Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges 31
Max Klose
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges
Mit zahlreichen Abbildungen aus dem Riesengebirge
Verlag von Brieger & Gilbers. Schweidnitz (Świdnica). 1887.
Überarbeitete Fassung
8. Der Schatz im Burgkeller
Hinter dem Haupteingang der Burg Lähnhaus zeigt sich an der linken Seite im Gebüsch ein halbverfallenes Kellerloch, aus welchem ein kalter Modergeruch steigt. Dieses Loch soll der Eingang zu einem unermesslichen Schatz sein, der seit Jahrhunderten dort in der Tiefe ruht. Die Reichtümer sind aber von einem geisterhaften Ritter bewacht, der bei Mondschein oft aus dem Kellerloch hervorlugt. Der Ritter wird entweder Hans oder Konrad genannt. Unter Hans von Czedliz, der 1465 in den Besitz der Burg kam, wurde sie zu den gefürchtetsten Raubschlössern des Landes gerechnet.
Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg 69

Die Gänse von Putlitz
Uralt ist das Geschlecht der Edlen Herrn geheten de Gense in der Priegnitz. Bald nennen sie sich von Wittenberge, bald von Perleberg, wo auch eine Gänseburg war, bis schließlich die Bezeichnung von Putlitz alle anderen überwog, und dieser Name verblieb. Lange haben sie eine hervorragende Stellung in der Geschichte der Priegnitz eingenommen, und ihr Länderbesitz war groß, größer zeitweise als der der Grafen von Ruppin. Auch in der altmärkischen Wische auf dem linken Elbufer besaßen sie Güter, denn dort liegt ebenfalls mitten im Sumpf ein Burgwall, die Gansenburg genannt.
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Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg 68

Die Wenden bei Lenzen
In der Nähe von Lenzen gegen Mecklenburg zu liegt das Dorf Seedorf, welches auf einem abgelassenen See von niederländischen Kolonisten gegründet sein soll. Daneben ist eine Breite des Flüsschens Löcknitz, die in der Sprache der Leute der Wennsee genannt wird. In diesem soll nach der Sage einstmals ein ganzes Wendenheer seinen Untergang gefunden und der See daher den Namen empfangen haben. Man meint auch, dass es an demselben nicht recht richtig sei; wenigstens sollen sich des Nachts die Geister der Umgekommenen noch dort sehen lassen und, den Kopf unter dem Arm, herumwanken. Wirklich sind auch noch in der neuesten Zeit dort Menschenschädel, die sehr alt waren, von den Fischern aus dem Wasser aufgefischt worden.
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Kreaturen der Finsternis – Der Chupacabra
Weit im Hinterland, umarmt von schroffen Gipfeln und kargem Fels, lag ein Dorf inmitten seines bescheidenen Ackerlandes. Es war eine Welt aus Stein und wenigen, zähen Bäumen, in der die Menschen ein Leben in schlichter Eintracht führten. Sie bestellten den kargen Boden, hüteten ihr Vieh und feierten zur Erntezeit den kargen Segen ihrer Arbeit mit Musik und Speis. Es war eine Gemeinschaft, so eng verwoben wie ein festes Tuch; selten wagte sich jemand über die schützenden Grenzen des Tals hinaus. Sie lebten in tiefer Ehrfurcht vor der Natur, überzeugt, dass jedes Geschöpf seinen rechtmäßigen Platz in der Ordnung der Welt besaß.
Fremde waren selten, doch wenn sie die Pfade ins Dorf fanden, wurden sie mit offenen Armen empfangen – solange sie das ungeschriebene Gesetz des Ortes achteten. Doch mit den Wanderern kam bisweilen auch das Unheil: kleiner Diebstahl oder die Sünde der Wilderei. In solchen Zeiten oblag es dem Rat der Ältesten, über Recht und Unrecht zu richten.
Doch eines Tages erschien ein Wesen in ihrer Mitte, das keinem Gesetz der Natur entsprang. Es war kein gewöhnlicher Reisender. Das Geschöpf erhob sich auf die Hinterbeine, sein Leib war flach wie der einer Echse, der Rücken bewehrt mit Stacheln, die im Weiterlesen
Die Ribbon Society: Ursprung und konfessioneller Konflikt
Die Ribbon Society: Ursprung und konfessioneller Konflikt
Die Ribbon Society war ein katholischer Geheimbund, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts als militantes Gegengewicht zum protestantischen Orange Order entstand. Letzterer hatte seit seiner Gründung im Jahr 1796 in ganz Ulster massiv an Mitgliedern und politischem Einfluss gewonnen. In ihrer Tradition knüpfte die Ribbon Society an die Defenders und Whiteboys an – Gruppierungen, die bereits in früheren Phasen der unruhigen Geschichte Ulsters aktiv gewesen waren.
Das primäre Ziel der Gesellschaft war der Widerstand gegen die prekären Lebensbedingungen der katholischen Pachtbauern und Landarbeiter. Die Ungleichheit jener Ära war tief verwurzelt: Katholiken besaßen kaum Rechte, während skrupellose Grundbesitzer ihre Pächter oft willkürlich und ohne Vorwarnung von Haus und Hof vertrieben. Zudem belastete die Pflicht zur Zahlung von Zehntabgaben an die protestantische Staatskirche die Bevölkerung; eine Institution, von der die Katholiken weder geistlichen Beistand noch Gehör für ihre sozialen Nöte erfuhren.
Zusätzlichen Zündstoff bot eine großangelegte Kampagne zur Konvertierung irischer Katholiken zum Protestantismus – die erste Weiterlesen

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