Tag«, erwiderte der Bursche.
Die Chronik der Könige von Norwegen – Teil 1
Die Chronik der Könige von Norwegen
Von Snorri Sturlson (ca. 1179-1241)
Ursprünglich um 1225 n. Chr. in Altnordisch vom Dichter und Historiker Snorri Sturlson verfasst.
Die Heimskringla von Snorri Sturlason ist eine Sammlung von Sagas über verschiedene Herrscher Norwegens, von etwa 850 n. Chr. bis zum Jahr 1177 n. Chr.
Obwohl Gelehrte und Historiker weiterhin über die historische Genauigkeit von Sturlasons Werk debattieren, wird die Heimskringla dennoch als eine bedeutende Originalquelle für Informationen über die Wikingerzeit angesehen, welche Sturlason fast vollständig abdeckt.
Vorwort von Snorre Sturlason
In diesem Buch habe ich alte Geschichten aufgeschrieben, die ich von klugen Leuten gehört habe, über Fürsten, die in den nördlichen Ländern herrschten und die dänische Sprache sprachen; ebenso über einige ihrer Familienzweige, so wie es mir erzählt Weiterlesen
Die Geschichte des Pony Express 05
Die Geschichte des Pony Express
Kapitel V
Kalifornien und die Sezessionsgefahr
Als die Südstaaten austraten, war eine Verschwörung im Gange, um Kalifornien aus der Union zu drängen und eine neue Republik des Pazifiks zu organisieren, mit der Sierra Madre und den Rocky Mountains als Ostgrenze. Dieses geplante Gemeinwesen sollte nach seiner Errichtung und der Unterwerfung aller Unionisten im Westen, die es wagten, sich zu widersetzen, schließlich mit der Konföderation fusionieren. Im Falle eines Sieges der Letzteren – was zu Beginn des Krieges vielen sicher schien – würde das Territorium der Konföderierten Staaten von Amerika den gesamten Südwesten umfassen und sich vom Atlantik bis zum Pazifik erstrecken. Abgesehen von den allgemeinen Plänen ist es natürlich unmöglich, genaue Details dieses Komplotts zu sichern. Dass die Verschwörung jedoch existierte, wurde nie widerlegt.
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Sagen der mittleren Werra 103
»Mein Urgroßvater, den sie nur Schmied’s Hans nannten«, begann einer aus Möhra, »hier vom Wirtshausfenster aus kann man gerade wieder das Haus sehen, in dem er gewohnt hat. Der hatte eine weiße Frau im Haus, um die sich aber kein Mensch weiter bekümmerte, weil sie noch keinem etwas zuleide getan hatte. Nur ein einziges Mal hat er sie böse gemacht, als er wie gewöhnlich spät aus dem Wirtshaus heimging, in der Küche etwas knistern hörte und glaubte, es sei seine Frau. Da rief er sie dreimal bei ihrem Namen: ›Else! Else!‹ Und da er keine Antwort erhielt, wurde er böse und hieß sie, während er die Treppe hinaufging, ihn im … lecken. Kaum war ihm dieser Schimpf über die Zunge gekommen, stürzte die weiße Frau zornig aus der Küche und ihm nach. Er war jedoch mit ein paar Sätzen an der oberen Stubentür, denn dorthin und in die untere Stube durfte sie nicht gehen. Sie verschwand daher in der Rauchkammer, in die sie sonst aus dem Keller oder der Küche ging.
Neben der Rauchkammer war die Schlafkammer einer Frau aus Ruhla, die dem Alten nach Elses Tod den Haushalt besorgte. Zu der kam die weiße Frau später oft mehrere Nächte hintereinander, wenn die Alte müde war und sie ein verfluchtes Schönglaich (Schindluder) nannte, so seufzte sie und verschwand. Auch nach Schmieds Hansens Tod blieb das Gespenst im Haus. Da fiel Weiterlesen
Sagen der mittleren Werra 102
Der Alb, der im Werragrund und dessen nächster Umgebung allgemein genannt wird, ist fast immer ein unheimliches Weibsbild, welches die Gabe besitzt, sich nachts zu denjenigen einzuschleichen, die es drücken und beängstigen will. Zu diesem Zweck benutzt es im Notfall sogar das Schlüsselloch. Sie nimmt die Gestalt einer Katze, eines Marders oder eines anderen haarigen Spuks an, springt auf das Bett, legt sich dem Schlafenden auf Brust oder Hals und drückt ihn so, dass er die Unholdin weder abzuwerfen noch um Hilfe zu schreien imstande ist. Hat sie sich genug an der Angst und dem Gewimmer des Geplagten ergötzt, verschwindet sie wieder auf demselben Weg.
In Möhra stehen besonders diejenigen Frauen in Verdacht, ein Alb zu sein, denen die Augenbrauen über der Nase zusammengewachsen sind.
Ein derart gezeichnetes Mädchen aus Möhra kam eines Abends mit einer Freundin aus der Spinnstube. An der Schmiede angekommen, stellte sie ihr Spinnrad vor das Haus, sagte zu ihrer Freundin: »Warte hier ein wenig und sieh nach meinem Rad, ich Weiterlesen

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