Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg 55

Pater Wichmann in Neuruppin
In der Klosterkirche steht noch die Bildsäule vom Pater Wichmann, einem der Grafen von Lindow, der das Kloster hier gegründet haben soll und sein erster Prior gewesen ist. Er soll die Gabe gehabt haben, Wunderwerke zu tun, wovon in alten Schriften namentlich eine Begebenheit erzählt wird. »Einstmals«, heißt es, »hatte er jenseits des Ruppiner Sees, welcher dicht vor dem Kloster vorbeigeht, im Namen seines Konvents etwas zu verrichten. Weiterlesen
Berühmte Kavallerieanführer – 1
Attila, die Geißel Gottes (um 400 – 453 n. Chr.)
Einhundert Jahre nach dem Beginn der christlichen Ära sorgte ein furchtbarer Herrscher für Angst und Schrecken unter den Völkern Europas und Asiens. Es handelte sich um Attila, den König der Hunnen, bekannt als die Geißel Gottes für diejenigen, die unter seinen barbarischen und grausamen Kriegen litten. So gefürchtet war er, dass ungehorsame Kinder nicht auf herkömmliche Weise bestraft wurden. Stattdessen drohten Eltern, indem sie nach Norden zeigten und sagten: »Wenn du nicht brav bist, wird Attila aus dem Norden kommen mit all seinen Reitern, und er wird dich holen.« Diese Warnung reichte in der Regel aus, um das Kind zu einem guten Verhalten zu bewegen, denn Attila, der wilde Herrscher der Hunnenhorden, war bei allen, die ein Leben in Frieden und Harmonie schätzten, bekannt und gefürchtet.
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges 14
Max Klose
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges
Mit zahlreichen Abbildungen aus dem Riesengebirge
Verlag von Brieger & Gilbers. Schweidnitz (Świdnica). 1887.
Überarbeitete Fassung
III. Greiffenstein und Liebenthal
6. Der Schützling der Ahnfrau
Die Burgherrin auf dem Greiffenstein hatte unter ihrem Gesinde ein holdes und tugendsames Mädchen. Dasselbe war Grete, die Tochter des Burgvogts, und die Ahnfrau hatte es von Kindheit an in ihren Schutz genommen. Die schöne Grete aber vergaß keinen Abend, ihre Beschützerin in das Gebet einzuschließen. Eines Tages kam ein fremder Ritter auf der Burg an, welcher alle Mühe anstrengte, sich das Mädchen hold Weiterlesen
Adventskalender 2024 – 23. Türchen
Wo war es, wo war es nicht – es war einmal ein armer Mann, der hatte einen sehr frommen Sohn, der war Schafhirt. Eines Tages weidete er seine Schafe in einer sehr felsigen Gegend, und wie einer,… Weiterlesen
Adventskalender 2024 – 22. Türchen
Es war einmal ein armer Mann, der hatte zwölf Söhne, und weil er sie zu Hause nicht alle ernähren konnte, schickte er sie in die große Welt hinaus, sie sollten sich selbst ihr Brot verdienen und das Glück versuchen. Zwölf Tage und Nächte gingen die Brüder quer über Berg und Tal, bis sie zuletzt ein reicher König zu Reitknechten annahm und jedem dreihundert Gulden Jahreslohn versprach. Nun war unter den Pferden des Königs ein sehr mageres hässliches kleines Pferd, das plagten und quälten die elf älteren Brüder fortwährend, weil es so hässlich war, aber der Jüngste sorgte besser dafür als jene; er suchte alle Brotrinden und Überbleibsel zusammen für das kränkliche Pferdchen. Deswegen verspotteten ihn denn auch seine Brüder oft, ja zuletzt verachteten sie ihn ganz, als wäre er närrisch. Aber er ließ sich den Spott ganz ruhig gefallen und die Verhöhnung, ebenso ruhig wie das Pferdchen die Quälerei.
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